Manuel Gonzalez schien vor rund einem Jahr auf dem besten Weg in die MotoGP. Er gewann vier der ersten neun Moto2-Saisonrennen und führte die Weltmeisterschaft an. Als er beim Aragon-Test Anfang Juni dann auch noch im Trackhouse-Team für den verletzten Ai Ogura einspringen durfte und so seine ersten Kilometer auf einem MotoGP-Bike abspulte, schien die Verpflichtung durch einen Rennstall der Königsklasse nur noch eine Frage von wenigen Wochen oder Monaten. Doch daraus wurde nichts.

MotoGP-Rookie-Klasse 2026 ohne Manuel Gonzalez

WM-Rivale Diogo Moreira, der Gonzalez im Saisonfinish noch abfangen konnte, sowie Superbike -Champion Toprak Razgatlioglu sind die einzigen beiden Rookies in der MotoGP-Saison 2026. Ein massiver Dämpfer für Gonzalez, der sich davon aber nicht aus der Bahn werfen ließ. Auch im neuen Jahr kam er perfekt aus den Startlöchern, führt nach einem Sieg in Thailand und weiteren Podiumsplatzierungen in den Grands Prix von Brasilien und Spanien die Gesamtwertung erneut an.

Gonzalez' Auftakt in die Moto2-Saison 2026 ist der endgültige Beweis dafür, dass dieser Mann auch eine Liga höher fahren könnte. Doch in der MotoGP-Klasse scheint nach wie vor kein Team endgültig vom Mann aus Madrid überzeugt zu sein. Denn während Daniel Holgado und David Alonso ihre Zukunft mit Gresini beziehungsweise Honda bereits eingetütet haben dürften und sich Izan Guevara oder Gonzalez' aktueller Teamkollege Senna Agius ebenfalls gute Chancen auf einen MotoGP-Aufstieg ausrechnen dürfen, herrscht bei 'ManuGasss' Funkstille. Das Telefon von Manager Edoardo Rovelli klingelt nicht.

Was fehlt Manuel Gonzalez für die MotoGP?

Warum? Darüber kann man nur spekulieren. Mit 23 Jahren ist Gonzalez älter als einige seiner Rivalen - David Alonso etwa hat gerade erst seinen 20. Geburtstag gefeiert. Zu alt für einen MotoGP-Aufstieg ist er damit aber definitiv noch nicht. Sein Reisepass hilft Gonzalez beim Eintritt in eine Klasse, die aktuell bereits neun Spanier im 22-Mann-starken Feld hat, natürlich nicht. Doch das gilt für Holgado oder Guevara gleichermaßen.

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Auch bei seinem aktuellen Arbeitgeber IntactGP wundert man sich. Die ganze Mannschaft zeigt sich begeistert vom Charakter und der Arbeitsmoral Gonzalez'. "Wenn kein MotoGP-Team Manu verpflichtet, dann sind sie echt dumm", fand ein Insider am Jerez-Wochenende im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com deutliche Worte. Genau nach diesem Szenario sieht es aktuell aber aus.

Superbike-WM statt MotoGP für Manuel Gonzalez?

Wie es mit Gonzalez' Karriere weitergeht, wenn es auch 2027 nicht mit dem MotoGP-Aufstieg klappt, ist aktuell ungewiss. Manager Rovelli hält seine Augen auch in der Superbike-WM offen. Verständlich: Denn die Moto2 bietet ohne Aufstiegsmöglichkeit in die Königsklasse langfristig keine Perspektive. Sollte sich Gonzalez 2026 zum Weltmeister krönen, gilt das umso mehr. Dann ist die Klasse für ihn quasi 'durchgespielt'.

Ein Umweg über die Superbike-WM in die MotoGP ist denkbar. Wie schwierig dieser ist, muss aktuell aber beispielsweise Nicolo Bulega feststellen. Seine verzwickte Lage erklären wir euch im Artikel: