Die Saison 2026 verlief für Williams bisher alles andere als nach Plan. Übergewicht und Zuverlässigkeitsprobleme machen dem Team aus Grove zu schaffen und auch der neunte Platz in China durch Carlos Sainz löst die Probleme nicht einfach in Luft auf. Formel-1-Experte Christian Danner äußert sich nun deutlich zur Situation bei Williams.

"Williams ist eine Riesenenttäuschung. Man ist nach hinten durchgereicht worden", übt der Experte scharfe Kritik am Team, das in der Saison 2025 den fünften Platz in der Konstrukteurswertung belegte. "Ich denke, man hat das Thema Aerodynamik einfach unterschätzt", fügt er hinzu.

Kritisiert Verstappen zu viel? Danner: Er kämpft für die F1 (30:43 Min.)

Williams stellte Entwicklung 2025 früh ein - 2026 falsch abgebogen?

Williams-Teamchef James Vowles bestätigte schon früh in der Saison 2025, dass die Entwicklung des Autos zugunsten von 2026 weitestgehend eingestellt wurde. Im Jänner letzten Jahres war bereits bekannt, wie das Chassis gebaut und die elektrische Energie 2026 eingesetzt werden würde. Doch trotz dieser frühen Umstellung auf 2026 hinkt das Team in der aktuellen Saison hinterher.

"Man hat gedacht, das ist wunderbar, es gibt keine Ground-Effekt-Autos mehr. Jetzt machen wir halt mit dem nahezu flachen Unterboden wieder das, was wir früher gemacht haben", erklärt sich der Experte die Probleme bei Williams. "Aber der Schuss ging nach hinten los."

Das größte Problem stellt weiterhin die Zuverlässigkeit des Boliden dar: Beim Saisonauftakt in Australien kamen zwar beide Piloten ins Ziel, Punkte waren jedoch außer Reichweite. In China konnte nur Carlos Sainz starten und holte mit Platz neun die ersten Punkte für das Team. Alex Albon konnte aufgrund eines Hydraulikproblems an seinem Boliden erst gar nicht ins Geschehen eingreifen.

"Ich glaube, bei Williams sollte man sich mal ganz ruhig zusammensetzen und überlegen, wer dieses Auto zu verantworten hat", schlägt Danner vor. "Man fragt sich schon, was die in der Produktion falsch gemacht haben, dass am Ende etwas rauskommt, dass so nicht geplant war."

Mercedes Power-Unit laut Danner große Herausforderung

Einen wenig planbaren Aspekt stellt auch die Mercedes-Power-Unit dar. Als Kundenteam bezieht Williams den Motor aus Brixworth, muss jedoch selbst herausfinden, wie das neue Energiemanagement optimal auf ihren Boliden abgestimmt werden kann.

"Mercedes hat dieses Jahr eine recht distanzierte Herangehensweise", beschreibt Danner die schwierige Beziehung zwischen Mercedes und seinen Kundenteams. "Die Motorenabteilung HPP aus Brixworth, sagen ja: Also Leute, wir haben euch alles gegeben, jetzt müsst ihr schon selber lernen, wie man damit umgeht."

Für ein kleines Team wie Williams stellt dies eine riesige Herausforderung dar. Selbst McLaren, als amtierender Weltmeister, hat Schwierigkeiten, das optimale Setup in der Energierückgewinnung zu finden.

Doch trotz anhaltender Probleme hat Danner Hoffnung. "Ich glaube, Williams kann auf jeden Fall wieder in das Mittelfeld, vielleicht sogar in das vordere Mittelfeld aufschließen", so der Experte. Dafür muss das Team jedoch die Probleme weitgehend in den Griff bekommen.

Könnte dies schon bald der Fall sein? Carlos Sainz denkt, dass sein Rennen in China eine gute erste Standortbestimmung war und das Team damit das Setup am Boliden verbessern könnte. Wie der Spanier zu seinen ersten Punkten in der aktuellen Saison kam, könnt ihr hier lesen: