Bereits beim Grand Prix von Österreich sorgte Toto Wolff für Schlagzeilen, als er öffentlich die zahlreichen Updates bei Ferrari hinterfragte und Zweifel äußerte, wie diese mit der Budgetobergrenze vereinbar seien. Diese liegt 2026 für alle Formel 1-Teams einheitlich bei 215 Millionen US-Dollar (rund 188,5 Millionen Euro).

Dennoch scheint Mercedes mit den finanziellen Mitteln deutlich straffer haushalten zu müssen als die Konkurrenz von McLaren und Ferrari. Nachdem sich Mercedes in Zandvoort Kundenteam McLaren geschlagen geben musste, behauptete Wolff erneut "uns fehlt das Geld, um Weiterentwicklungen am Auto vorzunehmen". Aussagen, die auch in der offiziellen FIA-Pressekonferenz am Freitag in Italien für reichlich Gesprächsstoff sorgte.

F1-Entwicklungrennen 2026: Unterschiedliche Team-Modelle als Erklärung?

"Jedes Team arbeitet nach einem unterschiedlichen Modell, und auch die Unternehmensgröße unterscheidet sich. McLaren ist nach meinem Verständnis etwas schlanker aufgestellt als Mercedes und hat daher beispielsweise bei den Personalkosten geringere Ausgaben. Das Geld können wir stattdessen in die Entwicklung stecken", übte sich McLaren-Teamchef Andrea Stella in Erklärungsversuchen.

Während Mercedes bislang nur in Kanada ein größeres Aero-Paket brachte und in Italien auf rein streckenspezifische Modifikationen setzt, brachte McLaren sowohl in Ungarn als auch in Zandvoort neue Teile für den MCL40. In Monza kommt erstmals McLarens eigene Version des Macarena-Flügels zum Einsatz – von McLaren als H-Wing bezeichnet. Zudem geht aus der offiziellen FIA-Liste hervor, dass McLaren weitere Modifikationen an den Außenkanten des Unterbodens vorgenommen hat.

"Uns war immer klar, dass 2026 ein Entwicklungskampf werden würde. Und es bringt nichts von einem Entwicklungskampf zu sprechen, wenn man nicht das nötige Budget hat, um die Updates auch tatsächlich umzusetzen", stellte Stella klar. Entsprechend habe man immer noch genug Budget übrig, um noch weitere Updates im weiteren Saisonverlauf zu bringen. McLaren verfüge somit auch weiterhin über ausreichend Puffer, um im weiteren Saisonverlauf nachzulegen. Auch bei Mercedes rechnet Stella mit weiteren Entwicklungen.

"Es gibt zusätzliches Budget, das durch die Anpassungen im Motorenreglement erlaubt ist. Ich gehe davon aus, dass Mercedes genau das nutzen wird, da sie meines Wissens noch Updates planen." Wie Mercedes hat auch Ferrari für Monza vorwiegend streckenspezifische Anpassungen am Wagen vorgenommen. Diese zielen darauf ab, Luftwiderstand (Drag) extrem zu reduzieren, um auf den langen Geraden im "Temple of Speed" maximalen Top-Speed zu erreichen.

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Ferrari-Teamchef warnt Konkurrenz: Werden im selben Tempo weiterentwickeln

Zusätzlich nutzt Ferrari im Rahmen der ADUO-Zugeständnisse ein weiteres Performance-Update für die Antriebseinheit. Additional Development and Upgrade Opportunities (zu Deutsch: zusätzliche Entwicklungs- und Verbesserungsmöglichkeiten) gestattet Herstellern mit Leistungsrückstand beim Motor zusätzliche Entwicklungs- bzw. Budgetzugeständnisse. Auch Mercedes steht 2026 ein Performance-Update zu, dennoch beschränkte sich das Team an diesem Wochenende motorseitig auf ein reines Zuverlässigkeits-Update.

Anders als Wolff in Spielberg möchte Fred Vasseur die Finanzen der Konkurrenz nicht bewerten: "Ich mag es nicht, wenn jemand ohne Einblick über mein Budget spricht, also werde ich mich auch nicht zu den anderen äußern." Wolffs Anspielungen von damals, Ferrari könnte vor Saisonende das Geld ausgehen, erteilt Vasseur jedoch eine klare Absage: "Wir werden bis zum letzten Rennen im selben Tempo weiterentwickeln. Wir haben nach wie vor einen komfortablen Puffer bei der Budgetobergrenze."

Im FP2 schlug Mercedes gegen Ferrari zurück. George Russell fuhr in Monza Bestzeit, Charles Leclerc wurde Zweiter und drehte sich. Den vollständigen Trainingsbericht gibt's hier zum Nachlesen: