Ferrari war im China-GP der Formel 1 erneut Hauptquelle des Entertainments. Keinen Mucks machte das Team, während sich Charles Leclerc und Lewis Hamilton um Kampf um die Podestplätze bis zum Kontakt bekriegten. Die Konkurrenz, und vielleicht auch das eigene Team, kann es kaum glauben, dass das gut ging. Und Lewis Hamilton seinen Podiums-Fluch beendet hat.
Mercedes war für Ferrari am Sonntag in China wie erwartet außer Reichweite, obwohl Hamilton am Start sich gleich wieder die Führung schnappte. Doch Kimi Antonelli fuhr eine Runde später wieder an ihm vorbei und davon. Ab da begannen sich Hamilton und Leclerc erst einmal mit George Russell im zweiten Mercedes zu streiten. Russell überholte sie beide, doch nach einem frühen Safety Car schlüpften sie wieder durch.
Russell staunt über Ferrari: Aggressivstes Duell seit langem
Ab da ging es richtig zur Sache. Leclerc feuerte in Runde 24 den ersten Schuss in der Haarnadel und bremste sich vorbei. In den folgenden drei Runden wechselten die beiden wiederholt die Plätze, in der Haarnadel, in der ersten Schneckenkurve, aber bald attackierten sie sich auch in äußerst ungewöhnlichen Ecken wie die Kurven-Kombination 8-9.
Dabei wurde es immer riskanter. Russell auf P4 wagte sich lange da gar nicht zu nahe ran: "Ich habe nur darauf gewartet, dass die zwei kollidieren. Aber irgendwie sind sie es nicht. Das war das aggressivste Racing, das ich seit langem gesehen habe." Erst als sich Leclerc in Runde 27 einmal durchgesetzt hatte und kurz Ruhe einkehrte, nutzte Russell die Chance und überholte innerhalb von drei Runden beide.
Während der Mercedes nun davonfuhr, schlug Hamilton zurück. Bis gut 10 Runden vor Schluss wurde hitzig weitergekämpft, ehe Hamilton - für den es um das erste Podium in einer bislang verhexten Ferrari-Karriere ging - sich durchsetzen konnte.
Ferrari will nicht eingreifen: Wäre Hamilton & Leclerc gegenüber unfair
"Ich denke, an einem Moment haben wir uns berührt, aber es war leicht, nur ein Kuss, das ist okay", freut sich Hamilton nach dem Rennen. Andere Teams hätten vielleicht eingegriffen, nicht aber Ferrari-Teamchef Fred Vasseur: "Das Duell zwischen unseren beiden Fahrern war aufregend, da musste ich sogar meinen Puls checken! Ich vertraue beiden, und wollte die Plätze nicht einfrieren, das wäre unfair gewesen."
"Sie sind Profis, und der Kampf heute war gut für das Team und für den Sport", ist sich Vasseur sicher. Seine Fahrer sind beide nicht minder begeistert. "Es war Wahnsinn im Auto, fühlte sich wie im Kart an, hin und her, hin, und her, und du konntest dein Auto so richtig gut positionieren, dass nur ein Blatt Papier Platz hatte", beschreibt Hamilton. "Ich denke, das ist das Zeichen von zwei tollen Fahrern und Respekt."
Leclerc klingt ähnlich: "Es war ein sehr hartes, aber faires Duell. Und auch mit viel Taktik im Cockpit, das ist richtig cool. Mit dem Kampf um den Overtake, wo wir beide davor sehr früh bremsen, wie du deine Energie kontrollierst und einsetzt, das war ein sehr unterhaltsames Rennen."
"Ich weiß nicht, ob das Team es auch so sagen würde, aber ich hatte richtig Spaß", meint Leclerc, obwohl er als Vierter und damit als Verlierer vom Platz ging. "Letztendlich war Lewis einfach stärker, ich freue mich über sein Podium. Zu verlieren ist natürlich enttäuschend, aber ich weiß, dass ich alles gegeben habe. Lewis war an diesem Wochenende einfach stärker."
Für Ferrari ging es letztendlich aber nur um Ehre und um den dritten Platz. Mercedes war nicht einzuholen, und er Rennsieger heißt zum ersten Mal Kimi Antonelli. Hier gibt es seine Reaktion zum ersten Sieg:



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