Die Entscheidung rund um Mick Schumachers Zukunft ist gefallen: Der 27-Jährige geht 2027 zu seiner zweiten Saison in der IndyCar-Serie an den Start, wechselt aber das Team. Schumacher verlässt RLL (Rahal Lanigan Letterman Racing) nach einem Jahr und heuert stattdessen bei Meyer Shank Racing (MSR) an.

Beim US-Rennstall tritt der frühere Formel-1- und WEC-Pilot die Nachfolge des amtierenden Indy-500-Siegers Felix Rosenqvist an. Der Schwede wechselt nach drei aufeinanderfolgenden Jahren bei Meyer Shank zu Arrow McLaren. Schumacher und MSR gaben die Verpflichtung am heutigen Freitag vor dem bevorstehenden Saisonfinale in Laguna Seca bekannt (zum Zeitplan und TV-Übertragung).

Offiziell! Mick Schumacher bekommt 2027 das Indy-500-Siegercockpit (07:01 Min.)

"Das ist eine besondere Gelegenheit für mich, und dafür bin ich unglaublich dankbar", teilte Schumacher mit. "Ich freue mich darauf, die Arbeit mit dem Team aufzunehmen und zu schauen, was wir gemeinsam erreichen können. Sie haben tolle Erfolge vorzuweisen und natürlich ist es super, zu einem beim Indy 500 siegreichen Team zu gehen."

Mick Schumacher wechselt 2027 zu Meyer Shank Racing

Schumacher trifft bei Meyer Shank Racing 2027 auf einen ihm bekannten Teamkollegen: den Neuseeländer Marcus Armstrong. Der 26-Jährige und Schumacher gingen bereits 2018 in der Formel-3-Europameisterschaft gemeinsam für Prema an den Start; Mick gewann in jenem Jahr den Titel, Armstrong errang den fünften Gesamtplatz in seiner Rookie-Saison.

Armstrong gab sein IndyCar-Debüt im Jahr 2023 und blickt in bislang 63 Rennen auf zwei Podestplätze als beste Ergebnisse zurück. In der Gesamtwertung belegt der 'Kiwi' den 14. Platz mit 293 Punkten. Sein Noch-Teamkollege Rosenqvist ist dank des Indy-500-Sieges Gesamt-Neunter und hat 379 Zähler auf dem Konto.

IndyCar-Debütant Schumacher liegt an 23. Stelle (205 Punkte) und konnte sich in der zweiten Saisonhälfte steigern - sein erklärtes Ziel vor dem Rookie-Debüt. Sein bestes Ergebnis erzielte er mit Platz acht beim zwölften Saisonrennen in Nashville. In Phoenix und Milwaukee - auf zwei weiteren Ovalkursen - machte er mit vierten Startplätzen auf sich aufmerksam. Schumacher kämpft in Laguna Seca um ein Preisgeld von 1,7 Millionen Dollar, wie wir in diesem Artikel beleuchtet haben:

Meyer Shank Racing von Schumacher beeindruckt

"Er hat uns in seiner ersten IndyCar-Saison wirklich beeindruckt", sagt Team-Mitbesitzer Mike Shank. "Es ist keine einfache Rennserie für einen Neueinsteiger, und die Konkurrenz ist unglaublich eng. Aber wenn man sich anschaut, was er erreicht hat und welche Fortschritte er im Laufe des Jahres gemacht hat, sehen wir in ihm sehr viel Potenzial."

Shank weiter: "Er hat außerdem auf den Ovalkursen ein enormes Tempo gezeigt. Das ist eine gewaltige Hürde für jeden Fahrer, der ohne entsprechende Erfahrung in die IndyCars kommt. Er hat sich schnell angepasst, und wir sind gespannt darauf, was er mit einem weiteren Jahr Erfahrung und unserem Team im Rücken erreichen kann."

Teamwechsel für Schumacher in IndyCar-Serie perfekt

Dass Schumacher zu Meyer Shank Racing wechseln könnte, darüber machten schon im Juli erste Gerüchte die Runde. Damit verbunden war die Entscheidung von RLL, eines seiner drei Charter (Startplatz) an Dreyer & Reinbold Racing zu verkaufen. Dabei handelte es sich konkret um den #47 Entry, den Schumacher im Winter übernommen hatte. Seine Noch-Teamkollegen Graham Rahal (P15 in der Tabelle) und Louis Foster (P19 in der Tabelle) sollen für 2027 über gültige Verträge verfügen.

Meyer Shank Racing zählt nicht zur Riege der absoluten Top-Teams bei den IndyCars - das sind Chip Ganassi Racing, Arrow McLaren, Andretti und Penske - ist in der Hierarchie aber über RLL angesiedelt. Der Rennstall mit Sitz in Ohio rund um die Hauptbesitzer Mike Shank und Jim Meyer gewann das legendäre Indy 500 in den Jahren 2021 (Helio Castroneves) und 2026 (Felix Rosenqvist).

Schumachers neues Team: Das steckt hinter Meyer Shank Racing

Meyer Shank Racing betreibt seit 2020 ein Vollzeit-Programm in der IndyCar-Meisterschaft, seit 2022 durchgängig mit zwei von Honda-Motoren angetriebenen Fahrzeugen. Rosenqvist, Armstrong und Indy-500-Gastaster Castroneves bildeten in den vergangenen beiden Saisons das Fahreraufgebot. Zuvor gingen auch Piloten wie Simon Pagenaud, Tom Blomqvist oder David Malukas für MSR an den Start. Seine einzigen Siege in der US-Formelserie holte Meyer Shank Racing ausschließlich bei den 500 Meilen von Indianapolis.

Außerdem engagiert sich Meyer Shank Racing seit mehreren Jahren erfolgreich in der IMSA-Sportwagenmeisterschaft, seit 2021 als Acura-Werksteam in der Top-Klasse. Im Jahr 2023 feierte MSR seinen dritten Gesamtsieg bei den prestigeträchtigen 24 Stunden von Daytona nach 2012 und 2022.

Meyer Shank Racing: Manipulations-Skandal überschattete Daytona-Sieg

Der letzte Sieg beim US-Klassiker wurde allerdings von einem Reifendruck-Manipulations-Skandal überschattet, den ausgerechnet Partner Honda der IMSA meldete. MSR durfte den Daytona-Sieg zwar behalten, bekam allerdings Punkte aberkannt, musste eine Geldstrafe zahlen und Teammitglieder wurden suspendiert. Zum Ende der Saison 2023 trennten sich die Wege von Meyer Shank und Honda in der IMSA-Serie, bevor es 2025 zu einer erneuten Zusammenarbeit kam.

Zum Ende der laufenden Saison 2026 zieht sich Acura - Hondas US-Edelmarke - werksseitig aus der IMSA zurück. Wie es hier für Meyer Shank Racing weitergeht, ist noch unklar. Aktuell belegen die MSR-Piloten Nick Yelloly und Renger van der Zande den geteilten dritten Platz in der Meisterschaft hinter Spitzenreiter Jack Aitken (Cadillac) und dem Deutschen Laurin Heinrich (Porsche).