Der deutsche Durchstarter Laurin Heinrich erklimmt im Eiltempo die nächste Stufe auf der Karriereleiter: Der 24-Jährige steigt 2027 zum Porsche-Stammfahrer im IMSA-Aufgebot des Werksteams Penske auf. Heinrich folgt in dieser Position auf Laurens Vanthoor, der sich dieses Jahr das Steuer eines Porsche 963 mit Teamkollege Kevin Estre teilt.
Der Belgier Vanthoor bleibt Porsche allerdings verbunden und übernimmt 2027 die Rolle als dritter Fahrer bei den langen IMSA-Rennen wie den 24h Daytona oder den 12 Stunden von Sebring. "Diese Änderung erlaubt es mir, mich auf andere Träume zu fokussieren, die ich in meiner Karriere noch erreichen möchte", ließ Vanthoor durchblicken, dass hinter dem Rollentausch etwas Größeres stecken könnte.
Heißes Gerücht: Laurens Vanthoor vor WEC-Rückkehr
Um den älteren der beiden Vanthoor-Brüder, der am 08. Mai seinen 35. Geburtstag feiert, ranken sich seit geraumer Zeit Wechselgerüchte: Angeblich steht er vor seiner Rückkehr in die WEC und soll dort für einen Hersteller in der Hypercar-Klasse antreten. Als heißester Tipp gilt ein Wechsel zum britischen Autobauer McLaren, der 2027 mit zwei LMDh-Prototypen in die WEC einsteigen wird und mit Mikkel Jensen erst einen Stammfahrer verkündet hat.
Vanthoor, der 2024 mit Porsche die Fahrer-Weltmeisterschaft in der WEC gewann, hatte nie ein Geheimnis aus seinem Traum gemacht, unbedingt den Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Le Mans holen zu wollen. Mit Porsche gelang das Vorhaben in den vergangenen Jahren nicht und Ende 2025 stiegen die Zuffenhausener aus der Langstrecken-WM aus. Mit einem anderen Hersteller könnte Vanthoor seinem langgehegten Traum weiter nachjagen.
Porsche-Quartett bei den 24 Stunden von Le Mans
Eine offizielle Bekanntgabe könnte schon in Bälde erfolgen, denn üblicherweise präsentiert Porsche seine nächstjährigen Aufgebote erst nach dem Saisonende bei der Night of Champions. Der überraschend an diesem Mittwoch verkündete Rollentausch zwischen Heinrich und Vanthoor deutet zumindest auf baldige Neuigkeiten hin und unterstreicht dennoch Vanthoors Verbleib beim deutschen Sportwagenbauer über 2026 hinaus.
Porsche legt seinen Werksfahrern keine Steine in den Weg, um der WEC trotz des Werksausstieges in anderer Form erhalten zu bleiben: Bei den diesjährigen 24 Stunden von Le Mans gehen mit Heinrich, Estre, Julien Andlauer und Nico Müller gleich vier Porsche-Piloten für andere Teams an den Start und kämpfen um den Klassensieg in der LMP2-Kategorie. Porsche kann die Freigabe locker erteilen, weil es in der WEC nicht zu einem Duell mit dem eigenen Arbeitgeber kommt. Das würde 2027 auch im Falle von Vanthoor gelten.
Laurin Heinrich: Porsche-Karriere im Eiltempo
Vanthoor, der vor seinem zehnten Jahr bei Porsche Motorsport steht, fand warme Worte für seinen jungen Nachfolger im IMSA-Aufgebot: "Ich schätze Laurin hoch ein, seit ich ihn zum ersten Mal getroffen habe. Er hat das verdient."
Tatsächlich hat sich Heinrich den Aufstieg innerhalb kürzester Zeit erarbeitet: Ende 2025 bestritt er erstmals ein Rennen im Porsche 963 beim WEC-Finale in Bahrain, überzeugte die Verantwortlichen und kam 2026 zunächst als dritter Fahrer in der IMSA zum Zuge. Was folgte, war ein Märchen im Schnelldurchlauf: Heinrich gewann zusammen mit Felipe Nasr und Andlauer erst die 24 Stunden von Daytona und wenig später auch noch das 12-Stunden-Rennen in Sebring.
Damit noch nicht genug: Porsche brachte Heinrich für die folgenden IMSA-Läufe beim Kundenteam JDC-Miller MotorSports unter. Mit dem Privat-Rennstall gewann er jüngst sensationell das Rennen in Laguna Seca und übernahm die alleinige Führung in der Fahrer-Meisterschaft.



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