Welch eine Tragik? Ausgerechnet an seinem 85. Geburtstag ist Herbert Schnitzer, Teamgründer und langjähriger Teamchef von Schnitzer Motorsport, am vergangenen Freitag (05.06.) nach langer Krankheit friedlich im Kreise seiner Familie eingeschlafen.
Statt ihm zu seinem 85. Geburtstag zu gratulieren, müssen wir an dieser Stelle leider über sein Ableben berichten. Herbert Schnitzer war eine der prägendsten Personen im deutschen und internationalen Motorsport. Seit der Gründung von Schnitzer Motorsport 1967 fuhr das Rennteam, das seinen Namen trägt, rund um die Welt Erfolge für BMW ein.
Der bayerische Autobauer kondolierte am gestrigen Sonntag in einem Facebook-Post: "Die BMW M Motorsport-Familie trauert um den Tod von Herbert Schnitzer. Er und seine Brüder bauten eine Dynastie im Motorsport auf. Jahrzehntelang feierte das Team Schnitzer unzählige Siege auf der ganzen Welt mit BMW-Rennwagen und schuf unvergessliche Erinnerungen. Die Vermächtnisse von BMW M Motorsport und Schnitzer sind untrennbar miteinander verbunden. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden. Gott sei mit dir, Herbert!" Vor ihm waren bereits Josef Schnitzer, sowie die Zwillingsbrüder Dieter und Karl „Charly“ Lamm verstorben.
BMW Motorsport und das Team Schnitzer verbindet eine im Motorsport einmalige Partnerschaft und Erfolgsgeschichte. Unter der Führung von Herbert Schnitzer, den einige seiner langjährigen Wegbegleiter respektvoll „Patron“ nannten, hat die sympathische Mannschaft aus Freilassing unzählige Triumphe und Titel eingefahren – und das immer mit Rennwagen aus dem Hause BMW.
Die Erfolgsgeschichte von Schnitzer Motorsport im nationalen und internationalen Rennzirkus ist lang und erfolgreich. 1963 gründete Herbert Schnitzer das Team gemeinsam mit seinem Bruder Josef. Ein Jahr später feierte die Mannschaft ihr Debüt beim Bergrennen in Bad Neuenahr mit einem BMW 1800Ti. Nach zahlreichen Erfolgen in der Anfangsphase der Team-Geschichte erschütterte der tödliche Unfall von Josef Schnitzer, der sich 1978 auf dem Weg zu einem Rennen in Zolder befand, die Familie.
Seither führte Herbert Schnitzer die Geschicke von Schnitzer Motorsport mit seinen beiden Halbbrüdern Dieter und Karl (Charly) weiter. Insgesamt hat die erfolgreiche Mannschaft in mehr als fünf Jahrzehnten mit BMW 17 Meisterschaften gewonnen – darunter die Tourenwagen-Weltmeisterschaft, drei Tourenwagen-Europameisterschaften und Championate in Deutschland, England, Italien, Japan, Nordamerika und Südostasien.
Fast auf den Tag genau vor 28 Jahren (1999) gelang mit dem offenen Prototypen BMW V12 LMR der wohl größte Triumph bei den 24 Stunden von Le Mans. Dem bis heute einzigen Gesamtsieg der Münchner überhaupt. Zudem siegte Schnitzer fünfmal (1989, 1991, 2004, 2005, 2010) über die gleiche Distanz beim 24h-Rennen Nürburgring sowie bei dem 24h-Rennen im belgischen Spa-Francorchamps (1985, 1986, 1988, 1990, 1995).
Beeindruckend sind auch insgesamt 15 Erfolge beim spektakulären Macau Grand Prix in den Straßenschluchten der Glücksspiel-Metropole nahe Hongkong. Den vorerst letzten erziele BMW-Werksfahrer Augusto Farfus beim Abschied des langjährigen Teammanagers Charly Lamm, der das Zepter in dieser Funktion an Herbert Schnitzer Junior übergab, bevor er nur wenige Wochen später überraschend selbst verstarb.



diese Motorsport Nachricht