Jetzt steht der Termin für den 'Fall Bortolotti' rund um dessen nachträgliche Disqualifikation und den verlorenen Sieg in Oschersleben fest: Das Berufungsgericht des DMSB (Deutscher Motor Sport Bund) tagt am Freitag, 25. September 2026 um 15:00 Uhr. Bei der Verhandlung in Frankfurt wird ein unabhängiger Richter in einer Anhörung der Beteiligten feststellen, ob der GRT-Lamborghini-Pilot seinen Sieg beim zehnten Saisonrennen behalten darf oder nicht.
Bis dahin bleiben das Rennergebnis sowie die Gesamtwertung vorläufig. Aktuell wird DTM-Spitzenreiter Maro Engel (Winward-Mercedes) als vorläufiger Sieger des Sonntagsrennens vom 26. Juli gewertet. Zwischen dem Rennen und der finalen Verhandlung liegen geschlagene 61 Tage, also ziemlich genau zwei Monate.
DTM Punktestand: DTM Gesamtwertung 2026 als Tabelle
Bortolotti-Disqualifikation wird vor Saisonfinale geklärt
Die Gerichtsverhandlung steigt zwar erst nach dem bevorstehenden, vorletzten Rennwochenende der Saison auf dem Sachsenring (11.-13. September), aber immerhin vor dem Finale in Hockenheim (09.-11. Oktober). Heißt: Bevor die DTM ihre letzten zwei Rennen des Jahres im Motodrom austragen wird, herrscht Klarheit rund um die Punktesituation.
Wie der DMSB mitteilte, hat Bortolottis Team GRT am heutigen Freitag fristgerecht die notwendige, schriftliche Begründung für die Berufung eingereicht. Das hätte eigentlich schon bis zum 24. August geschehen müssen, doch dem Rennstall aus Österreich wurde eine Fristverlängerung gewährt. Bereits am 13. August hatte das Team von Gottfried Grasser seine Berufung gegen das Urteil der Sportkommissare eingelegt.
Radlager kostet Bortolotti vorläufig den Sieg
Der Grund für Bortolottis Disqualifikation, die mehr als zwei Wochen nach dem Rennen in Oschersleben erfolgte: Eine technische Routine-Nachkontrolle ergab, dass ein Radlager seines Lamborghini Temerario GT3 nicht der DTM-Homologation entsprach. Das bedeutete einen Verstoß gegen Artikel 5.1 des Sportlichen Reglements, wonach alle Autos vollumfänglich der FIA-GT3-Homologation sowie der DTM-Homologation entsprechen müssen.
Das GRT-Team hatte nach Informationen von Motorsport-Magazin.com angeblich zwar ein Radlager desselben Herstellers wie in der DTM-Homologation angegeben verwendet, die dort angebrachten Ringe zur Schmutzabweisung aber bearbeitet, um einen Reibungseffekt an dieser Stelle zu vermeiden.
Fall hat direkte Auswirkungen auf DTM-Titelkampf
Grasser berief sich zuletzt auf eine Klarstellung zum Sportlichen Reglement, aus der hervorgehe, dass das Radlager freigestellt sei. Diese stammt allerdings aus dem Jahr 2024, sei laut Ansicht des Teamchefs aber nach wie vor gültig, weil sie im internen Download-Center herunterladbar sei.
"Aus meiner Sicht haben die Sportkommissare nicht bedacht, was dazu im Download-Fenster des DTM-GT3-Reglements zu finden ist", sagte Grasser beim DTM-Lauf am Nürburgring zu Motorsport-Magazin.com. "Das einzige Bauteil, was dort nämlich freigestellt wurde, ist das Radlager."
Die DTM-Titelkandidaten werden den Ausgang des Falles mit großer Spannung verfolgen, denn es geht um wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft: Mercedes-Pilot Engel rückte in Oschersleben vorläufig vom zweiten auf den ersten Platz vor und erhielt dadurch 5 zusätzliche Punkte. Titelrivale Thomas Preining rutschte von Platz drei auf P2 und kassierte somit vier Zusatzzähler. Erhält Bortolotti seinen Sieg zurück, wird es also noch enger in der Meisterschaft.
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