Ferrari wird der Favoritenrolle beim Auftakt zum Ungarn GP 2026 gerecht. Charles Leclerc fuhr mit 1:19,075 im 1. Freien Training auf dem Hungaroring die deutliche Bestzeit. Allerdings fuhr WM-Leader Kimi Antonelli nicht, er musste wie vier weitere Formel-1-Stammfahrer für einen Rookie Platz machen.

Besonderes Augenmerk lag im Training auf Aston Martin, das erstmals mit der B-Spezifikation des AMR26 fuhr. Auch wenn sich die Performance stark verbessert zeigte, gab es einen herben Rückschlag, weil Lance Stroll mit einer gebrochenen Hinterachse aufgeben musste (mehr dazu im Abschnitt Zwischenfälle).

Das Ergebnis: Fast eine halbe Sekunde legte Charles Leclerc auf den Soft-Reifen zwischen sich und Max Verstappen auf Rang zwei. Knapp dahinter landete Lewis Hamilton im zweiten Ferrari. Auf Isack Hadjar und Rang vier klaffte eine weitere große Lücke, der zweite Red Bull verlor schon fast eine Sekunde auf die Leclerc-Bestzeit.

George Russell landete im Mercedes nur auf Rang fünf vor Gabriel Bortoleto im Audi. Frederik Vesti, der Kimi Antonelli im 1. Training ersetzte, wurde vier Zehntel hinter Russell Siebter. Nico Hülkenberg bestätigte auf Rang acht die erwartet starke Audi-Form. Arvid Lindblad und Liam Lawson komplettierten die Top-10.

Lando Norris wurde nur Elfter. Fernando Alonso landete im neuen Aston Martin auf Rang 13. 2,5 Sekunden fehlten ihm auf die Bestzeit.

Die Technik: Nicht nur Aston Martin brachte viele technische Neuerungen. Auch McLaren hatte ein größeres Update im Gepäck, wenn auch längst keine B-Spezifikation. Erstmals führte man den schon für Österreich geplanten Test des Macarena-Flügels durch. Nur Rookie-Fahrer Leonardo Fornaroli fuhr mit dem Dreh-Flügel, die restlichen Updates waren auch am Auto von Weltmeister Lando Norris.

Russell-Rätsel endlich gelöst?! Ungarn-Sieg: Kein Weg vorbei an Ferrari? (09:38 Min.)

Viele Teams hatten zusätzlich zu allgemeinen Updates große Zusatz-Aufbauten auf ihren Heckflügeln. Auf dem verwinkelten Hungaroring zählt jeder Punkt Abtrieb, der Luftwiderstand ist nicht ganz so entscheidend.

Die Zwischenfälle: Schon nach fünf Minuten kam Carlos Sainz Max Verstappen in die Quere. Der Niederländer war auf einer schnellen Runde und musste ausweichen, weil Sainz langsam auf der Ideallinie fuhr. "Das war gefährlich", fluchte Verstappen am Funk. Die Stewards schauen sich die Szene nach dem Training an. Allerdings droht auch Verstappen Ärger, weil er möglicherweise anschließend als Revanche Sainz vors Auto fuhr.

Ärger droht auch Adrian Newey: Die neue Hinterachse hielt am Auto von Lance Stroll nur eine halbe Stunde. Am Ausgang von Kurve zwei knickte das linke Hinterrad ab, nur knapp konnte der Kanadier einen Einschlag verhindern. Weil Stroll das Auto am Streckenrand abstellen musste, wurde die Session kurz unterbrochen.

Fast hätte es wenig später die nächste Rot-Unterbrechung gegeben, als Carlos Sainz in der Auslaufzone von Kurve 1 stand. Allerdings konnte der Spanier seinen Boliden aus eigener Kraft wieder in Gang setzen. Zuvor hatte sich Sainz extrem verbremst, möglicherweise war ein Defekt die Ursache dafür.

Apropos Defekt: Auch bei Charles Leclerc kam es zu Problemen. Wenige Minuten vor dem Ende des Trainings musste er seinen Ferrari am Eingang der Boxengasse abstellen. "Irgendetwas ist kaputt gegangen", meldete er am Funk. Die Geräuschkulisse stützte die Aussage des Monegassen, es klang stark nach einem Problem am Getriebe.

Das Wetter: Herrliche Trainings-Bedingungen am Hungaroring. Unter dem leicht bewölktem Himmel wurden 23 Grad Celsius gemessen, das dunkle Asphaltband heizte sich auf fast 50 Grad auf. Das restliche Wochenende wird weiterhin gutes Wetter erwartet, die Temperaturen sollen noch etwas steigen.