Kein Team hat in der Formel 1 aktuell eine bessere Reputation in Sachen Update-Entwicklung als McLaren. Seit Jahren ist das Team für seine hohe Trefferquote bekannt, und als der MCL40 mit der ersten Ausbaustufe von 2026 vor drei Wochen in Miami zu Mercedes aufschloss, trug das zu dieser Update-Mystik nur weiter bei. Doch jetzt kommt Stufe zwei in Kanada - und mit ihr erleidet die Mystik einen Dämpfer.
Mit dem zweistufigen Paket von Miami und Kanada hatte McLaren grundsätzlich geplant, fast alle Bereiche des Autos zu überarbeiten. In Miami erst der hintere Bereich des Autos mit Motorabdeckung, Heckflügel, und Aero-Elemente um die hintere Aufhängung sowie den Hauptkörper des Unterbodens.

In Kanada war dann der Vorderwagen dran. Schlüsselteil hierbei war ein neuer Frontflügel, der konzeptuell zwar keinen großen Umbruch darstellt, aber doch einige Design-Details änderte. In der Hoffnung, quer über das Arbeitsfenster den Luftfluss besser zu kontrollieren und mehr Abtrieb zu generieren. Das auffälligste Detail dabei sind, dass die Leitelemente zwischen dem mittleren und dem oberen Hauptelement jetzt fehlen.
McLaren-Fahrer verlieren mit neuem Frontflügel Vertrauen ins F1-Auto
Die Teile wurden im 1. Training in Kanada gleich ans Auto gebaut. Sowohl Lando Norris als auch Oscar Piastri fuhren im weiteren Verlauf des Trainings Vergleichstests. Als es gegen Ende dann an die Qualifying-Simulationen ging, bauten beide aber wiederholt Fehler ein, verbremsten sich, verpassten Scheitelpunkte.

Und als sie dann Stunden später im Sprint-Qualifying wieder die Garage verließen, war der alte Frontflügel dran. "Wir haben während der Session festgestellt, dass der Frontflügel nicht ganz das liefert, was wir erwartet haben", räumt Ingenieurs-Direktor Neil Houldey ein. "Letztendlich entschieden wir, die vorherige Flügel-Spezifikation zu fahren, welche den Fahrern mehr Vertrauen gab und es ihnen erlaubte, mehr Performance freizusetzen."
So retteten sich Norris und Piastri mit 0,315 und 0,334 Sekunden Rückstand immerhin in die zweite Startreihe hinter Mercedes. "Nach dem Vormittag war ich etwas besorgt, wie weit weg wir waren, vor allem mit dem fehlenden Vertrauen", meint Norris. "Wir haben ein paar Dinge geändert, das schienen gute Verbesserungen gewesen zu sein."
"Es war nicht die beste Runde, da war noch mehr drin, aber als ich die Lücke zu den Jungs da vorne sah - so viel auch nicht", lautet Norris' Fazit mit Blick auf die drei Zehntel. Nachdem Mercedes in Kanada nun auch ein Update an die Strecke lieferte, scheint McLaren wieder zurück in den Kampf mit Ferrari um den wenig verlockenden Titel "Zweite Kraft" gerutscht zu sein.
Wo liegt das Problem mit dem McLaren-Frontflügel?
Was ist nun also passiert? Der neue Flügel mag für Kanada nicht mehr im Einsatz sein, aber ob wirklich etwas schiefgelaufen ist, da will sich McLaren noch nicht festlegen. Letztendlich hatte man auch aufgrund des Sprint-Formats nur ein Training Zeit gehabt, um Daten an der Strecke zu sammeln. Und dieses eine Training war von drei roten Flaggen zerstückelt worden.
"Das bedeutete, dass wir nicht so viel Lernzeit bekamen wie erhofft", hebt Piastri hervor. Norris will noch nichts abschreiben: "Wir brauchen mehr Zeit zur Analyse. Das hier ist so eine komische Strecke, kaum Grip, du hüpfst über die Kerbs, da bekommst du keine echte Repräsentation von dem Ganzen. Da ist es schwierig, das zu bestätigen, was wir im Windkanal haben."
"Vielleicht bringen wir sie am nächsten Wochenende oder in Barcelona wieder", meint Norris. Außerdem "funktioniert der Rest gut, ich hatte Vertrauen in Q3, besonders auf dem Soft." Der Rückbau unterbrach auch den Setupfindungsprozess. So sieht das Team für den Rest des Wochenendes auch mit dem alten Frontflügel ungenutztes Potenzial.
Wie das Qualifying für den Rest der Formel 1 lief, gibt es hier im Qualifying-Bericht nafchzulesen:



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