Lewis Hamilton konnte in Barcelona seinen ersten Ferrari-Sieg einfahren, Charles Leclerc musste sein Auto in Folge eines Defekts abstellen. Doch schon vorher lief sein Formel-1-Rennen nicht optimal – angefangen beim Startplatz, den er durch seinen Crash im Qualifying verursachte. Fest steht auch für den Monegassen: Ferrari hat mit dem neuen Update ein Auto geliefert, das um den Sieg kämpfen kann.
Das heißt: "Jetzt liegt es an mir, wieder in die Spur zu kommen", so Leclerc. "Ich muss jetzt mit Lewis mithalten, was seit Kanada nicht mehr der Fall war."
Charles Leclerc mit Defekt an Servolenkung
Abgesehen von Leclercs Pace hätte der Monegasse in Barcelona allerdings so oder so keine Punkte einfahren können. In Runde 62 musste er seinen SF-26 abstellen. Grund: Die Servolenkung des Ferraris fiel auf dem Weg in Kurve drei aus. Leclerc musste den Weg über den Kies nehmen. Ohne Servolenkung sind die modernen Formel-1-Autos nicht mehr fahrbar. Doch nicht nur die fiel aus. "Ich hatte keine Gänge und auch keine Bremsen, also wäre weiterfahren schwierig gewesen."
Leclerc fuhr seine letzte Runde kurz vor Rennende entsprechend langsam zu Ende und stellte seinen Ferrari ab. Ohne den Defekt und dank des Defekts von Kimi Antonelli wäre der Monegasse wohl auf Position fünf gelandet. Doch auch so hatte Leclerc bereits über 30 Sekunden Rückstand auf Teamkollege Lewis Hamilton.
Zum einen lag das laut Leclerc an der Strategie. "Die zwei Boxenstopps waren meiner Meinung nach ein kleiner Fehler meinerseits", so Leclerc. Hamilton hingegen bevorzugte von Anfang eine 3-Stopp-Strategie. "Ich glaube, die drei Stopps wären etwas besser gewesen." Doch schwerwiegender war ein anderes Problem, für das er selbst verantwortlich war. "Das war der Start von P10."
Leclerc sortierte sich zwar schon nach dem Rennstart direkt in die Reihe der Top-Autos ein, brauchte allerdings einige Runden bis er an Oscar Piastri vorbeikam. Max Verstappen überholte er zwar zwischenzeitlich, fiel durch einen Undercut von Red Bull allerdings wieder zurück.
Leclerc optimistisch: Ferrari-Update funktioniert, nur ich brauche Neustart
Am Auto sieht Leclerc durch das große Ferrari-Update in Barcelona Fortschritte. "Wir haben an diesem Wochenende einen großen Schritt nach vorne mit dem Auto gemacht, insbesondere beim Reifenmanagement", so Leclerc. Das machte sich beim heißen Wetter in Barcelona prompt bemerkbar, sowohl bei Leclerc als auch bei Lewis Hamilton.
Doch auch Leclercs eigenes Gefühl im Auto war besser. Unter anderem auch dank der neuen Bremsen. Über die von Brembo beschwerte er sich in Monaco noch lautstark. "Es geht nicht nur um die Bremsen, es ist alles ein bisschen besser. Dieses Wochenende war insgesamt besser", so Leclerc.
Den Crash im Qualifying will er damit aber noch nicht abhaken. "Angesichts dessen, was gestern passiert ist, muss ich einfach einen Neustart hinlegen. Ich muss in Österreich zurückkommen und alles zusammenbringen."
Top 4 Fahrer Weltmeisterschaft Tabelle nach Barcelona GP
| Fahrer | Punkte | Differenz |
|---|---|---|
| Kimi Antonelli | 156 | 0 |
| Lewis Hamilton | 115 | - 41 |
| George Russell | 106 | - 50 |
| Charles Leclerc | 75 | - 81 |
Das wäre auch in Sachen Weltmeisterschaft wichtig. Für Leclerc war es nach dem Unfall in Monaco die zweite Nullnummer in Folge. Auf Lewis Hamilton fehlen ihm mittlerweile 40 Punkte. Auf WM-Leader Antonelli 81. Sollte der erstarkte Ferrari im Kampf um die WM einen Wörtchen mitreden können, hat Leclerc schon jetzt ein großes Handicap. Barcelona verlässt er deswegen alles andere als zufrieden. "Das Hauptgefühl, das ich auf dem Heimweg haben werde, wird Enttäuschung sein."
Vor seinem Heimrennen in Monaco verlängerte Charles Leclerc seinen Vertrag. War das die richtige Entscheidung? Wir haben im folgenden Video mit Christian Danner darüber diskutiert. Jetzt anschauen!



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