Jeder Formel-1-Fahrer hat eine Lieblingsstrecke, die ihm besonders liegt. Doch welche Rennstrecken den 20 besten Fahrern der Welt am besten liegen, ist nicht so leicht zu beantworten. Motorsport-Magazin.com wirft einen Blick in die Statistik und geht der Frage auf den Grund: Auf welchen Kursen sind Lando Norris, Max Verstappen und Co. unschlagbar?

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Kontextualisierung: Es wurden nur Strecken berücksichtigt, auf denen Fahrer drei oder mehr Rennstarts – Sprint und GP – absolvierten, um eine ausreichende Datenbasis zu haben. Ausfälle wurden nicht einbezogen. Für den Abstand zum Teamkollegen wurde die letzte vergleichbare Zeit in der Qualifying-Session analysiert. Wenn einer der zwei Fahrer im Q1 ausschied, wurde die Zeit aus dem Q1 hergenommen.

Einzig wahre Liebe: Die Meister auf einer Strecke

Punkteergebnisse bei Strecken wie dem Red Bull Ring sind mit Vorsicht zu genießen, denn das Punktesammeln bei zwei Sprints und zwei doppelten Rennwochenenden während der Corona-Zeit geht schnell. Daher sind insgesamte Punkte allein keine repräsentative Metrik. Doch mit fünf GP-Siegen und drei Sprint-Siegen ist Max Verstappen der klare Spitzenreiter und ein wahrer Spielberg-Spezialist. Im Qualifying belegt er im Schnitt Platz 3, sein durchschnittliches Rennergebnis ist der zweite Platz.

Auch Lando Norris brilliert auf dem Red Bull Ring. Mit einem Sieg, zwei Podien und einem Sprint-Podium ist es eine seiner erfolgreichsten Strecken. Im Schnitt gibt er seinen Teamkollegen 0,305 Sekunden mit. Nur der Ausfall im Jahr 2024 – aufgrund der bereits zurückgelegten Distanz wurde er noch als Letzter gewertet – zieht die durchschnittliche Position im Rennen auf 6,7 runter, ansonsten wäre es 5,2.

Dass Nico Hülkenberg nach 239 Grands Prix sein erstes Podium in Silverstone holte, war für die Statistik keine Überraschung. Die Strecke auf dem ehemaligen Flughafen-Gelände führt beim Deutschen fast alle Rubriken an, nur der Qualifying-Schnitt ist ein Ausreißer. Hier triumphiert Interlagos. Beim Großen Preis von Brasilien 2010 stand Hülkenberg das einzige Mal auf der Pole Position.

Bei George Russell ist es keine klare Angelegenheit, doch das Autódromo José Carlos Pace kristallisiert sich als Favorit des Briten heraus. In Brasilien feierte er 2022 seinen Debütsieg, im Qualifying und im Rennen schnitt er bisher sehr erfolgreich ab. Allerdings hätte Las Vegas (nur zwei Grand-Prix-Starts) mit einem Qualifying-Schnitt von 2 und einem Renn-Schnitt von 4,5 dann doch die Nase vorne.

Mit einem siebten Platz zog der Circuit of the Americas auf Yuki Tsunodas Bestenliste ein – zumindest punktemäßig. Sonst ist der Yas Marina Circuit die Hochburg des Red-Bull-Piloten. Dort erreichte er in seinem Debütjahr 2021 mit Platz vier seine bis dato beste Karriereposition. In Abu Dhabi wurde er bisher noch nie ausqualifiziert, was sich an der Seite von Max Verstappen 2025 wohl ändern wird.

FahrerKategorieStrecke
Max Verstappenmeiste GP-SiegeRed Bull Ring / Mexiko-Stadt5
meiste PunkteRed Bull Ring218
meiste PunkteergebnisseRed Bull Ring15
Ø Position: QualifyingRed Bull Ring 2,9
Ø Position: RennenRed Bull Ring2
Ø Abstand zum TeamkollegenRed Bull Ring0,329
Lando Norrismeiste GP-Siege10 verschiedene Strecken1
meiste PunkteRed Bull Ring108
meiste PunkteergebnisseRed Bull Ring9
Ø Position: QualifyingRed Bull Ring3,6
Ø Position: RennenRed Bull Ring6,7
Ø Abstand zum TeamkollegenRed Bull Ring0,305
Nico HülkenbergPodiumSilverstone1
meiste PunkteSilverstone64
meiste PunkteergebnisseSilverstone11
Ø Position: QualifyingInterlagos9,5
Ø Position: RennenSilverstone8,8
Ø Abstand zum TeamkollegenSilverstone0,337
George Russellmeiste GP-Siege5 verschiedene Strecken1
meiste PunkteRed Bull Ring64
meiste PunkteergebnisseRed Bull Ring6
Ø Position: QualifyingInterlagos5,4
Ø Position: RennenInterlagos5,9
Ø Abstand zum TeamkollegenInterlagos0,462
Yuki Tsunodameiste PunkteYas Marina / Circuit of the Americas16
meiste PunkteergebnisseCircuit of the Americas5
Ø Position: QualifyingYas Marina9
Ø Position: RennenYas Marina8,8
Ø Abstand zum TeamkollegenYas Marina0,289

Die Multitalente: Spezialisten auf zwei oder drei Kursen

Es gibt kaum eine bessere Kombination als Lewis Hamilton und Silverstone. Auf seiner Heimatstrecke macht der Rekordweltmeister seinem Titel alle Ehre. Mit neun Siegen und 345 Punkten ist er der erfolgreichste Fahrer auf einer Strecke in der 75-jährigen Geschichte der Königsklasse. Doch auch auf dem Hungaroring ist Hamilton ein mächtiger Kontrahent, besonders im Qualifying. Hier schneidet er im Durchschnitt deutlich besser ab als in Silverstone. Der britische Regen kann eben auch dem größten Spezialisten ein Bein stellen.

Oscar Piastri hat in seiner dritten Formel-1-Saison zwei Strecken, auf denen er auffällig stark performt: der Circuit de Spa-Francorchamps und der Lusail International Circuit. Die Ardennen-Achterbahn ist Piastris Lieblingskurs, wie er selbst sagt, und das zeigt sich in der Statistik. Wenn er ein Rennen in Belgien beendet, dann auf dem Podium. Nur sein Ausfall 2023 bekleckert die sonst weiße Erfolgsweste. Umso heller strahlt der Australier in Katar. Mit zwei Podien und zwei Sprint-Siegen liegt seine durchschnittliche Rennposition bei 1,8.

Der Circuit de Spa-Francorchamps ist auch ein Streckenfavorit von Esteban Ocon, ebenso wie der enge Straßenkurs in Monaco. Seinen einzigen GP-Sieg feierte der Franzose auf dem Hungaroring, in jeder anderen Kategorie überwiegen die beiden Traditionsrennstrecken. Carlos Sainz fühlt sich in Nordamerika am wohlsten, seine besten Strecken sind das Autódromo Hermanos Rodríguez und der Circuit of the Americas. In Austin stand er zweimal auf dem Podium, holte mit Williams ein Sprint-Podium und schneidet damit im Renn-Mittelmaß am besten ab, in Mexiko-Stadt ist er hingegen besser auf eine Runde.

In seinen 22 F1-Saisons fuhr Fernando Alonso bereits auf vielen Strecken, die größten Erfolge feierte er auf dem Sepang International Circuit und auf dem Hungaroring. Auch, wenn er in Budapest nur einmal auf dem Siegerpodest stand, holte er dort die meisten Punkte (auch aufs neue Punktesystem umgerechnet) sowie die besten Durchschnittswerte.

Charles Leclerc ist ein spezieller Fall unter den Spezialisten, denn der Ferrari-Pilot brilliert regelmäßig auf drei Strecken. Zur Freude der Tifosi fuhr er seine meisten Siege sowie seine durchschnittlich beste Rennposition in Monza ein. Auch der Red Bull Ring gefällt dem Monegassen, bereits fünfmal stand er hier auf dem Podium. Bekannt ist Leclerc aber für seine Performance in Monaco. Auch wenn die Rennergebnisse aufgrund von mehreren Ausfällen und Pech fehlen, ist er im Qualifying ein ernstzunehmender Gegner.

FahrerKategorieStrecke
Lewis Hamiltonmeiste GP-SiegeSilverstone9
meiste PunkteSilverstone345
meiste PunkteergebnisseSilverstone21
Ø Position: QualifyingHungaroring2,9
Ø Position: RennenSilverstone2,8
Ø Abstand zum TeamkollegenHungaroring0,161
Oscar Piastrimeiste GP-Siege9 verschiedene Strecken1
meiste PunkteSpa-Francorchamps57
meiste PunkteergebnisseLusail / Shanghai / Spa-Francorchamps4
Ø Position: QualifyingSpa-Francorchamps3
Ø Position: RennenLusail1,8
Ø Abstand zum TeamkollegenSpa-Francorchamps0,223
Esteban OconSiegHungaroring1
meiste PunkteSpa-Francorchamps39
meiste PunkteergebnisseSpa-Francorchamps9
Ø Position: QualifyingMonaco9,1
Ø Position: RennenMonaco8,2
Ø Abstand zum TeamkollegenMonaco-0,097
Carlos Sainzmeiste GP-Siege4 verschiedene Strecken1
meiste PunkteCircuit of the Americas85
meiste PunkteergebnisseMonaco / Barcelona10
Ø Position: QualifyingMexiko-Stadt7
Ø Position: RennenCircuit of the Americas5,3
Ø Abstand zum TeamkollegenMexiko-Stadt0,152
Fernando Alonsomeiste GP-SiegeHockenheimring / Sakhir / Sepang3
meiste PunkteHungaroring153
meiste PunkteergebnisseHungaroring17
Ø Position: QualifyingHungaroring7,2
Ø Position: RennenHungaroring5,4
Ø Abstand zum TeamkollegenHungaroring0,327
Charles Leclercmeiste GP-SiegeMonza2
meiste PunkteRed Bull Ring115
meiste PunkteergebnisseRed Bull Ring10
Ø Position: QualifyingMonaco5,7
Ø Position: RennenMonza4,1
Ø Abstand zum TeamkollegenMonaco0,134

Durchgemischt: Auf jeder Strecke ein Geselle

Bei manchen Fahrern sind die Erfolge so durchgemischt, dass sich keine eindeutige Lieblingsstrecke herauslesen lässt. Das ist der Fall bei Alex Albon, Pierre Gasly und Lance Stroll. Alle drei standen bereits mehrmals auf dem Podium, Gasly ist auch Grand-Prix-Sieger, doch ihre besten Ergebnisse in den Kategorien fuhren sie auf unterschiedlichen Strecken ein.

Alex Albon holte je einen Podestplatz in Sakhir und Mugello, die meisten Punkte erzielte er in Spa. In Silverstone fuhr der Williams-Pilot am öftesten in die Punkte, doch seine durchschnittlichen besten Ergebnisse im Qualifying und Rennen erzielte er in Monza.

Ähnlich sieht es bei Lance Stroll aus. In seinem Fall könnte man ein Argument für das Autodromo Nazionale Monza als seine beste Rennstrecke machen. Er fuhr einmal aufs Podium, holte mit 29 Punkten die zweitmeisten nach Melbourne und fuhr nach Sotchi und Montreal am zweitmeisten (4) in die Punkte. Mit einer durchschnittlichen Position von 11,4 qualifiziert er sich in Monza am besten, im Rennen hat er in Australien den höchsten Schnitt (8,5).

Pierre Gasly holte seinen einzigen Sieg in Monza, stand aber zweimal in Brasilien auf dem Podest und fuhr dort die meisten Punkte ein. Seine besten Qualifyings absolvierte er in Katar, seine besten Rennen in Jeddah und Monaco. Interessant ist, dass sich Gasly in den zwei bisherigen Las-Vegas-Rennen sehr gut qualifizierte, im Schnitt auf 3,5. Es bleibt abzuwarten, wie er sich Ende November schlägt.

FahrerKategorieStrecke
Alex AlbonPodiumSakhir / Mugello1
meiste PunkteSpa-Francorchamps27
meiste PunkteergebnisseSilverstone5
Ø Position: QualifyingMonza9,2
Ø Position: RennenMonza8,8
Lance StrollPodiumSakhir / Monza / Baku1
meiste PunkteMelbourne30
meiste PunkteergebnisseMontreal / Sotchi5
Ø Position: QualifyingMonza11,4
Ø Position: RennenMelbourne8,5
Pierre GaslySiegMonza1
meiste PunkteInterlagos47
meiste PunkteergebnisseSpa-Francorchamps7
Ø Position: QualifyingLusail6,7
Ø Position: RennenJeddah / Monaco7,7

Die Rookies: Bestleistungen auf neuen Kursen

Einige Fahrer im diesjährigen Kader haben noch keine volle Formel-1-Saison hinter sich, daher ist es nicht möglich, ihnen eine Spezialstrecke zuzuweisen. Aber die Rookies haben persönliche Bestleistungen abgeliefert. Isack Hadjars Karrierehöhepunkt war sein erstes Podium in Zandvoort. Den größten Abstand auf seinen Teamkollegen fuhr er in China heraus, mehr als eine Sekunde trennten Hadjar auf Platz 2 und Liam Lawson auf Platz 20 im Q1. Dafür hatte Lawson in Baku die Oberhand und fuhr mit P5 sein bestes F1-Ergebnis ein.

Kimi Antonelli stärkstes Wochenende war der Kanada GP mit seinem ersten Podium. Auch in Miami konnte er mit der Sprint-Pole und einem P3 im Qualifying aufzeigen. Sein Rookie-Kollege Oliver Bearman lieferte seine Bestleistung in den vergangenen zwei Grands Prix ab. Mit den späten Updates konnte der Haas-Pilot in Austin und Mexiko-Stadt ordentlich punkten.

Gabriel Bortoleto könnte sich zum Hungaroring-Spezialisten entwickeln. Der Sauber-Rookie erreichte Platz sechs, im Qualifying gab er Nico Hülkenberg eine halbe Sekunde mit. Franco Colapinto hatte sein bestes Wochenende bei seinem zweiten F1-Auftritt. Der achte Platz im Qualifying und Rennen beim Großen Preis von Aserbaidschan 2024 war sein bisheriges Karrierehighlight. Seine Lieblingsstrecke scheint der Baku City Circuit aber nicht zu sein, 2025 wurde Colapinto Letzter.

FahrerPodiummeiste Punktebeste Position: Qualifyingbeste Position: Rennengrößter Abstand auf Teamkollegen
Isack HadjarZandvoort: 1Zandvoort: 15Zandvoort: 4Zandvoort: 3Shanghai: 1,012
Liam Lawson-Baku: 10Baku: 3Baku: 5Baku: 0,665
Kimi AntonelliMontreal: 1Montreal: 15Miami: 3Montreal: 3Baku: 0,353
Oliver Bearman-Mexiko-Stadt: 12Circuit of the Americas: 8Mexiko-Stadt: 4Circuit of the Americas: 0,215
Gabriel Bortoleto-Hungaroring: 8Hungaroring: 7Hungaroring: 6Hungaroring: 0,495
Franco Colapinto-Baku: 4Baku: 8Baku: 8Baku: 0,329

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