Williams kommt in der Formel 1 2026 auch in China nicht in die Gänge. Im Qualifying am Samstag flogen Carlos Sainz und Alex Albon im Doppelpack raus. Für beide war schon im Q1 Schluss. Die Stimmung könnte nach diesem Tiefpunkt kaum schlechter sein. Die Fahrer sind alarmiert. Selbst Cadillac scheint ein schnelleres Auto zu haben und das Übergewicht ist nicht das einzige Problem. Sorge wegen hoher Erwartungshaltung.

"Wenn wir unsere Versprechen halten wollen, müssen wir das Gewicht runterbekommen und Upgrades bringen. Dieses Jahr sollte ein gutes Jahr werden, und bisher hat es sehr, sehr schwierig begonnen", findet Carlos Sainz nach Platz 17 im zweiten Zeittraining des Jahres deutliche Worte. Der Spanier hatte 2025 in der zweiten Saisonhälfte zwei Podien geholt und bei Williams damit für dementsprechend hohe Erwartungen gesorgt.

"Wir sind alle frustriert, nicht nur ich, sondern als Team geht es uns allen gleich. Es tut weh. Es war ein schmerzhafter Winter und ein schmerzhafter Saisonstart. Es erinnert mich mehr an vor ein paar Jahren als an letztes Jahr", so Alex Albon. "Ich habe immer noch Vertrauen ins Team. Aber wir hatten so einen Höhenflug letztes Jahr und jetzt wieder dort zu sein, wo wir vorher waren - das hat dieses Jahr alles etwas mehr Bedeutung."

Albon hatte es in Melbourne zwar noch ins Q2 geschafft, war dort aber nicht über Platz 15 hinausgekommen. Diesmal blieb es bei P18. "Mit dem Auto gehen seltsame Dinge ab", sagt der Thailänder, der fast eine halbe Sekunde auf Sainz verlor. "Im Moment gibt es nichts, was wir tun können, um dieses Auto zu fixen. Ich hatte schon gedacht, dass diese Strecke unsere Offenbarung wird, aber das ist noch mehr, als ich erwartet hatte. [...] Ich bin mir sicher, dass sogar Cadillac in ein paar Kurven schneller ist!"

Übergewicht nicht die einzige Baustelle des Williams FW48

Auf den bestplatzierten Cadillac mit Valtteri Bottas am Lenkrad hatte der Thailänder zwar noch sieben Zehntelsekunden Luft, doch der Einzug ins Q2 war ebenso weit entfernt. Vor allem präsentiert sich Williams derzeit mit Abstand als schwächstes der Mercedes-Kundenteams. Alpine, die dieses Jahr erst auf die Power Units mit dem Stern gewechselt sind, hatten mit Pierre Gasly erneut ein Auto in den Top-10.

"Wir wissen, dass die Power Unit nicht unsere Schwäche ist. Diese PU ist in jeder Session auf P1", verweist Sainz auf die Mercedes-Fahrer George Russell und Kimi Antonelli. Schon vor dem Saisonstart war klar, dass der Williams FW48 an Übergewicht leidet. Bei den Testfahrten kam bereits heraus, dass das Auto rund 4,4 Kilogramm über dem Mindesgewicht von 768 Kilogramm liegen soll.

"Wir können uns nicht hinter dem Gewicht verstecken, denn letztendlich gibt es im Mittelfeld noch andere Autos, die zu viel drauf haben. Ja, vielleicht nicht so viel wie wir, oder bestimmt nicht so viel wie wir, aber die sind auch übergewichtig. Wir haben gegenüber den anderen Teams noch weitere Defizite", so Albon. "Wir haben viele Balanceprobleme mit dem Auto. Uns fehlt Anpressdruck. Es gibt außerdem Pläne, die gewissermaßen mit der Gewichtsreduzierung zusammenhängen, um das Auto etwas besser ausbalancieren zu können und ihm mehr Abtrieb zu verleihen."

Williams-Fahrer machen Druck: 2026 wird sonst ein langes Jahr

Wenn es nach Carlos Sainz geht, sollten diese Pläne schnellstmöglich in die Tat umgsetzt werden. "Wir müssen. Sonst wird es ein langes Jahr. Wir müssen uns auf die Fortschritte konzentrieren, die wir als Team erreichen können. Das was wir für die erste Saisonhälfte gebracht haben, ist eindeutig nicht einmal gut genug, um es aus dem Q1 zu schaffen. [...] Wir müssen große Schritte machen bei der Performance machen, wenn wir unseren Wert beweisen wollen", so der ehemalige Ferrari-Fahrer.

Den Anschluss an die Top-Teams dieses Jahr noch zu schaffen, schließt Albon an diesem Punkt längst aus. "Wir waren schon mal hier hinten und wissen leider, was es braucht, um nach vorne zu kommen", sagt er. "Wir müssen einfach versuchen, unsere Gegner im Mittelfeld im Entwicklungsrennen hinter uns zu lassen und die Saison in einer guten Position zu beenden. Im Moment sind wir ein ganzes Stück zurück."