Erst hatte er kein Glück, dann kam auch noch Pech dazu: Bitterer hätte das Formel-1-Rennen in Barcelona für Nico Hülkenberg kaum laufen können. Einmal mehr hatte der Audi-Pilot die Pace, um seine ersten WM-Punkte der Saison 2026 zu holen. Einmal mehr machte ihm aber das Schicksal - und auch eine strategische Fehlentscheidung - einen Strich durch die Rechnung.
Als Hülkenberg auf Platz neun liegend mitten im Duell um die Mittelfeld-Spitze mit Liam Lawson plötzlich in Runde 29 in die Boxengasse abbog, sah vieles nach dem nächsten Audi-Defekt aus. Tatsächlich aber war es eine unglückliche Fügung, die statistisch kaum möglich ist.
Absurder Schaden durch Kieselsteine für Nico Hülkenberg
Lawson wirbelte im Schlusssektor direkt vor Hülkenberg Kieselsteine auf, die den Emmericher mit voller Wucht erwischten. Aus der Onboard sind die Einschläge deutlich zu hören, das Spiegelgehäuse samt Spiegelglas wurde komplett durchschlagen. Auch in der Fahrzeugnase befand sich anschließend ein Loch.
All das wäre noch zu verschmerzen gewesen, doch ein Kieselsteinchen traf die rote Lasche neben der Airbox, woraufhin das Auto komplett abschaltete. Die Lasche ist an einen sogenannten Killswitch gekoppelt, der es den Streckenposten im Gefahrenfall ermöglichen soll, das Auto komplett abzuschalten und den Feuerlöscher zu aktivieren. Der Feuerlöscher ging nicht los, der Motor aber aus.
Der Schwung reichte noch aus, um durch die Schlusskurven bergab in die Boxengasse zu rollen, dort war Hülkenbergs GP dann aber beendet. "Ich habe so etwas in meiner ganzen Karriere noch nicht gesehen", meinte Hülkenberg nach dem Ausfall. Auch Lawson, der im Rennen an der Stelle mehrfach leicht neben der Strecke war, konnte Hülkenbergs Pech nicht glauben. "Ernsthaft? Das ist unmöglich", reagierte er auf die Nachricht des Ausfallgrundes.
Audi-Strategie bei Nico Hülkenberg sorgt für Fragezeichen
Der Ausfall ist für Hülkenberg und Audi doppelt bitter. Denn eigentlich hätte Hülkenberg zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr hinter dem Neuseeländer sein dürfen. Nach einem - vor allem für Audi-Verhältnisse - ordentlichen Start fand sich der 38-Jährige hinter Lawson wieder, wo er auch gestartet war.
Hülkenberg hatte sichtlich mehr Pace, kam aber nicht vorbei. Als Lawson in Runde 11 in die Boxengasse abbog, kam Audis große Chance: Weil die Racing Bulls ein Problem mit dem Schlagschrauber hatten, dauerte der Boxenstopp 6,28 Sekunden.
Doch statt Hülkenberg direkt in der nächsten Runde an die Box zu holen, zögerten die Strategen und warteten eine weitere Runde. Dadurch konnte Lawson die Pace der frischen Reifen nutzen, machte die verlorene Zeit wieder gut und blieb direkt vor Hülkenberg.
"Auch die Tatsache, dass am Ende noch zwei Autos ausgefallen sind, war sehr unglücklich", ärgerte sich Hülkenberg. Durch die Ausfälle von Kimi Antonelli und Charles Leclerc gab es als Best of the Rest Platz sieben statt Platz neun zu holen.
"Der Renngott will nicht, dass wir Punkte holen", so Hülkenberg. An den vergangenen Wochenenden war es oftmals das Qualifying, das nicht ganz rund lief, obwohl die Pace über weite Strecken der Saison gut war. In Monaco hinderte ihn ein Schaden am Unterboden am ersten Q3-Einzug der Saison. In Barcelona hatte er den Sprung in das letzte Qualifying-Segment erstmals geschafft.



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