Der Wechsel von Max Verstappens Renningenieur GianPiero Lambiase 2028 zu McLaren sorgt auch eineinhalb Monate, nachdem er angekündigt wurde, noch für Diskussionen. Auslöser dafür sind Aussagen von Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies im Rahmen des letzten Formel-1-Wochenendes in Miami, wonach Lambiase bei McLaren für die Teamchef-Rolle vorgesehen sei.

Aussagen, die auf fruchtbaren Boden fielen, denn bereits bevor der Lambiase-Deal verkündet worden war, machten schon Spekulationen die Runde. Laut diesen solle Stella zu seinem ehemaligen Arbeitgeber Ferrari abwandern, wodurch sich die Teamboss-Tür für Lambiase öffnet. Beim Papaya-Team wurden diese Meldungen schnell und deutlich dementiert.

McLaren-Teamchef Lambiase? Andrea Stella will nichts davon wissen

In der Pressemitteilung war davon die Rede, dass Lambiase 2028 den Posten als Chief Racing Officer übernehmen wird, und dadurch Teamchef Andrea Stella entlastet. Stella will auch bei der offiziellen FIA-Pressekonferenz vor dem GP-Wochenende in Kanada nichts von einer angeblichen Nachfolge wissen. "Ich bin definitiv voll zu McLaren committed", stellte er klar und widersprach damit allen Gerüchten.

Seine Hingabe zu McLaren verdeutlichte er mit einer Anekdote: "Eine Sache, die mich sehr stolz macht, ist, dass wir es geschafft haben, den Pokalschrank im MTC [McLaren Technology Center, d. Red] mit Trophäen voll zu machen und wir einen neuen Pokal-Bereich errichten mussten. Und für mich ist die Mission ziemlich klar: Wir müssen diesen neuen Bereich in den nächsten Jahren bei McLaren mit Trophäen füllen."

Laurent Mekies bleibt dabei: "Meinem Verständnis nach wird Lambiase Teamchef"

Doch neben Stella saß auch Mekies in der PK vor dem Montreal-Wochenende. Und der Franzose beharrte auch direkt neben ihm sitzend auf seinen Aussagen aus Miami. "Mein Verständnis ist, dass GP zu McLaren geht, um Teamchef zu werden", betonte er. Diese Informationen habe er aus erster Hand, wie er durchklingen ließ: "Wir hatten natürlich viele Gespräche, bevor er die Entscheidung traf, [zu McLaren zu gehen].

"Fragt mich nicht, ob es passieren wird. Das Timing geht mich nichts an, ich kann euch nur sagen, was der Inhalt unserer Gespräche war", nimmt sich Mekies anschließend aus der Schusslinie. Falls seine Informationen tatsächlich stimmen, würde das beinahe zwangsläufig voraussetzen, dass an den Stella-Gerüchten in Bezug auf einen McLaren-Abschied etwas dran ist.

Denn es ist nach den Erfolgen der letzten Saisonen kaum vorstellbar, dass die Mannschaft aus Woking den zentralen Baumeister ihrer drei WM-Titel (2x Team, 1x Fahrer) selbst vor die Tür setzen möchte. CEO Zak Brown betont seit Jahren regelmäßig, welch großen Stücke er auf Stella hält.

Die zweite Alternative, mit der beide Geschichten in Einklang zu bringen wären, wäre ein Positionswechsel von Stella innerhalb von McLaren. Solch ein Szenario sei aber auch nicht Teil der McLaren-Vision, wie der Italiener durchklingen ließ: "GP einzustellen ist Teil unserer Vision. Es ist eine Vision, zusätzliche Führungsrollen zu schaffen, die die bestehende Führung ergänzen und so ein zunehmend stärkeres Team bei McLaren erschaffen."

Oscar Piastri zu Red Bull? Stella liefert Absage

Die Personalien Stella und Lambiase sind nicht die einzigen Stories rund um McLaren und Red Bull, welche in der frühen Silly Season der Formel 1 2026 die Runde machen. Auch Oscar Piastris Name taucht in vielen Gerüchten auf. Demnach hätte er Interesse an einem Wechsel zu dem Bullen-Team - möglicherweise als Nachfolger von Max Verstappen.

Stella beruhigte und winkte diese Meldungen ebenfalls als substanzlose Silly-Season-Geschichten ab. "Wir könnten mit Oscar nicht glücklicher sein", sagt er, und ist überzeugt davon, dass das auf Gegenseitigkeit beruht: "Wir sehen die beste Version von Oscar im Cockpit und auch einen glücklichen Oscar und die beste Version von ihm außerhalb des Cockpits."

"Die Dynamik und die Beziehung mit Lando ist großartig und ich denke, das Team befindet sich in der besten Verfassung, seit ich Teamchef geworden bin", so Stella weiter. Im Laufe der vergangenen Saison hatten sich die beiden Teamkollegen im direkten Duell um die Weltmeisterschaft befunden. Nach außen hin wurde dabei immer Einigkeit demonstriert - auch nach kontroversen Situationen wie bei der Teamorder von Monza.

Aber schon 2025 kamen vor allem aus Australien Meldungen auf, dass vor allem im Lager von Piastri unter der Oberfläche die Stimmung angespannt sei. Sowohl damals als auch heute ist allerdings unklar, wie viel an diesen Geschichten tatsächlich dran war und ist. Fakt ist, dass der aktuelle Vertrag von Piastri bei McLaren bis mindestens 2028 läuft.