Trotz zweier Siege in Serie reist McLaren mit gemischten Gefühlen nach Italien. Das Autodromo Nazionale di Monza ist mit den Formel 1-Kursen in Budapest und Zandvoort nicht zu vergleichen. Dessen ist sich auch McLarens Technischer Direktor Neil Houldey bewusst: "Monza stellt uns vor eine ganz besondere Herausforderung."
Auf den langen Geraden in Monza kommt es vor allem darauf an, den Luftwiderstand zu reduzieren, während die harten Bremszonen Stabilität verlangen und die Schikanen ein gutes Fahrverhalten des Autos über Bodenwellen und Kerbs erfordern. Auch die verfügbare Energiemenge wird über eine Runde begrenzt sein. "Wenn wir also erneut an der Spitze kämpfen wollen, müssen wir in jedem Detail sauber arbeiten", weiß Houldey.
Um auf dem Highspeed-Kurs in Italien mit der Konkurrenz mithalten zu können, setzt McLaren auf den sogenannten "H-Wing" - die teaminterne Interpretation des Macarena-Heckflügels. McLaren begann mit der Entwicklung des rotierenden Flügelkonzepts, nachdem Ferrari bei den Wintertests erstmals damit aufgetaucht war. Es dauerte bis zum Österreich-GP, ehe McLaren einen ersten Prototyp an die Strecke brachte. Aufgrund technischer Probleme in der Garage blieb das System dort jedoch über das gesamte Wochenende ungenutzt.
In unserem Video diskutieren wir, ob Lando Norris aktuell der schärfste Gegner von WM-Leader Kimi Antonelli ist oder ob Lewis Hamilton oder George Russell das Mercedes-Wunderkind doch noch abfangen können. Jetzt reinschauen:
In Ungarn kam im 1. Freien Training eine überarbeitete Version zum Einsatz, schaffte es aber nicht darüber hinaus. McLarens Ziel war es, die Innovation auf Highspeed-Strecken mit wenig Abtrieb einzusetzen, wo das Konzept den Luftwiderstand auf den Geraden drastisch reduziert – in Monza schlägt nun die Stunde des H-Wings. Mit dem Namen folgt McLaren der Tradition. Bereits 2010 leitete das Team die Bezeichnung des berühmten F-Schachts vom "F" im Vodafone-Schriftzug auf der Fahrzeugnase ab, an der das System installiert war. Das "H" beim Heckflügel bezieht sich auf den Buchstaben H im Etihad-Logo auf der Rückseite des Heckflügels des MCL40.

McLaren: H-Wing soll Konkurrenzfähigkeit erhöhen
Das H verläuft entlang der Mittellinie des Flügels – genau dort, wo sich der Aktuator befindet, der den H-Wing in den Geradeaus-Modus bringt. "Für dieses Wochenende haben wir das mitgebracht, was unserer Ansicht nach nötig ist, um konkurrenzfähig zu sein. Dazu gehört eine neue Heckflügel-Spezifikation für geringen Luftwiderstand. Hinzu kommen einige kleinere aerodynamische Maßnahmen, die den Luftwiderstand reduzieren sollen und die wir evaluieren werden, bevor wir uns auf die endgültige Spezifikation für das Qualifying festlegen", erklärte Houldey.
Zugleich verriet er, dass in der McLaren-Fabrik in Woking weiterhin an Updates gefeilt wird: "Insgesamt wissen wir, dass im MCL40 noch weiteres Performance-Potenzial steckt – sowohl indem wir das bereits vorhandene Paket optimal ausschöpfen als auch durch weitere Upgrades, die für die kommenden Rennen geplant sind." Bereits in der Sommerpause hatte Teamchef Andrea Stella betont, dass man bei McLaren mit einem Entwicklungsrennen über den Saisonverlauf hinweg gerechnet und entsprechend Spielraum beim Budget gelassen hat.
"Wenn wir in dieser Position bleiben wollen, dann müssen wir das Auto weiter verbessern und vermutlich noch eine halbe Sekunde von jetzt bis zum Saisonende finden. Das ist unser Ziel, denn wir wollen diese Saison nicht schon nach der Hälfte aufgeben", stellte Stella klar. Mit der langfristigen Vertragsverlängerung von Lando Norris hat McLaren auf Fahrerseite Stabilität geschaffen. Der Brite ist seit 2019 Teil des Rennstalls aus Woking. Auch Teamkollege Oscar Piastri hat seinen Vertrag im Vorjahr vorzeitig verlängert - im Paddock geht man von einer Laufzeit bis mindestens Ende 2028 aus.
Norris: Sollte genauso viel verdienen wie Lewis und Max
Nicht nur über Laufzeiten, sondern auch über die Gehälter der F1-Piloten wird regelmäßig spekuliert. Norris’ neuer Vertrag soll rund 30 Millionen Pfund pro Jahr wert sein. Wie bei Fahrergehältern üblich, kann sich die Summe durch Sponsoreneinnahmen, Boni und leistungsabhängige Klauseln noch steigern. In einem Interview mit der britischen Zeitung Telegraph nahm Norris Stellung zu den im Internet kursierenden Zahlen, die sich auf dem Niveau von Rekordweltmeister Lewis Hamilton und Max Verstappen befinden.
"Mein Gehalt liegt leider bei Weitem nicht bei den Summen, die ich im Internet gesehen habe. Aber ich finde ehrlich gesagt, dass ich genauso viel verdienen sollte wie sie." Norris begründete seine selbstbewusste Aussage damit, dass er gezeigt habe, gegen Hamilton und Verstappen mithalten zu können. Zugleich erkannte er an, dass die beiden in ihrer F1-Karriere weit mehr erreicht haben: "Ich habe zwei unterschiedliche Sichtweisen darauf. In gewisser Weise habe ich noch nicht die gleichen Erfolge erzielt wie sie. Aber ich hoffe, dass ich eines Tages mit ihnen gleichziehen kann."
GianPiero Lambiase, Max Verstappens Renningenieur, wechselt 2028 zu McLaren. Als Ersatz holte Red Bull den erfahrenen Tom McCullough von Aston Martin. Seine Verpflichtung wirft Fragen auf. Mehr dazu in dieser News:



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