Der Crash von Alex Albon stellte die Mercedes-Dominanz im einzigen Training an diesem Sprint-Wochenende fast in den Schatten. Der Williams wurde wie eine Billardkugel von der Mauer zurück auf die Strecke geschleudert und kam auf der anderen Seite zum Stehen (siehe Zwischenfälle). Kimi Antonelli erlebte während der Formel-1-Session auch einen Schreckmoment, als er kurz die Mauer küsste.

Ungeachtet dessen lief es für den Mercedes-Youngster im Training rund. In 1:13,402 Minuten war er knapp schneller als George Russell. Der Brite wiederum leistete sich kurz gegen Ende einen Dreher, berührte dabei leicht die Streckenbegrenzung. Hinter dem Mercedes-Duo belegten Lewis Hamilton und Charles Leclerc die Plätze drei und vier. Max Verstappen beendete das Freie Training in Kanada auf Rang fünf vor den beiden McLaren-Piloten.

Die Zwischenfälle: Nach nur vier Minuten funkte Franco Colapinto an seine Box: "Mein Gaspedal funktioniert nicht." Im Schleichmodus ging es für den Alpine-Piloten zurück an die Box. Das Team vermutet ein Problem mit der Power Unit, das den Motor selbst betrifft - allerdings im elektrischen Bereich.

Noch härter traf es Liam Lawson. Ein Problem an der Servolenkung führte dazu, dass er seinen Wagen in Turn 4 abstellen musste und damit erst ein VSC und dann eine rote Flagge auslöste.

Kurz vor Halbzeit folgte die zweite rote Flagge - ausgelöst durch einen Crash von Alex Albon. Der Williams-Pilot verlor beim Herausbeschleunigen aus Turn 7 das Auto und schlug heftig in die Mauer ein. Auf den Onboard-Aufnahmen ist zu sehen, wie Albon mit einem ausgewachsenen Murmeltier am Ausgang der Schikane kollidierte. Im Vorjahr zerstörte eine Kollision mit einem Murmeltier die Podest-Hoffnungen von Lewis Hamilton.

Vier Minuten vor Sessionende folgte die dritte rote Flagge des Tages. Esteban Ocon schlug am Ausgang von Turn 4 heftig ein, konnte allerdings seinen Haas an die Box retten. Nach der schwarz-weiß-karierten Flagge leistete sich Ocon womöglich noch einen heftigen Patzer. Die Stewards nahmen wegen Verdacht auf Verlassen der Box bei Rot Ermittlungen auf.

+++ Formel 1 Kanada - Liveticker +++

Die Technik: Mercedes hat seinen Worten Taten folgen lassen und das erste große Update-Paket der Saison an die Strecke gebracht. Das Update umfasst unter anderem Änderungen am Frontflügel, an den vorderen und hinteren Radaufhängungen sowie am Unterboden. Zudem verriet Kimi Antonelli, dass er in Kanada mit einem neuen Kupplungshebel fährt.

McLaren hat in Kanada den zweiten Part ihres umfangreichen Update-Pakets gebracht. Unter anderem wurden Änderungen am Frontflügel, Heckflügel, an der Motorabdeckung und am Unterboden vorgenommen. Red Bull tritt in Montréal mit einem überarbeiteten Unterboden an. Zudem gibt es Änderungen an der Motorabdeckung und am vorderen Bereich des RB22, die der Zuverlässigkeit dienen. Auch bei den anderen Teams gibt es einiges Neues am Auto, wie unsere Übersicht zeigt:

  • Alpine: Unterboden, Heckflügel
  • Haas: Seitenkasten-Einlass, Motorabdeckung, Unterboden, Hinterradaufhängung, hinterer Bereich des Fahrzeugs
  • Racing Bulls: Unterboden, hinterer Bereich des Fahrzeugs, Beam Wing, Halterung des Auspuff-Endrohrs
  • Williams: Vorderer Bereich des Fahrzeugs, Vorderradaufhängung, Auspuff-Endrohr
  • Audi: Vorderer Bereich des Fahrzeugs, Diffusor-Flügelelement des Unterbodens, Kühlluft-Lamellen, hinterer Bereich des Fahrzeugs
  • Cadillac: Vorderer Bereich des Fahrzeugs, Diffusor

Die Formel 1 nutzte das Training, um ein neues Rücklichtsystem zu testen. Ein Farbcodesystem weist die Fahrer auf die unterschiedlichen MGU-K-Zustände (MGU-K nicht mehr mit voller Leistung, MGU-K vollständig abgeschaltet und Superclipping) hin. Bisher wurden diese Zustände alle durch ein blinkendes rotes Licht signalisiert. Für den Rest des Wochenendes kommt wieder das Standard-System zum Einsatz.

Das Wetter: Für das einzige Freie Training an diesem Wochenende zeigte sich das kanadische Wetter von seiner freundlichen Seite. Sonnenschein und 20 Grad. Von Samstag auf Sonntag sagen die Vorhersagen einen Wetterumschwung voraus. Die Regenwahrscheinlichkeit beim Grand Prix liegt bei über 60 Prozent.