George Russell schlägt nach einer Reihe an teaminternen Niederlagen im Mercedes-Duell gegen Kimi Antonelli zurück und sichert sich im Sprint-Qualifying die Pole Position für den dritten Sprint der Formel-1-Saison. Allerdings ist ihm Kimi Antonelli in Kanada erneut dicht auf den Fersen. Die restliche Konkurrenz hingegen nicht, denn sowohl McLaren, Ferrari und erst recht Red Bull scheitern klar.
Ergebnis: Mit einer Rundenzeit von 1:12,965 im letzten Versuch war Russell der einzige Fahrer, der im entscheidenden SQ3 die 1:13er-Marke unterbieten konnte. Kimi Antonelli blieb 0,068 Sekunden dahinter. Dann kam lange nichts, ehe sich Lando Norris mit 0,315 Sekunden den dritten Platz vor Oscar Piastri sicherte.
Lewis Hamilton sah lange wie der einzige ernsthafte Konkurrent für die Mercedes-Piloten aus, doch nach einem Verbremser in SQ3 kam er nicht über P5 hinaus, konnte damit immerhin aber noch Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc hinter sich halten. Die beiden Red-Bull-Piloten Max Verstappen und Isack Hadjar qualifizierten sich für den Formel-1-Sprint nur auf P8 und P9, während Arvid Lindblad und Carlos Sainz die Top 10 abrundeten.
Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto im Audi verpassten zum wiederholten Mal den Q3-Einzug auf den Positionen 11 und 12 knapp. Für ein kleines Ausrufezeichen sorgte Fernando Alonso, der sich für SQ2 qualifizierte, allerdings dabei auch seinen Aston Martin in der Wand versenkte und für eine längere Unterbrechung sorgte.
SQ1 in Kanada: Fernando Alonso überrascht und crasht
Mit Alex Albon und Liam Lawson standen schon vor dem Beginn des Sprint-Qualifyings zwei SQ1-Ausscheider fest. Albons Auto hatte nach einer Kollision im Training mit einem Murmeltier einen Totalschaden erlitten, der nicht rechtzeitig repariert werden konnte. Lawsons Bolide wurde nach einem Defekt in FP1 ebenfalls nicht für SQ1 fertig.
Durch diese beiden Ausfälle waren nur noch vier Plätze zu vergeben, die direkt in SQ1 besetzt wurden. Entgegen dem Trend der bisherigen Saison war die Vergabe dieser Positionen am Ende des Feldes allerdings alles andere als eine Selbstverständlichkeit, da sowohl die beiden Astons Martins als auch die Cadillacs im Mittelfeld mitmischen konnten. Dabei spielte auch die schnelle Streckenentwicklung eine Rolle.
Vor allem Fernando Alonso überraschte mit schnellen Zeiten. Allerdings krachte er nach einem schweren Verbremser etwa zwei Minuten vor dem Ende der Session in der Schikane T3/T4 in die Tec-Pro-Barriere und sorgte damit für eine Unterbrechung der Session. Der Spanier konnte nicht mehr weitermachen, beendete SQ1 aber trotzdem auf P14.
Eine 19-minütige Unterbrechung war die Folge, da die Streckenbegrenzung repariert werden musste. Mit nur noch 1:46 Minuten auf der Uhr ging es weiter, was zu hektischen Szenen beim Restart führte. Von den relevanten Fahrern schaffte es nur noch Lance Stroll rechtzeitig über die Linie, konnte sich aber nicht verbessern und schied dadurch auf P18 aus. Auch beide Cadillac-Piloten mussten die Segel streichen. Für die negative Überraschung sorgte allerdings Pierre Gasly, der vor der roten Flagge keine gute Runde zusammengebracht hatte, und danach wie so viele gar keine mehr.
An der Spitze sorgte die starke Grip-Entwicklung der Strecke für ein durchgemischtes Feld unter den Topfahrern, wobei sich Lewis Hamilton die Bestzeit vor Andrea Kimi Antonelli und Max Verstappen sicherte. George Russell kam nicht über P8 hinaus.
| Sprint-Qualifying - Session SQ1 | |
| Zwischenfälle: | Alonso crasht in T3 nach Verbremser |
| ausgeschieden: | 17. Perez - 18. Stroll - 19. Gasly - 20. Bottas – 21. Albon – 22. Lawson |
| Top-5: | 1. Hamilton - 2. Antonelli - 3. Verstappen - 4. Norris - 5. Lindblad |
SQ2 in Kanada: Nico Hülkenberg und Audi scheitern knapp
Im zweiten Sprint-Qualifying-Segment übernahmen die beiden Mercedes-Fahrer wieder das Zepter. Nachdem die Ferrari-Piloten im ersten Anlauf noch hatten mithalten können, zog George Russell im zweiten Run mit über vier Zehntelsekunden von Hamilton davon. Antonelli landete auf P3, obwohl er seinen zweiten Run abbrechen musste.
Für die Red-Bull-Fahrer wurde es kurz ungemütlich, da sich Hadjar und Verstappen hinter einem sehr stark auftrumpfenden Arvid Lindblad nur auf P8 und P9 einreihen konnten, bevor die meisten dahinter platzierten Fahrer noch eine Runde nachlegten. Allerdings unterbot niemand ihre Zeit.
Carlos Sainz schob sich im letzten Moment noch auf P10 in SQ3 und warf damit Nico Hülkenberg hinaus, der direkt vor seinem Audi-Teamkollegen Gabriel Bortoleto landete. Franco Colapinto und die beiden enttäuschend schwachen Haas-Piloten Esteban Ocon und Oliver Bearman konnten sich auch nicht verbessern. Bei Letzterem war auch ein Verbremser in Kurve 8 für das ziemlich klanglose Ausscheiden mitverantwortlich.
| Sprint-Qualifying - Session SQ2 | |
| Zwischenfälle: | - |
| ausgeschieden: | 11. Hülkenberg - 12. Bortoleto - 13. Colapinto - 14. Ocon - 15. Bearman - 16. Alonso |
| Top-5: | 1. Russell - 2. Hamilton - 3. Antonelli - 4. Leclerc - 5. Piastri |
SQ3 in Kanada: Niemand kann Mercedes gefährlich werden
Im ersten SQ3-Run setzte sich das Bild des vorhergehenden Segments weiter fort: George Russell fuhr der Konkurrenz davon und gab Lewis Hamilton über zwei Zehntelsekunden mit, der seinerseits Kimi Antonelli erneut hinter sich lassen konnte. Während Norris und Leclerc Fehler begingen, reihten sich die beiden Red-Bull-Fahrer zwischenzeitlich auf P4 und P5 ein, und damit direkt vor Oscar Piastri.
Im zweiten Run kam Hamilton näher an seinen Ex-Teamkollegen, aber er konnte ihn nicht von der Spitze verdrängen. Unter anderem deshalb, da er sich in der Haarnadel ein bisschen verbremste. Beide McLaren-Fahrer machten es besser und schoben sich zwischen die Beiden. Dann kam allerdings erneut das Mercedes-Duo, das der Konkurrenz klar ihre Grenzen aufzeigte. Russell legte vor, Antonelli scheiterte anschließend knapp und landete damit nur auf P2. Leclerc verbesserte sich immerhin noch auf P6, während Verstappen und Hadjar nach hinten gereicht wurden.
| Sprint-Qualifying - Session SQ3 | |
| Zwischenfälle: | - |
| Top-5: | 1. Russell - 2. Antonelli - 3. Norris - 4. Piastri - 5. Hamilton |



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