Aston Martin steht in der Formel 1 in Ungarn dieses Wochenende fast im Fokus wie die Top-Teams. Das seit Monaten heraufbeschworene große Upgrade ist endlich da. In den Trainings konnten Fernando Alonso und Lance Stroll endlich zur Tat schreiten. Letzterer jedoch nur für elf Runden, bevor in der ersten Session die Hinterradaufhängung kollabierte. Dann war Feierabend, denn dem Team fehlten die Ersatzteile. Im FP2 fuhr nur noch Alonso - der hatte dafür aber nur Gutes zu berichten.

"Es fühlt sich gut an. Generell sahen wir, was wir hinsichtlich der Zahlen und Korrelation erwartet hatten. Das ist natürlich sehr ermutigend für die Zukunft, sowohl für das nächstjährige Auto als auch für weitere Upgrades dieses Jahr", erklärt Fernando Alonso. Ermutigend heißt in diesem Fall Platz 19 im 2. Freien Training, jetzt aber auf dem Niveau von Cadillac. Valtteri Bottas war diesmal nur zweieinhalb Zehntel schneller. Zuletzt lag der Gap gegenüber dem US-amerikanischen Team bei zwei Sekunden.

"Natürlich müssen wir die Daten noch genauer analysieren und uns die Overlays etwas genauer ansehen. Aber ich glaube nicht, dass es da irgendwelche großen Überraschungen gibt oder dass wir in den Kurven derzeit einen großen Rückstand auf die Spitze des Mittelfelds haben - was natürlich unser oberstes Ziel ist, an der Spitze des Mittelfelds zu stehen. Und ich denke, in den Kurven matchen wir diese Pace", freut sich Alonso.

Der winkelige Hungaroring kaschiert die Defizite des Honda-Motors, der auf Power-sensitiven Kursen wie Spa und Silverstone zuletzt seinen Teil zu den eklatanten Rückständen beitrug. Vom besseren Chassis soll aber auch das Energie-Management profitieren. "Die Tatsache, dass man mehr Grip hat, macht es einfacher, zu laden. Im Grunde genommen kann man so mehr Energie gewinnen. Je schneller man in eine Kurve hineinfährt, desto mehr Energie kann man gewinnen. Was das angeht, hatten wir schon vor unserer Ankunft hier viele Informationen aus dem Simulator", so Teamberater Pedro de la Rosa.

Kinderkrankheiten auch beim runderneuerten Formel-1-Auto von Aston Martin

Fernando Alonso spulte am Freitag insgesamt 43 Runden ab, 19 davon im FP1 und 24 im FP2. Während Lance Stroll von einem Defekt außer Gefecht gesetzt wurde, gab es beim Spanier nur kleine Kinderkrankheiten. "Wir hatten auf der Start- und Zielgeraden einige Vibrationen, vor allem im ersten Training. Ich glaube, die Jungs haben das für das zweite freie Training mehr oder weniger behoben. Also für morgen gibt es keinen Grund zur Sorge", erklärt der 44-Jährige.

Pedro de la Rosa betonte, dass es sich bei den Vibrationen nicht um die Probleme vom Saisonstart handelte. " Das war und ist etwas, was Honda im Griff hat. Es handelt sich also nicht um ein Problem mit Vibrationen, wie wir es in Australien erlebt haben. Es ist einfach eine andere Situation", erklärt der 105-fache Grand-Prix-Teilnehmer.

Aston Martin muss nach Defekt bei Lance Stroll Ersatzteile beschaffen

Eine andere Situation ergab sich auch durch den Defekt bei Lance Stroll. Beim Kanadier brach im FP1 ausgangs Turn 2 die Hinterradaufhängung. Kurz vor dem FP2 musste das Team mitteilen, dass sein Auto nicht repariert werden kann und er nicht an der Session teilnimmt. "Das bedeutete, dass wir das Auto von Lance wegen fehlender Ersatzteile nicht rechtzeitig reparieren konnten. Er wird morgen wieder dabei sein, aber für die zweite Session haben wir es leider nicht geschafft", erklärt de la Rosa. Aston Martin musste einige Teile offenbar aus Großbritannien einfliegen: "Manche Teile müssen einfach repariert werden, andere werden hierher gebracht."

"Wir hatten damit nur anderthalb Trainingssitzungen", so de la Rosa. Immerhin konnte das Team einen ähnlichen Defekt bei Alonso ausschließen, sodass dessen Freitag davon unbeeinträchtigt blieb. "Wir haben uns einfach an den Plan gehalten. Wir mussten uns aber ein wenig beeilen, da wir wussten, dass wir bei den Longruns nicht so viele Reifenmischungen testen und so viele Runden fahren konnten, wie wir wollten. Aber insgesamt konnte Fernando sein Programm wie vorgesehen abspulen."

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