Über die genauen Zahlen ranken sich Mythen, aber Fakt ist, dass Williams mit ordentlich Übergewicht in die Formel-1-Saison gestartet ist. Dieses Gewicht soll nun langsam abgebaut werden und in der Theorie ist das bereits gelungen, wie James Vowles beim Miami-GP erklärte. Aber eben nur in der Theorie, denn bis der Leichtbau-Williams auf der Strecke sein wird, werden noch Monate vergehen. Carlos Sainz sprach davon, dass es spät in der Saison so weit sein werde.
"Mit dem Engineering, das wir in den letzten fünf Wochen angestellt haben, ist das gesamte [Extra]-Gewicht, aus dem Auto entfernt. Plus weitere zehn Kilogramm oben drauf", erläuterte Vowles. "Es befindet sich noch nicht am Auto", stellt er aber klar. Mit den Upgrades, welche das Team für das erste US-Rennen brachte, kam schon die erste kleine Gewichts-Ersparnis, aber noch keine nennenswert große.
Warum Williams nur langsam Gewicht abbaut
In den nächsten Monaten soll dieses schrittweise Tempo beibehalten und nur langsam Gewicht abgebaut werden. "In Bezug auf das Gewicht ist es so, dass es ein paar Kilogramm hier sind und in jedem Rennen werden es immer mal wieder ein paar Kilos sein", sagte Vowles. Die Logik hinter diesem langsamen Aufholrennen steckt in der Budgetdeckelung. Diese zwingt die Formel-1-Teams dazu, gut durchzukalkulieren, wann und wie viele Upgrades sich lohnen, und welche man sich aufspart.
So erklärte auch der Williams-Teamboss die Herangehensweise: "Es wurde noch nicht ans Auto geliefert, da das in einer Welt mit dem Kostendeckel einfach nicht mehr effizient ist. Man muss vorsichtig sein, wenn man ein Produkt an einem Punkt an die Strecke bringt, an dem es effektiv seine Zeit überschritten hat."
Im Detail bedeutet das, dass man an zahlreichen Komponenten designtechnisch zwar das Gewicht abbauen konnte, diese aber abgesehen davon aerodynamisch noch einem Modell entsprechen, das sich kaum von jenem zu Saisonbeginn unterscheidet. Williams will aber erst Upgrades bringen, sobald man sowohl einen aerodynamischen als auch einen Gewichtsnutzen daraus ziehen kann.
"Man muss sicherstellen, dass die Art und Weise, in der man Komponenten druckt, Sinn macht", sprach Vowles. "Wir haben an diesem Wochenende einige Kilogramm am Unterboden gespart, weil wir einen neuen Unterboden gebracht haben. Ich will aber nicht exakt denselben Frontflügel bringen, nur weil er ein paar Kilogramm leichter ist."
Die Einführung der Gewichtsverringerungen soll also Hand in Hand mit aerodynamischen Entwicklungen gehen. "Wenn es keinen Kostendeckel gäbe, dann könnten wir Gewicht an anderen Teilen im Auto rausnehmen. Die Kapazitäten hätten wir", so Vowles. Aber die Kosten für diese Extra-Upgrades stehen seiner Ansicht nach nicht in Relation zu dem Ertrag.
Upgrade-Rennen eröffnet: Punkte für Albon und Sainz in Miami
Das zusätzliche Gewicht am Williams war im Winter eine Art Notfall-Lösung für die fundamentale Verspätung bei der Fertigstellung des Autos, das bei einigen Komponenten mehrfach an den Crashtests scheiterte. Der einfachste Weg, um in diesem Rennen gegen die Zeit Teile zu produzieren, welche auch den geforderten Lasten standhalten, bestand darin, diese mit mehr Gewicht auszustatten. Im Zuge dessen verpasste das Team aus Grove auch die komplette erste Testwoche in Barcelona und konnte sein Auto erst Anfang Februar erstmals in Betrieb nehmen. Ein Zeitrückstand, der sich bemerkbar machte.
Mit den ersten Upgrades in Miami scheint dem Formel-1-Team allerdings bereits auf Anhieb ein deutlicher Sprung nach vorne gelungen zu sein. Während die Mannschaft rund um Alex Albon und Carlos Sainz bei den ersten drei Saisonrennen noch drittletzte Kraft war, und sich klar in einer breiten Kluft zwischen dem Mittelfeld und den Nachzüglern Cadillac/Aston Martin befand, kämpfte sie am abgelaufenen GP-Wochenende nicht nur im Mittelfeld mit, sondern konnte sogar beide Piloten in die Punkte bringen.



diese Formel 1 Nachricht