In Miami sah es so aus, als hätte Red Bull mit seinem ersten Upgrade den RB22 geheilt. Max Verstappen fühlte sich gut im Auto, hatte endlich einmal das Gefühl "nicht mehr ein Passagier" zu sein und konnte vorne mitkämpfen, anstatt hilflos der Spitzengruppe dabei zusehen zu müssen, wie sie ihm und seinem Red Bull davonfuhr.

Doch diese ganze Aufbruchstimmung hielt nur ein Formel-1-Wochenende. In Kanada ist der störrische Bulle wieder zurück in seiner alten Verfassung und nach dem Sprint-Qualifying klagen beide Fahrer über ihren Boliden. Obwohl der Circuit Gilles Villeneuve eine der kürzeren Strecken im Rennkalender ist, riss Verstappen im Sprint-Qualifying über eine halbe Sekunde Rückstand auf.

Max Verstappen verzweifelt: Red Bull völlig im Eimer

"Ich bin nicht überrascht", meinte der Niederländer über diesen Abstand zur Konkurrenz. "Das Gefühl im Auto war nicht sehr gut. Ich hatte viele Probleme mit der Straßenlage des Autos", analysiert er nach der Session sachlich. In der Hitze des Gefechts hatte er sich noch etwas blumiger ausgedrückt. "Das Auto ist am Heck völlig im Eimer. Es hüpft!" schimpfte er nach seiner letzten Runde in SQ2, die gerade einmal für P9 gereicht hatte.

In SQ3 lief es ein bisschen besser, aber P7 und damit die erste Position hinter der Spitzengruppe, stimmen den vierfachen Weltmeister natürlich alles andere als glücklich. Die Hüpfeinlagen, welche der Red Bull RB22 austeilte, waren so gravierend, dass sie Verstappen sogar vom Gaspedal schleuderten. "Bei den ganzen Schlägen konnte ich mit meinem Fuß nicht draufdrücken. Meine Füße flogen sogar von den Pedalen", vermeldete der dreifache Kanada-Sieger.

Verstappen fügte hinzu: "Das macht es sehr schwierig, konstant zu sein." Diese fehlende Konstanz lässt sich auch aus den Telemetriedaten seines Runs ablesen. Über das gesamte Sprint-Qualifying hinweg lässt sich in diesen kein eindeutiger Trend ausmachen, vielmehr sind es immer wieder unterschiedliche Stellen, an denen es hapert. Etwas mehr Konstanz trat er erst im SQ3 zutage, womöglich auch, weil er sich langsam an sein hüpfendes Auto zu gewöhnen begann.

Isack Hadjar bestätigt Verstappen-Probleme - er ist aber auch beruhigt

Bei Isack Hadjar verlief das Sprint-Qualifying ähnlich. Ihn plagte ebenfalls Bouncing und eine schlechte Straßenlage des Autos. "So verlieren wir viel Zeit und selbst wenn der Grip da ist, können wir ihn nicht nutzen."

Nachdem Hadjar im Training keine repräsentative Runde auf dem Soft-Reifen aufstellen konnte, war er seiner eigenen Aussage nach ohne echte Referenzen in das erste Formel-1-Zeitentraining des Wochenendes gegangen. "Ich habe langsam aufgebaut. In Q3 auf dem Soft hatte ich endlich ein gutes Gefühl, deshalb bin ich glücklich über diese letzte Runde."

Dass Hadjar nach Miami nun wieder näher an seinem Teamkollegen dran ist, beruhigt ihn. Beim letzten Formel-1-Wochenende - dem ersten, an dem Verstappen zufrieden mit seinem Auto war - war die Schere zu Hadjar sehr weit aufgegangen. Acht Zehntelsekunden hatte der Rückstand im Sprint-Qualifying betragen, dazu war noch ein selbst verschuldeter Unfall im Rennen gekommen. "Die Lücke zu meinem Teamkollegen ist kleiner, das ist ermutigend", stellte er fest.

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