Für Audi war das zweite Formel-1-Rennen des Teams in China am Sonntag eines zum Vergessen. Erneut wurden die Ingolstädter noch vor dem Start von technischen Problemen lahmgelegt, wieder hatte der Hersteller nur ein Auto im Rennen. Diesmal musste Gabriel Bortoleto zuschauen, während Nico Hülkenberg endlich sein erstes Rennen in der Saison 2026 absolvieren konnte. Für den Routinier hätte es in der Ausfallorgie in Shanghai vielleicht sogar Punkte gegeben - wäre da nicht dieser eine Boxenstopp gewesen.
"Ohne das Problem, das wir heute beim Boxenstopp mit dem Schlagschrauber hatten, können wir ohne Weiteres denken, dass Nico locker in den Punkten gelandet wäre", erklärt Audi-Teamchef Jonathan Wheatley nach dem Rennen. Der Emmericher war das einzige Eisen im Feuer, nachdem diesmal Gabriel Bortoleto von einem Problem im Grid lahmgelegt wurde und nicht am Rennen teilnehmen konnte.
"Das Auto wird jetzt zerlegt, ich kann also noch nicht sagen, was der Fehler war. Aber ich denke, es war ähnlich wie bei Nico", so Wheatley. "Es ist enorm frustrierend. Das ist das zweite Rennen in Folge, in dem wir nur mit einem Auto das Rennen gestartet sind. Für Gabriel ist das sehr enttäuschend und im Namen des Teams entschuldige ich mich dafür bei ihm. Darauf müssen wir in Sachen Zuverlässigkeit im Moment den Fokus legen."
Nico Hülkenberg von Safety Car und Boxenstopp ausgebremst
In Australien hatte der Brasiliener sein Team mit seinem neunten Platz und einem Punkteresultat über die Nicht-Teilnahme von Nico Hülkenberg hinwegtrösten können. Seinem Teamkollegen war das in China nicht vergönnt. Nachdem er am Start zunächst auf die 15. Position zurückgefallen war, kämpfte sich der 38-Jährige in der Anfangsphase in die Top-10 zurück. Als in Runde zehn wegen des Ausfalls von Lance Stroll das Safety Car kam, spielte das seiner Strategie jedoch nicht in die Karten.
"Natürlich brauchen wir bessere Starts, das ist die eine fundamentale Sache. Aber der Rest, was unsere Strategie angeht, auf dem harten Pirelli-Reifen zu starten und dann dieses Safety Car zu haben, hat uns sicherlich nicht geholfen", erklärt Hülkenberg, der auf seinem Startreifen daraufhin bis Runde 35 draußen blieb. Zu diesem Zeitpunkt lag er auf Platz acht, doch der Wechsel auf Medium warf ihm den nächsten Knüppel zwischen die Beine.
Das von Jonathan Wheatley angesprochene Schlagschrauber-Problem führte zu einer Standzeit von 16,16 Sekunden. Dadurch fiel er auf die 16. und zu diesem Zeitpunkt vorletzte Position vor Fernando Alonso im Aston Martin zurück. Die Zielflagge sah er nach 58 Runden als Elfter - zehn Sekunden nach Carlos Sainz, der im Williams den neunten Platz belegte.
Audi-Teamchef rügt verpasste Chance auf Formel-1-Punkte
Bei nur 15 Autos im Ziel ärgert sich Wheatley besonders um die verpasste Chance auf Punkte. "Das macht es noch frustrierender, denn wenn du zwei Autos im Rennen hast, dann hast du vielleicht zwei in den Punkten", so der Brite. "In einem Rennen wie diesem kann man so leicht in die Punkte kommen, wenn du einfach nur auf der Strecke bleibst", trauert auch Bortoleto der Möglichkeit nach.
Neben ihm konnten auch beide McLaren-Fahrer sowie Alex Albon im Williams nicht an den Start gehen. "Wir haben viel Arbeit vor uns, aber wenn man sich das Feld anschaut, haben alle Probleme. Autos bleiben stehen, schaffen es nicht an den Start. Wir sind nicht die Einzigen mit Hausaufgaben. Ich denke, das Potenzial ist da, um im Mittelfeld voll dabei zu sein", sagt Hülkenberg.
China gibt Audi Formel-1-Hausaufgaben für Japan mit
Das Wochenende in China war für Audi aber auch in Sachen Performance eine erste Standortbestimmung, die Hausaufgaben aufgibt. "Diese Rennstrecke hat unsere Schwächen in vielen Bereichen offengelegt. Eine interessante Sache war die Fahrbarkeit [der Power Unit] in Rennsituationen. Das ist für uns immer noch eine Herausforderung, die es in den Griff zu bekommen gilt. Nico hatte da in Kurve sechs eine Situation, wo es schwer war zurückzukommen, weil du den Motor zurück in sein Arbeitsfenster bekommen musst", sagt Wheatley.
Nach dem Auftakt blieb nur eine Woche bis Shanghai. In den nun zwei Wochen bis zum dritten Saisonrennen in Japan erhofft sich das Werksteam einen größeren Fortschritt. "Wir können uns da erstmal richtig sortieren, bevor es dorthin geht. Es ist ein unglaublicher Kurs und ich bin mir im Moment nicht sicher, ob er in unsere Stärken oder Schwächen spielt. Wir haben mit unseren beiden Autos noch nicht ausreichend Kilometer absolviert, um zu verstehen, was unseren Stärken passt oder was unsere Schwächen offenlegt", so Wheatley abschließend.


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