Bereits vor dem Miami Grand Prix wurde die Anzahl der Strecken mit einem alternativen Energie-Limit von acht auf zwölf erhöht. Bei noch 18 ausstehenden Rennen – sofern Bahrain und Saudi-Arabien nicht nachgeholt werden – trifft das auf jede zweite Strecke zu. Auf dem Circuit Gilles-Villeneuve, der als besonders energiehungriger Kurs gilt, wurde das Sprint-Qualifying und das reguläre Qualifying beim Energiemanagement nachjustiert.
In beiden Qualifying-Sessions dürfen pro Runde nur noch 6 Megajoule (MJ) rekuperiert werden. Das ist der niedrigste Wert, den die Formel 1 unter dem neuen Reglement bisher erlebt hat. Allerdings wurde erst vor dem Miami GP das grundsätzliche Limit auf 7 Megajoule herabgesetzt und zugleich die maximal erlaubte Superclipping-Leistung auf 350 kW erhöht.
Damit wollte die Formel 1 dem extremen Energiesparen im Qualifying entgegensteuern und den Fahrern mehr Push-Runden ermöglichen. Das strikte 6-MJ-Limit in Kanada gilt jedoch nur für die beiden Qualifying-Sessions. Im Sprint liegt die Grenze bei 8 MJ, beziehungsweise bei 8,5 MJ mit aktiviertem Überholmodus.
Maximales Aufladen (Rekuperation) pro Runde in Montréal:
| Session | Limit |
| Freies Training | 8,5 MJ |
| Sprint-Quali & Qualifying | 6 MJ |
| Sprint & Rennen (Overtake Button inaktiv) | 8 MJ |
| Sprint & Rennen (Overtake Button aktiv) | 8,5 MJ |
| Outlaps (ausgenommen Sprint & Rennen) | 8,5 MJ |
Schon zuvor wurde beim Energiemanagement leicht nachjustiert: Im Albert Park lag die Grenze bei 7 Megajoule, in Suzuka bei 8 Megajoule. Der Circuit Gilles-Villeneuve zählt neben dem Red Bull Ring, dem Las Vegas Strip Circuit und Monza zu den Rennstrecken mit den niedrigsten Rekuperationslimits.
Die Krux mit der Batterie auf dem Vollgaskurs
Daraus ergibt sich eine zusätzliche Herausforderung auf einer ohnehin traditionell anspruchsvollen Strecke. Auf einer Länge von 4,361 Kilometern kombiniert der Circuit Gilles Villeneuve lange Vollgaspassagen mit langsamen Kurven und Schikanen. George Russell hält das 6-MJ-Limit trotzdem für die richtige Entscheidung: "Wenn man sich die Simulationen anschaut, sieht es nicht so aus, als würden wir am Ende der Geraden Geschwindigkeit verlieren. Es sollte auch keine Besonderheiten beim Lift-and-Coast während der Runde geben. Also definitiv die richtige Richtung."



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