Für Mick Schumacher beginnt schon bald ein neues Kapitel in seiner jungen IndyCar-Karriere: Der 27-Jährige wechselt für die Saison 2027 zu Meyer Shank Racing, einem Team, das mit Felix Rosenqvist immerhin den amtierenden Indy-500-Sieger stellt. Schumacher übernimmt den Platz des Schweden, der nach drei Jahren mit MSR zu Arrow McLaren wechseln wird.

Laut Schumacher habe es schon recht früh lose Gespräche mit den Verantwortlichen von Meyer Shank Racing - Mike Shank und Jim Meyer - über einen möglichen Wechsel gegeben. Der Austausch fruchtete offenbar früh, denn laut Schumacher gab es "keinen Grund, sich anderweitig umzuschauen, weil wir mit den Gesprächen sehr zufrieden waren", wie er am Rande des Saisonfinales in Laguna Seca preisgab.

Offiziell! Mick Schumacher bekommt 2027 das Indy-500-Siegercockpit (07:01 Min.)

Mick Schumacher: "Sie hatten das Gefühl, dass ich gut ins Team passe"

Das Team von Meyer Shank Racing, Indy-500-Sieger in den Jahren 2021 und 2026, dürfte für Schumacher die beste Option auf dem Transfermarkt gewesen sein, nachdem RLL eines seiner drei Charter - effektiv Schumachers Startplatz - im Juli an Dreyer & Reinbold Racing verkauft hatte. Es war der erste Verkauf eines Charters seit der Einführung des Systems in der US-Formelserie.

Schumacher, der beim diesjährigen Indy-500-Rennen als bester Rookie ausgezeichnet wurde: "Sie haben innerhalb kurzer Zeit zweimal das Indy 500 gewonnen. Nach den Gesprächen mit Mike (Shank), Jim (Meyer) und Tim (Meyer, Jims Sohn) fühlte es sich für mich wie der richtige Ort an. Und auch sie hatten das Gefühl, dass ich gut ins Team passe. Es hat sich alles gut zusammengefügt."

Schumacher freut sich auf Zusammenarbeit mit IndyCar-Star Palou

Schumacher freute sich zudem auf die engere Zusammenarbeit mit Chip Ganassi Racing, denn das Team um Superstar Alex Palou unterhält seit 2025 eine technische Partnerschaft mit Meyer Shank. Der Deal hat sich für MSR bereits ausgezahlt: Im ersten Jahr errangen Rosenqvist und Teamkollege Marcus Armstrong mit den Plätzen sechs und acht ihre besten Ergebnisse. Dieses Jahr belegte Abgänger Rosenqvist den neunten Gesamtrang, Armstrong wurde 14.

"Die Zusammenarbeit mit Chip Ganassi Racing finde ich faszinierend", so Schumacher. Es sei ein großer Vorteil, mit der CGR-Mannschaft und dem fünfmaligen IndyCar-Champion Palou zusammenzuarbeiten. Mick: "Während meiner zwei Jahre im Sportwagen habe ich so viel von den anderen Fahrern gelernt. Das wird jetzt ähnlich sein, auch, wenn hier jeder für sich selbst kämpft. Es ist aber von Vorteil, von solchen Leuten zu lernen und selbst zeigen zu können, was man einbringt."

Gleichzeitig bedankte sich Schumacher am Wochenende bei der RLL-Mannschaft und seinen bisherigen Teamkollegen Graham Rahal sowie Louis Foster für die Unterstützung im Debütjahr. Der zum Ziel gesetzte Fortschritt über die 18 Saisonrennen hinweg sei gelungen, wenngleich sich Schumacher für Laguna Seca ein besseres Abschneiden gewünscht hätte. Mit Platz 22 im Rennen bzw. P23 in der Meisterschaft verpasste er den Rookie-Titelgewinn und den Einzug in den Leaders Circle (Top-22 der Gesamtwertung), der dem Team zusätzliche 1,7 Millionen Dollar beschert hätte.

Mick Schumachers IndyCar-Bilanz 2026 nach dem Saisonende

Rennen Startaufstellung Ergebnis
St. Petersburg 21 Ausfall
Phoenix 4 18
Arlington 17 22
Alabama 20 24
Long Beach 21 17
Indianapolis 18 20
Indy 500 27 18
Detroit 23 21
Gateway 18 16
Road America 22 17
Mid-Ohio 15 24
Nashville 16 8
Portland 22 16
Markham 10 Ausfall
Washington 24 11
Milwaukee I 13 12
Milwaukee II 4 13
Laguna Seca 13 22

Mick: "Es schien, als hätte am Auto was nicht ganz gepasst"

"Natürlich hätten wir das Ganze gerne mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen, aber das ist uns heute nicht ganz gelungen", so Schumacher. "Es schien einfach so, als hätten ein paar Dinge am Auto nicht ganz gepasst. Außerdem haben wir die Reifen ziemlich heftig verschlissen - etwas schneller als einige andere Fahrer."

Schumacher fuhr im Rennen mit einer 4-Stopp-Strategie, die sich im Feld der 3-Stopper nicht auszahlen sollte. Möglicherweise musste die RLL-Crew während des Rennens einen Strategie-Wechsel vornehmen und einen zusätzlichen Reifenwechsel einbauen. Auch für Champion Palou (Platz 8) ging die 4-Stopp-Taktik nicht auf.

Schumacher erklärte: "Ich hatte das Gefühl, dass die ersten paar Runden auf dem Alternate-Reifen (Soft) wirklich gut und sehr stark waren. Wir konnten Will (Power), Marcus (Ericsson) und Pato (O'Ward) überholen. Aber plötzlich, direkt nachdem ich Pato überholt hatte, waren meine Reifen von einer Runde auf die andere einfach hinüber."

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