Die Formel-1-Weltmeister von McLaren mühen sich auch in China hinter Mercedes ab. Im Qualifying für das Rennen am Sonntag war diesmal auch Ferrari wieder schneller. Der McLaren MCL40 des Jahrgangs 2026 vermag schlichtweg nicht in die weltmeisterlichen Fußstapfen seiner Vorgänger zu treten. Oscar Piastri stützt seine Hoffnungen auf die bekannt starke Weiterentwicklung von McLaren. Teamchef Andrea Stella macht Mut. Schon in Miami soll es eine Upgrade-Offensive geben.

"Hoffentlich bekommen wir ein paar Upgrades wie 2023", hofft Oscar Piastri, der im Zeittraining den fünften Platz vor Teamkollege Lando Norris belegte. Im Q3 fehlte auf die Pole Position von Kimi Antonelli eine halbe Sekunde. Ferrari war rund anderthalb Zehntelsekunden voraus. "Ich denke, wo wir gelandet sind, ist ziemlich repräsentativ", stellt der Australier fest. "Wir sind etwas näher herangekommen, aber immer noch eine halbe Sekunde hinten. [...] Wir müssen mehr Grip finden, das ist momentan die größte Baustelle."

Im Jahr 2023 kämpfte sich McLaren nach einem desolaten Saisonstart an die Spitze des Verfolgerfelds zurück. In den ersten acht Saisonrennen holte das Team im Durchschnitt nur 1, 88 Punkte pro Rennen. Daraufhin gab es beim Grand Prix von Österreich ein Upgrade für den McLaren MCL60. In der Folge erhöhten Lando Norris und Oscar Piastri auf 20,36 Punkte pro Rennen und beendeten das Jahr für das Team als Vierter in der Konstrukteursweltmeisterschaft.

McLaren kündigt Upgrades für Formel-1-Rennen in Miami an

Ganz so dramatisch wie vor drei Jahren bewertet Andrea Stella die Lage derzeit allerdings nicht. "Es gibt einen grundlegenden Unterschied zu 2023. Dieses Auto, das wir im Moment haben, ist eine solide Plattform. Wenn überhaupt, ist es etwas unterentwickelt. Es gibt an dem Auto nichts, was vom Konzept her nicht stimmig ist. Es muss nur weiterentwickelt werden", erklärt der Italiener.

"Im Jahr 2023 mussten wir einige Designs korrigieren. Wir mussten unterschiedliche aerodynamische Konzepte verfolgen, denn das Konzept aus 2022 und zu Beginn von 2023 hätte uns nicht weit gebracht. Bei diesem Auto jetzt geht es mehr darum, die Entwicklung anhand der Prinzipien zu verfolgen, die wir schon für die richtigen halten. Die hinkt der von Mercedes und Ferrari im Moment noch etwas hinterher."

Nachdem McLaren die Defizite des MCL40 schon bei den Testfahrten eruierte, liegt das Team mit der Weiterentwicklung derzeit voll im Plan. "Wir haben uns dazu auch von den anderen Autos inspirieren lassen und jetzt setzen wir diese beiden wichtigen Informationsquellen zusammen, und designen neue Teile. [...] In der Entwicklung geht es gerade gut voran. Ich würde erwarten, dass sich das Auto in den kommenden Rennen signifikant verbessern wird, besonders ab Miami", kündigt Stella an. "Wir müssen dabei aber natürlich auch die Entwicklungsrate der anderen Teams berücksichtigen, denn ihre Autos werden sich auch verbessern. Hoffentlich können wir es wie 2023 machen und schneller als sie entwickeln."

McLarens Formel-1-Auto hat 2026 zu wenig Downforce

Mit der Power Unit von Mercedes machen die Ingenieure von McLaren stetig Fortschritte, sodass die Limitationen auf Seiten des Chassis immer deutlicher werden. "Ich glaube, wir haben jetzt einen besseren Überblick darüber, was wir von der Power Unit wollen und wie wir das umsetzen können, und wir leisten in dieser Hinsicht einfach bessere Arbeit. Aber leider kann man fehlenden Grip nicht ausgleichen", sagt Piastri.

"Was die Kurven angeht, ist unser Rückstand ziemlich ähnlich wie in Australien. Das hängt meiner Meinung nach damit zusammen, dass wir nicht genug aerodynamischen Abtrieb haben. Ich denke, wir alle wissen mittlerweile ziemlich genau, wie man die Reifen im Qualifying einsetzt. Das Qualifying ist also ein guter Anhaltspunkt, um zu sehen, wie groß der Rückstand aus aerodynamischer Sicht tatsächlich ist", erklärt Stella.

"Unsere aktuelle Leistungsbewertung sieht immer noch wie in Australien aus, wo ich sagte, dass etwa 50 Prozent des Rückstands auf die Ausnutzung der Power Unit zurückzuführen waren und die anderen 50 Prozent auf den Grip in den Kurven."