Der Horrorcrash von Alex Marquez in Barcelona hielt die MotoGP in Atem, so auch unseren Experten Tom Lüthi. Trotz mehrerer Knochenbrüche hatte der Spanier viel Glück. Doch reagierte er auch richtig, als es schon zu spät schien.
Tom Lüthi geschockt: Keine Chance für Alex Marquez nach Acosta-Defekt
"Das war ein Riesenschock. Ich habe das auch live gesehen und war natürlich zuerst richtig erschrocken. Es war wirklich so, dass Alex eigentlich da nicht viel machen konnte. Das Motorrad von Pedro [Acosta] ging vor ihm aus, direkt in der Beschleunigung aus der Kurve heraus", berichtete der Schweizer in Interwetten MotoGP-Magazin zum Katalonien Grand Prix. Die neue Episode könnte ihr hier sehen:
Eine direkte Reaktion zur Rettung der Situation war für den Vizemeister unmöglich. "Wenn man dahintersteckt, in dem Fall Alex Marquez, ist der Kopf unten und man beschleunigt voll durch. Dann bleibt der Vordermann plötzlich stehen. Da gab es keine Chance, etwas zu machen oder groß auszuweichen. Da gab es die Berührung. Dann ist Alex rechts raus in Richtung Mauer und Streckenbegrenzung", schilderte Lüthi.
Nicht in die Mauer: Alex Marquez verhindert MotoGP-Katastrophe im letzten Moment
In diesem Moment hätte der Auffahrunfall zur Katastrophe führen können, doch der Gresini-Pilot gab seiner Maschine noch einen entscheidenden Impuls: "Zuletzt hat er das Motorrad wieder bisschen nach links einlenken können, bevor er dann auf einer Service Road, also eine kleine Gasse, die von der Service Road auf die Strecke führt, abgehoben hat, die Kontrolle über das Motorrad verloren hat und gestürzt ist. Aber zum Glück konnte er zuerst noch links einlenken, damit er nicht in Richtung Mauer flog."

So wurde Alex Marquez zwar folgenschwer in die Luft geschleudert und kam dann wieder auf dem Boden auf, doch es hätte auch zu einem lebensgefährlichen Zusammenstoß mit der Streckenbegrenzung kommen können. "Wenn dieser Weg gar nicht da gewesen wäre, dann wäre er vielleicht gar nicht gestürzt und hätte an der Mauer entlang ausrollen können. So ist er dann zu Sturz gekommen. Aber wie gesagt: Er hatte Glück im Unglück, dass er an der Mauer entlang geflogen ist und nicht in Richtung Mauer", zog Tom Lüth daher sein Fazit.
Von Alex Marquez gibt es mittlerweile - den Umständen entsprechend - positive Nachrichten zu vermelden. Dem Spanier wurde erfolgreich eine Platte am gebrochenen rechten Schlüsselbein eingesetzt. Am Montagnachmittag verließ er das Krankenhaus in Barcelona auf eigenen Beinen. In der kommenden Woche soll es dann eine weitere Untersuchung der Fraktur des C7-Halswirbelknochens geben.
"Braucht Glück!" - Nachfolgende MotoGP-Fahrer im Teilesturm ohne Reaktionsmöglichkeit
Glück hatten auch die nachfolgenden Piloten, die von den Teilen der zerfetzen Ducati getroffen wurden. Auch bei ihnen hätte es viel schlimmer ausgehen können. "Da sind so viele Trümmerteile geflogen, auch große Trümmerteile. Die komplette Front von Alex Marquez' Motorrad ist da durchgeflogen, inklusive eines Rads, das in der Gegend herumflog. Da ist es natürlich schwer, sich auf einen Teil zu konzentrieren und auszuweichen", meint unser Experte.

Aufgrund dieser außergewöhnlichen Umstände widerspricht Tom Lüthi damit sogar dem späteren Sieger Fabio Di Giannantonio, der sich selbst eine falsche Reaktion attestiert hatte: "Es ging alles so brutal schnell. Die Jungs kommen mit so einem hohen Speed an. Da kann man nicht behaupten, obwohl es 'Diggia' selbst so sagt, dass er da falsch reagiert hat. Es gibt da nicht richtig oder falsch. In so einem Moment braucht es dann einfach auch ein bisschen Glück."
Obwohl er von den Trümmerteilen des Horrorunfalls getroffen wurde, holte sich Fabio Di Giannantonio nach zwei Re-Starts den Sieg. Mehr zu dieser bemerkenswerten Leistung gibt es hier:



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