Teile zählen und Zeitpläne managen ist etwas, mit dem Williams in der Formel 1 seit Jahren überfordert ist. Eine Software-Revolution hat 2026 nicht den gewünschten Erfolg gebracht, sondern bloß ein langsames, übergewichtiges Auto und damit die nächste Blamage. Teamchef James Vowles legt nun endlich die Hintergründe offen.
Ein großes Projekt von Vowles war es ab 2023 gewesen, die Software-Infrastruktur umzustellen. Denn als er damals von Mercedes kommend seinen Dienst antrat, hatte er mit Schrecken feststellen müssen, dass bei Williams Teile und Informationen in gigantischen Excel-Dateien getrackt wurden. Ein längst aus den Fugen geratenes System. Oft hatten Verantwortliche in der Fabrik schon keine Ahnung, wo sich bestimmte Teile aufhielten.
Vowles zerschlug die Excel-Struktur sofort und führte zeitgemäße Software ein. Enterprise-Ressource-Planning-Systeme, um die Ressourcen im Unternehmen strategisch zu planen und zu organisieren. Und Product Lifecycle Management, um auch die einzelnen Teile von Design bis Aussortierung immer im Blick zu haben.
Erstes großes Formel-1-Projekt überfordert neue Williams-Software
"Andere Wege, um Dinge zu planen, andere Strukturierungen, andere Arbeitsmethoden, und das war jetzt das erste Mal, dass wir ein komplettes Auto-Projekt mit allen diesen Dingen hatten", so Vowles über das verspätete 2026er-Projekt. Die 2024er- und 2025er-Projekte waren bloß Evolutionen von bestehenden Modellen gewesen.
Inzwischen hat man die Probleme intern genau aufgedröselt. "Es sind winzige kleine Details, aber hunderte davon, und das läppert sich", meint Vowles. "Ineffizienzen durch die Bank, die nicht bedacht wurden und erst aufkamen, als du das System unter Druck setzt. Wir begannen zwar früh im Windkanal, kein Zweifel, aber nicht früh mit dem Bauen des Autos, denn du willst so lange wie möglich im Windkanal entwickeln."
"Wir wollten uns nicht ganz auf dem Niveau eines Weltmeister-Teams fordern, aber deutlich aggressiver als davor", so Vowles. Ich denke, wir machten ein paar Fehler mit Teilen der Software, die wir genutzt haben." Die Planungszeitfenster gingen nicht auf, es wurde immer knapper, plötzlich tauchten die Produktions-Deadlines auf.
Williams wird zum Übergewicht gezwungen
"Wenn das erst einmal passiert, hast du kaum Alternativen", so Vowles. "Du kannst keine Zulieferer suchen, denn die sind alle schon von anderen Individuen gebucht." Zu groß sind für solche Auslagerungen die Vorlaufzeiten. Die Konsequenz waren Unmengen an Aero-Komponenten, welche nicht ausgereift waren. Mehrere für Crashtests relevante Teile, die eben diese Crashtests im ersten Anlauf nicht schafften.
"Dadurch kam weitere Belastung an einem sehr schwierigen Punkt zurück ins System", erklärt Vowles. "Wenn dir dann die Zeit ausgeht, ist Gewicht eine einfache Addition, um ein Teil effektiv durchzubringen und sicherzustellen, dass du auf einem vernünftigen Stand bist. Das führt dann sehr schnell zu einem schweren Auto."
Schritt für Schritt ersetzt Williams alle diese Notfall-Produkte jetzt bis zum Sommer mit ausgereiften und leichteren Designs. Ein größeres Miami-Paket war nur der erste Schritt: "Für mich geht es darum, dass wir am Ende der Entwicklung dieses Autos, was nach der August-Pause sein wird, damit vernünftig zurück an der Spitze des Mittelfeldes sind, mit allem in einer vernünftigen Position, beim Aufbauen für das nächstjährige Auto."
"Jeder Bereich im Team hat die maximalen Stunden gearbeitet, trotz des schwierigen Winters", lobt Vowles. "Quer durch die Bank haben wir 40, 50 Performance-Projekte." In der Theorie hat man auch schon alle Gewichts-Probleme gelöst. An der Strecke wird das Auto aber deutlich langsamer abspecken, die Updates werden sich in den Sommer hineinziehen. Warum man nicht sofort leichtere Teile produziert und einsetzt, erklären wir hier:



diese Formel 1 Nachricht