Spätestens 2028 müssen sich die Formel-1-Fans von einem beliebten Duo verabschieden: GianPiero Lambiase, Max Verstappens Renningenieur, wechselt zu McLaren. Damit verliert Red Bull nicht nur einen Langzeit-Erfolgsgarant, der den oft widerspenstigen Niederländer am Funk bestens im Griff hat, sondern auch den Rennleiter des Teams.

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Jetzt hat die Mannschaft aus Milton Keynes den Ersatz für Lambiase, der als Head of Racing eine Doppelfunktion erfüllt, gefunden – und musste dafür nicht einmal weit suchen. Nur etwa eine halbe Stunde entfernt, direkt neben dem Silverstone Circuit, sitzt Aston Martin und damit auch Red Bulls zukünftiger Head of Racing, Tom McCullough. Der erfahrene Ingenieur wird sein neues Büro bereits in wenigen Monaten beziehen.

Tom McCullough: Der Mann hinter Aston Martins Erfolg

"Wir sind überglücklich, Tom mit Jahresbeginn 2027 im Team willkommen zu heißen, und freuen uns auf seinen Reichtum an Erfahrung und Expertise, den er für die Rolle mitbringen wird", ließ Red Bull in einem kurzen Statement zur Verpflichtung wissen.

McCullough ist ein Top-Mann für den Job und bringt einen gespickten Lebenslauf im Bereich Rennleitung mit. Seine Motorsport-Karriere startete er 1996 beim Chassis-Produzenten Reynard Motorsport. Dort arbeitete er an den Le-Mans-Engagements für Panoz und Cadillac sowie am IndyCar-Projekt von Reynard.

2002 machte der heute 50-Jährige den Sprung in die Formel 1 und zu Williams, zuerst als Performance- und später als Renningenieur. In dieser Funktion arbeitete er unter anderem mit Nico Hülkenberg und Rubens Barrichello zusammen. 2013 wechselte McCullough zu Sauber, wo er ein Jahr lang als Head of Trackside Engineering tätig war.

Dann verschlug es ihn zu Force India, Aston Martins Vorgänger. Unter seiner Führung als Chief Race Engineer erreichte das Team zwei vierte Plätze. Damit stieg er zum Performance-Direktor des Teams auf, das ab 2018 unter dem Namen Racing Point fuhr. Gemeinsam feierten sie beim Sakhir GP 2020 den einzigen Sieg des Rennstalls. Der Brite war dafür verantwortlich, die Teams beider Garagenseiten am Rennwochenende mit den besten und wichtigsten Informationen zu versorgen, um die maximale Performance herauszuholen.

Nico Hülkenberg und Tom McCullough
McCullough arbeitete bereits mit mehreren F1-Fahrern zusammen, Foto: IMAGO / Crash Media Group

McCullough behielt seine Position, als Aston Martin den Rennstall 2021 übernahm. Die Erfolgssaison 2023 mit acht Podien für Fernando Alonso gelang unter seiner Leitung. Als das Team Anfang 2025 organisatorisch umstrukturiert wurde, übernahm Mick Krack als Chief Trackside Officer seine Aufgabenbereiche. McCullough wurde im Zuge dessen weg von der Rennstrecke weg und zu Aston Martin Performance Technologies, der Dachgesellschaft des F1-Teams, versetzt. Derzeit übt er dort die Rolle des Performance-Direktors im obersten Führungsgremium aus.

Geht Lambiase früher als gedacht? Red-Bull-Statement lässt vermuten

Nun kehrt er an die Rennstrecke zurück. Als Rennleiter ist der ehemalige Aston-Martin-Mann für praktisch alle Aspekte des Teams verantwortlich und untersteht direkt Teamchef Laurent Mekies. Aus dem kurzen Statement von Red Bull geht nicht mit voller Klarheit hervor, ob McCullough die Rolle des Rennleiters direkt übernehmen oder das Jahr noch von Lambiase "eingeschult" werden wird.

Es ist nämlich nicht genau bekannt, zu welchem Zeitpunkt Verstappens Renningenieur das Team verlässt. In der Ankündigung von April war lediglich von "spätestens 2028" die Rede. Das deutet darauf hin, dass ein früherer Abschied durchaus realistisch ist. Lambiases Vertrag mit Red Bull reicht bis Ende 2027. McCulloughs Ankunft könnte nun einen früheren Wechsel ermöglichen.

Der Personalcoup ist wichtig für die Bullen, die in den letzten Monaten immer wieder wichtiges Personal verloren haben. Von Designgenie Adrian Newey über Sportchef Jonathan Wheatley, Teamchef Christian Horner und Cheftechniker Rob Marshall bis hin zu Strategiechef Will Courtenay und Motorsportberater Dr. Helmut Marko ist kaum noch ein Teammitglied von Verstappens erster Weltmeistersaison in Milton Keynes angestellt. Gerüchten zufolge soll auch Chefingenieur Paul Monaghan vor einem Wechsel zu Cadillac stehen.

Medien spekulieren: Wer wird Max Verstappens neuer Renningenieur?

Damit wäre zumindest die erste von Lambiases Rollen gefüllt. Seine zweite Verpflichtung – und die für die Fans deutlich spürbarere und wichtigere – als Renningenieur des vierfachen Weltmeisters und Red Bulls Spitzenfahrer ist offiziell noch offen. Laut Berichten des im Verstappen-Umfeld sehr gut informierten niederländischen Mediums "de Telegraaf" soll der Nachfolger des Briten aber schon gefunden sein.

Tom Hart, Verstappens Performance-Ingenieur seit 2020 und Red-Bull-Teammitglied seit 2012, soll der neue Mann am Kommandostand werden. Der Brite stand angeblich Ende 2025 vor einem Deal mit Williams, konnte mit der absehbaren Beförderung aber zum Bleiben überzeugt werden. Hart soll die Rolle bereits zu Beginn des nächsten Jahres übernehmen. Das würde ebenfalls dafür sprechen, dass Lambiase seinen McLaren-Vertrag früher als gedacht antreten kann. Das alles wurde jedoch von keinem Team bestätigt.

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