Der Samstag in China lieferte für Ferrari eigentlich gute Resultate. Erst die Plätze zwei und drei im Sprint, dann ließen Lewis Hamilton und Charles Leclerc im Qualifying die Startplätze drei und vier folgen. Doch vor dem Rennen stehen sie trotz Fortschritten immer noch vor einem Problem, das schier unverrückbar scheint.
Dabei schwört Teamchef Fred Vasseur nach dem Qualifying, dass man mit stetigen Verbesserungen bei Setup und Energie-Management die Lücke langsam verkleinern würde: "Wir waren in Melbourne 8 Zehntel weg, hier im Sprint-Qualifying 6 Zehntel, und heute am Nachmittag 4 Zehntel. Daher arbeiten wir wohl in die richtige Richtung, wenn wir uns unsere Startplätze anschauen, auch wenn wir die 4 Zehntel noch bedenken müssen."
Ferrari näher dran oder nicht? China-Qualifying hinterlässt Zweifel
Leclerc ist jedoch gleich auch dabei, das einzuordnen: "Ich weiß nicht, wie Kimis Runde war. Und George hatte Probleme, vielleicht hat er sein Qualifying nicht optimiert." Tatsächlich hatte sich George Russell nach einem Defekt mit einer schlechten Runde mit kaum geladener Batterie trotzdem zwei Zehntel hinter Pole-Mann Kimi Antonelli einsortiert. Es scheint offensichtlich, dass Russell sein Auto im Ideal-Zustand deutlich schneller hätte bewegen können.
Wenngleich auch Hamilton in die andere Richtung relativiert: "Es war nicht so gut wie das Sprint-Qualifying. Viele Rutsche. Der Wind war mit meiner Balance denke ich sehr schwierig, das muss ich mir anschauen. Deshalb die vielen Fehler." Hamilton hatte seinen ersten Q3-Versuch auch völlig verhaut. Erst im zweiten Schuss knackte er Leclerc: "Es hätte definitiv viel besser sein können, wenn ich in den Rhythmus gekommen wäre."
Anders Leclerc, der sich im Gegenzug damit abfindet, dass er mit dem Shanghai International Circuit noch nie warm wurde und auch 2026 wieder massenhaft Setup-Änderungen versucht hat, ohne Erfolg: "Ganz ehrlich? Ein Zehntel auf der Strecke hinter Lewis ist recht zufriedenstellend, auch wenn es weh tut, das zu sagen, weil du immer der Schnellere sein willst. Aber er hat den besseren Job gemacht."
Ferrari in bester Position für Raketenstarts in China - aber wofür eigentlich?
Eine rote Startreihe zwei ist nun aber perfekt für das, was die Formel 1 nach einem Rennen und einem Sprint eigentlich schon am Start erwartet. Nämlich einen Hamilton und einen Leclerc, die sich viel schneller als alle anderen aus ihren Startboxen katapultieren und innerhalb weniger Kurven die Führung von Mercedes übernehmen.
"Da scheinen wir flexibler mit unserer Energie, und sie haben Probleme, und sobald du dann beginnst zu kämpfen, verlierst du so viel mit der Batterie, dass es einen Schneeball-Effekt auslöst", analysiert Leclerc. "Und wir konnten sie einbremsen und kämpfen. Hoffentlich geht das auch morgen. Das macht das Racing im Cockpit und auch von außen gesehen aufregend."
Doch nachhaltig scheint das nicht. Bei Ferrari schätzt man, dass der Mercedes im Renn-Trimm in Wahrheit eine gute halbe Sekunde schneller ist. "Es ist äußerst unwahrscheinlich, dass wir sie im Rennen schlagen können", meint Hamilton. "Das mag man im ersten Rennen nicht gesehen haben, aber bei freier Fahrt sind sie uns momentan über."
Die spektakulären Kämpfe in den ersten Runden erkauft man sich dann teuer, erklärt Hamilton: "Es ist richtig, richtig schwierig, mitzuhalten, und du siehst einfach, dass sie mehr Leistung haben, sie ziehen einfach länger weg. Deswegen bin ich am Vormittag [im Sprint] eingebrochen. Ich versuchte, es durch die Kurven wettzumachen, aber das hat keinen Unterschied gemacht, und ich habe nur meine Reifen gekillt."
Hamilton musste deshalb im Sprint nach fünf Runden aufstecken und George Russell ziehen lassen. Auf den in Mitleidenschaft gezogenen Reifen konnte er sich dann auch nicht mehr gegen Leclerc wehren. Genau das, vermutet Ferrari, blüht ihnen am Sonntag in China erneut. Über die Qualifying-Überlegenheit zerbricht man sich ebenfalls den Kopf. Vor allem Hamilton:



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