Fünf WM-Zähler und Platz acht in der Konstrukteurswertung - das ist die aktuelle Bilanz von Williams nach den ersten vier Rennen der Formel 1-Saison 2026. Langfristig visiert das Traditionsteam jedoch ganz andere Sphären an. "Unser Ziel ist klar: Wir wollen ein Team aufbauen, das Weltmeisterschaften gewinnen kann", betont Teamchef James Vowles. Mit der Verpflichtung von Piers Thynne hat Williams nun einen echten Transfer-Coup gelandet.

Auch wenn der bisherige Chief Operating Officer von McLaren selten im Rampenlicht stand, spielte er eine bedeutende Führungsrolle innerhalb des Teams aus Woking und unterstützte Teamchef Andrea Stella seit der großen technischen Umstrukturierung Anfang 2023 maßgeblich. Ab August wird Thynne bei Williams die neu geschaffene Rolle des Chief Optimisation and Planning Officer übernehmen.

"Williams hat den klaren Anspruch, in allen Bereichen Weltmeister-Niveau zu erreichen und neue Maßstäbe im Sport zu setzen. Ich kann es kaum erwarten, als Mitglied der Führungsriege meinen Teil dazu beizutragen", erklärte Thynne, der bereits 2008 zu McLaren stieß und dort mehrere Führungspositionen innehatte, darunter die Funktion des Director of Operations. "Ich hatte eine fantastische Zeit bei McLaren, in der ich mitgeholfen habe, das Team zurück an die Spitze zu bringen. Ich hoffe, dass uns das Gleiche bei Williams gelingen wird."

Piers Thynne wechselt von McLaren zu Williams
Piers Thynne freut sich auf seine neue Aufgabe, Foto: Williams F1

Hochkarätige Neuzugänge von Mercedes und Alpine

Doch Thynne ist nur die Speerspitze einer ganzen Reihe hochrangiger Ingenieure, die Williams für sein Projekt gewinnen konnte. Unter anderem wechselte Claire Simpson nach zwölf Jahren bei Mercedes nach Grove. Sie hat ihren Job als Leiterin der Aerodynamik-Entwicklung bereits aufgenommen. Für Fred Judd ging es ebenfalls von den Silberpfeilen zu Williams.

Nachdem er jahrelang in der High Performance Powertrains-Abteilung von Mercedes gearbeitet hatte, zeichnet er sich bei Williams nun als Leiter der Performance-Optimierung verantwortlich. Bereits im April stieß zudem Alpines Chefingenieur Steve Booth zum Team. Booth war zuvor 20 Jahre lang Teil des Rennstalls aus Enstone - mit einer kleinen Unterbrechung im Jahr 2014, als er für Toro Rosso arbeitete. Bei Williams übernahm er die Position des Head of Vehicle Engineering.

Über 65 Jahre F1-Erfahrung für den Wiederaufstieg

Zusammen haben die Neuzugänge an zwölf Weltmeisterautos gearbeitet und bringen mehr als 65 Jahre geballte F1-Erfahrung bei Williams ein. Sie folgen auf Dan Milner, der im April von Mercedes als Chief Engineer – Vehicle Technology kam.

"Wir ziehen extrem talentierte, strategische Neuzugänge aus dem gesamten Fahrerlager an, die auf den Grundlagen aufbauen werden, die wir in den vergangenen Jahren geschaffen haben, und uns auf die nächste Stufe bringen sollen", betonte James Vowles. Und der Hunger des Teams ist noch nicht gestillt: In den kommenden Monaten sollen weitere Führungskräfte aus dem gesamten Starterfeld folgen.

Trotz personellen Abgängen befindet sich Mercedes an der Spitze des Feldes. Eigentlich startete George Russell als der große WM-Favorit in die Saison, doch nach vier Rennen zeichnet sich ein überraschendes Bild ab. Mehr dazu im Video:

Antonelli WM-Favorit? Wolff: Russell muss zum Killer werden! (22:01 Min.)