Eine stille und andächtige Menge füllte die Basilika Santa Giustina in Padua für den letzten Gruß an Alessandro "Alex" Zanardi, der am 1. Mai im Alter von 59 Jahren verstarb. Der weiße Sarg, begleitet von seiner Ehefrau Daniela und seinem Sohn Niccolò, wurde von langanhaltendem Applaus empfangen.

Neben dem Altar platziert, nahm Zanardis Handbike eine starke symbolische Bedeutung ein: Es war nicht nur das Zeichen seiner außergewöhnlichen paralympischen Karriere, sondern auch das Emblem seiner unerschöpflichen Fähigkeit, sich nach Schicksalsschlägen immer wieder neu zu erfinden.

In der Basilika nahmen zahlreiche prominente Persönlichkeiten aus Sport, Politik und Gesellschaft Abschied. Unter den Trauergästen befanden sich der italienische Sportminister Andrea Abodi, Formel-1-Boss Stefano Domenicali sowie Ski-Legende Alberto Tomba. Auch zahlreiche Athleten von "Obiettivo3" nahmen teil - jenem Projekt, das von Zanardi ins Leben gerufen wurde, um den paralympischen Sport gezielt zu fördern.

Auch beim Formel 1-Rennen in Miami wurde das inspirierende Leben Zanardis mit einer Schweigeminute gewürdigt. Die Verbundenheit der Motorsport-Welt war deutlich sichtbar: Auf den Audi- und Mercedes-Boliden klebte ein Sticker mit den Worten "Ciao Alex", und auf der Frontpartie von Esteban Ocons Haas prangte in Großbuchstaben der Name des früheren F1-Piloten. Zanardi bestritt in den 1990er Jahren insgesamt 41 Grands Prix für Jordan, Minardi, Lotus und Williams.

Zanardi-Tribute auf Audi-Bolide
An den Seitenkästen der Audi-Boliden wurde Zanardi gedacht, Foto: IMAGO/PsnewZ
Zanardi-Tribute auf Haas von Esteban Ocon
Auch Haas zollte Zanardi Tribut, Foto: IMAGO/Zsombor Toth

Respekt weit über den Motorsport hinaus erlangte er durch seine Willenskraft. Nach seinem schweren Unfall beim Champcar-Rennen 2001 auf dem Lausitzring, bei dem er beide Beine verlor, kämpfte er sich auf beeindruckende Weise zurück in den Rennsport und das öffentliche Leben. Sein Sohn Niccolò fand bei der Trauerfeier bewegende Worte: "Man muss nicht Alex Zanardi sein, um ein wunderbares Leben zu haben, jeder kann ein wunderbares und erfülltes Leben haben. Ich wünsche allen, zuerst mir selbst, dass sie das Lächeln in den kleinen Dingen finden, denn von dort aus baut man die großen auf."

Zanardi-Tribute vor dem Fußballspiel von Parma Calcio 1 gegen FC Internazionale
Zanardi war weit über den Rennsport hnaus bekannt, Foto: IMAGO/IPA Sport
Zanardi-Tribute vor dem Fußballspiel von Parma Calcio 1 gegen FC Internazionale
Auch vor dem Match zwischen den FC Internazionale und Parma Calcio 1913 im San Siro Stadium in Milan wurde an ihn gedacht, Foto: IMAGO/IPA Sport