Für Williams begann der Formel-1-Sonntag in China mit dem nächsten Rückschlag. Die Technik verhinderte den Start von Alex Albon im Rennen. Das Wochenende, das von schlecht zu katastrophal verkommen zu drohte, hatte am Ende einen Retter. Vom Mittelfeld-Chaos unbeeindruckt fuhr Carlos Sainz in Shanghai nahezu sensationell auf Platz neun. Die ersten WM-Punkte für Williams in 2026 waren dabei alles andere als ein Zufallsprodukt.
"Ich hatte einen mega Start in Melbourne, hier im Sprint und heute noch einen. Wenigstens in dem Bereich kann ich etwas zeigen, weil der Fahrer hier einen Unterschied machen kann", freut sich Sainz, der im Qualifying nicht über P17 hinausgekommen war. Nach Runde eins lag er bereits an elfter Position - drei davon gab es allerdings schon vor dem Rennen geschenkt. Nicht nur Alex Albon konnte nicht teilnehmen. Auch die McLaren-Fahrer Oscar Piastri und Lando Norris sowie Gabriel Bortoleto im Audi waren aufgrund technischer Probleme nicht dabei.
Carlos Sainz taktiert sich zu ersten WM-Punkten des Jahres
Nichtsdestotrotz zeigte Sainz bereits im frühen Rennverlauf, dass der an Übergewicht leidende Williams FW 48 im Renntrimm der Konkurrenz nicht so deutlich hinterherhinkt wie im Qualifying. Im Mittelfeld hielt er den Anschluss an die Punkteränge. In der neunten Runde nutzte er die Safety Car Phase wegen des Ausfalls von Aston-Martin-Fahrer Lance Stroll für einen frühen Boxenstopp.
Mit dem harten Reifen musste er daraufhin bis zur Zielflagge nach 58 Runden ausharren. In der Schlussphase wehrte er Franco Colapinto im Alpine trotz stumpfer Waffen erfolgreich ab und behauptete den neunten Platz. "Wir haben bis zum Schluss alles richtig gemacht, was uns auf diese Position gebracht hat. Wenn man mir das vor dem Rennen gesagt hätte, ich hätte es für höchst unwahrscheinlich gehalten. Aber ich habe mich gegen Franco gut verteidigt und dafür die blauen Flaggen genutzt", erklärt Sainz. Am Ende lag er weniger als eine Sekunde vor dem Argentinier.
Williams muss an allen Fronten härter arbeiten
In der Konstrukteursweltmeisterschaft liegt Williams dank seiner zwei Zähler jetzt punktgleich mit Audi auf Platz acht. Wichtiger war für Sainz jedoch ein problemfreies Rennen. "Ich bin in Melbourne mein ganzes Rennen mit gebrochenem Frontflügel gefahren, also konnte ich die Balance des Autos nicht bewerten. Diesmal hat alles wie erwartet funktioniert und das gibt mir und dem Team hoffentlich eine gute erste Standortbestimmung mit dem Auto unter Rennbedingungen. Damit können wir das Setup hoffentlich verbessern", so der 31-Jährige.
Die größten Sorgen bereitet Sainz nach wie vor die Anfälligkeit des Autos. "Wir haben nicht das zuverlässigste Auto. Dass Alex nicht mitfahren konnte und ich so viele Trainings verpasst habe, und wir so viele Defekte haben - wir müssen uns ranhalten, denn wir haben zu viele Probleme in zu vielen Bereichen. Wir müssen als Team wirklich tiefer graben", mahnt Sainz.
Mit den unerwarteten WM-Punkten hofft er seine Mannschaft wachgerüttelt zu haben: "Ich hoffe, dass diese zwei Punkte als Motivation dienen. Ein bisschen extra Motviation für jeden, sich zuhause noch mehr reinzuhängen. Denn wir sind nicht da, wo wir sein wollten und wo wir angekündigt hatten, dieses Jahr zu sein."


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