Der Bann ist gebrochen: Lewis Hamilton ist ein Ferrari-Sieger! Der Rekord-Weltmeister sichert sich beim Großen Preis von Barcelona nach einer 3-Stopp-Strategie seinen ersten Grand-Prix-Sieg in Rot und holt damit seinen 106. Erfolg in der Formel 1. Pleite für Mercedes: Kimi Antonelli fällt nach Defekt aus. Auch Charles Leclerc erreicht das Ziel nach einem technischen Gebrechen nicht.

Das Ergebnis: Lewis Hamilton überquerte die Ziellinie mit 19 Sekunden Vorsprung. Er hatte in der 41. Runde eine VSC-Phase für den ausgerollten Aston Martin von Fernando Alonso für einen günstigen dritten Boxenstopp genutzt, was ihm den Sieg absicherte. Aber auch ohne diesen hatte er dank seiner Strategie gute Aussichten auf den Erfolg gehabt.

Später Defekt für Kimi Antonelli

George Russell musste sich mit Platz 2 zufriedengeben, nachdem eine 2-Stopp-Strategie von Mercedes scheiterte. Lando Norris landete nach einem bitteren Defekt von Andrea Kimi Antonelli sechs Runden vor Schluss auf der dritten Position, während Max Verstappen mit einer 3-Stopp auf den vierten Rang fuhr. Oscar Piastri profitierte von dem technischen Defekt von Charles Leclerc und landete damit auf P5.

Isack Hadjar erreichte das Ziel auf dem sechsten Rang und rundete damit die Topteams ab. Das Mittelfeld befand sich im Griff von Alpine. Pierre Gasly und Franco Colapinto sammelten auf den Rängen 7 und 8 Big Points für die Franzosen. Mit Liam Lawson und Arvid Lindblad auf P9 und P10 holten auch die Racing Bulls doppelte Punkte.

Keine Zähler gab es für Audi, das es nur mit Gabriel Bortoleto auf P11 ins Ziel schaffte. Nico Hülkenberg befand sich früh im Rennen im Kampf um die Top-10, er musste allerdings mit einem Defekt aufgeben. Der Emmericher war insgesamt einer von acht Fahrern, die nach Defekten nicht ins Ziel kamen bzw. lange an der Box standen. Die anderen waren neben Leclerc und Antonelli, Oliver Bearman, Alex Albon, Nico Hülkenberg, Valtteri Bottas und die beiden Aston Martins.

Die Highlights vom Formel-1-Rennen in Barcelona

  • Lewis Hamilton gewinnt nach 3-Stopp-Strategie
  • VSC-Phase für Alonso ebnet Ferrari den Weg zum Sieg
  • Russell und Norris landen auf dem Podium
  • Kimi Antonelli scheidet kurz vor Schluss aus
  • Charles Leclerc erleidet ebenfalls späten Defekt
  • Keine Punkte für Audi nach Hülk-Aus
  • Doppelte Punkte für Alpine und Racing Bulls

Formel 1 – WM-Stand 2026: Lewis Hamilton bleibt erster WM-Gegner von Antonelli

Die WM-Tabelle: Lewis Hamilton lag schon vor diesem Rennen auf der zweiten Position in der Formel-1-WM. Durch den Sieg konnte er seinen Rückstand auf Antonelli auf 41 Punkte reduzieren. Auch Russell machte einen deutlichen Sprung im WM-Kampf. Er liegt noch 50 Zähler zurück. In der Konstrukteurs-WM holten Ferrari und McLaren zu Mercedes auf, der Abstand ist aber nach wie vor gigantisch.

Formel-1-Startdrama bleibt aus

Der Start: Auf den ersten Metern ging es vorne ohne große Aufreger zu. Hamilton und Verstappen starteten beide auf den Softs, konnten damit aber keine Plätze gewinnen. Russell verteidigte die Führung vor Hamilton, Antonelli, Lando Norris und Verstappen. Da Isack Hadjar nicht gut wegkam und auf P13 zurückfiel, schnappte sich Oscar Piastri den sechsten Rang. Leclerc stürmte mit einem guten Start auf die siebte Position nach vorne.

Schon von den ersten Runden an stellten an der Spitze alle Fahrer auf ihren Reifenmanagement-Modus um, weshalb es keine großen Zweikämpfe gab. Nur Leclerc machte Druck auf Piastri, den er nach wenigen Runden hinter sich lassen konnte. Weiter hinten arbeitete sich Hadjar – unter anderem dank mehrerer Manöver außen in Kurve 3 – einen Platz nach dem anderen nach vorne. In Runde 9 lag er schon auf P11.

Boxenstopps: Bis zu den ersten Reifenwechseln ab Runde 11 hatte Russell seine Führung auf etwas mehr als drei Sekunden ausgebaut. Dann eröffnete Lewis Hamilton den Stopp-Reigen und schnallte als erster Fahrer harte Reifen auf. Einen Umlauf später reagierte Russell, der ebenfalls auf die härteste Mischung umstieg. Der Brite konnte dadurch die Führung abdecken.

Verstappen (Runde 12), Norris (13), Antonelli (14) und Piastri (14) stoppten ebenfalls in dieser Phase, ohne dass sich daraus allerdings eine Positionsverschiebung ergab. Verstappen war dabei der einzige Pilot, der auf Mediums ging. Alle anderen holten sich C2-Reifen ab, also die harte Mischung. Leclerc verlängerte seinen ersten Stint bis Runde 16 und führte dadurch zwischenzeitlich. Anschließend stieg auch er auf Hards um und kam vor Piastri auf P6 wieder auf die Strecke.

Ferrari spielt die Strategie-Karte

Im zweiten Stint kontrollierte Russell zunächst das Geschehen, allerdings zeigte Antonelli in der Verfolgung in dieser Phase die beste Pace hinter Hamilton. In der 27. Runde bog Hamilton schließlich an die Box ab, womit sich Ferrari auf eine 3-Stopp-Strategie festlegte. Mercedes reagierte mit keinem seiner beiden Fahrer.

Antonelli war auch in den folgenden Runden der schnellere Mercedes-Fahrer. Er schloss mit einem Pace-Vorteil von bis zu einer Sekunde zu Russell auf, doch er konnte keine Attacke setzen. In Runde 36 holte sich Russell neue Reifen ab und eine Runde später auch Antonelli. Klare 2-Stopp-Strategie. Einen Umlauf später stoppte auch Leclerc.

Hamilton fuhr in dieser Phase des Rennens mit frischen Reifen bis zu 2,5 Sekunden pro Runde an das Mercedes-Duo heran und hatte den Rückstand vor den Stopps schon auf sechs bis sieben Sekunden reduziert. Danach übernahm er die Führung, die unter normalen Umständen nur temporär gewesen wäre. Es schien auf eine Renn-Entscheidung im letzten Stint hinauszulaufen, in dem Hamilton nach seinem dritten Stopp mit frischeren Reifen wieder die Mercedes jagen würde.

Fernando Alonso: Defekt entscheidet Kampf um den Sieg

Doch in der Realität kam es anders. Denn in Runde 41 meldete Fernando Alonso einen Defekt an seinem Aston Martin und stellte diesen vor Kurve 9 im Gras ab. Eine VSC-Phase war die logische Folge. Diese erlaubte Hamilton einen günstigen Stopp, den die Ferrari-Crew in Runde 42 durchführte. Dadurch kam er noch vor den Mercedes-Fahrern in Führung liegend auf die Strecke zurück. Mit sechs Runden frischeren Reifen geriet der Sieg anschließend nie in Gefahr und er fuhr dem Feld davon.

Zwischen den Mercedes-Fahrern schob es sich erneut zusammen, da Antonelli zu Russell aufschloss. Knapp hinter seinem Teamkollegen fuhr sich der WM-Führende länger fest. In Runde 61 gelang Antonelli schließlich auf der Start-Ziel-Gerade das Überholmanöver und er übernahm Position 2.

Nur eine Runde später überschlugen sich allerdings die Ereignisse, als Kimi Antonelli zunächst einen Schaden am Frontflügel zu haben schien. Wenige Meter später rollte der WM-Führende plötzlich aus und musste seinen Wagen am Streckenrand abstellen. Praktisch gleichzeitig erlitt auch Charles Leclerc einen Defekt an seiner Servolenkung und kehrte in langsamer Fahrt an die Box zurück. Eine VSC-Phase war die Folge. Russell holte sich dadurch P2 und Norris erbte die dritte Position.