Ulrich Fritz (Geschäftsführer HRT), wie fällt deine Bilanz der bisherigen Saison 2026 aus?
„Insgesamt positiv, auch wenn sich unsere Leistung noch nicht immer in den Ergebnissen widerspiegelt. In der DTM stehen nach zehn Rennen drei Podiumsplätze und die erste Pole-Position des Ford Mustang GT3 zu Buche. Arjun Maini liegt auf Rang sechs der Meisterschaft und Finn Wiebelhaus fährt ein starkes erstes DTM-Jahr. Er hat sich schnell an das hohe Niveau gewöhnt und bereits mehrfach gezeigt, welches Potenzial in ihm steckt.
Auch im ADAC GT Masters waren wir mit sechs Podien aus acht Rennen sehr konstant. Hinzu kommen die Gesamt-Pole in Monza und weitere starke Auftritte in der GT World Challenge Europe sowie auf der Nürburgring-Nordschleife, wo wir sowohl beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring als auch in Spa viele Führungskilometer absolvierten. Das zeigt, dass unser Paket auf sehr unterschiedlichen Strecken konkurrenzfähig ist.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass 2026 bislang noch der ganz große Sieg fehlt. Wir hatten mehrfach die Geschwindigkeit für ein Topresultat, konnten unser Potenzial aber nicht immer ausschöpfen – teils wegen unglücklicher Rennverläufe, teils weil bei uns nicht alle Abläufe optimal funktioniert haben.“
Welche Ziele verfolgt HRT für den weiteren Saisonverlauf?
„Für den Rest der Saison ist unser Anspruch klar: Wir wollen in allen Meisterschaften, in denen wir antreten, so erfolgreich wie möglich sein, um Podestplätze und Siege kämpfen und die Saison mit weiteren starken Ergebnissen abschließen.
Die konkreteste Titelchance haben wir im ADAC GT Masters. Niklas Kalus und Kiano Blum liegen vor den letzten vier Rennen auf Rang drei und sind noch in Schlagdistanz zur Spitze. Auch in der DTM können wir aus eigener Kraft um Podiumsplätze kämpfen. Dort wollen wir den nächsten Schritt in Richtung des ersten Sieges mit dem Mustang machen. Bei den beiden letzten Rennen des GT World Challenge Europe Endurance Cup auf dem Nürburgring und in Portimão geht es außerdem darum, unsere starke Qualifying-Leistung aus Monza endlich in ein entsprechendes Rennergebnis zu übertragen.“
Wo siehst du das größte Potenzial für weitere Verbesserungen?
„Beim Fahrzeug sind die Fortschritte klar zu erkennen. Das liegt am Evo-Paket, aber genauso an unserer wachsenden Erfahrung mit dem Mustang. 2025, in unserem ersten Jahr mit Ford, haben wir gut 90 Rennstarts absolviert. In dieser Saison sind es jetzt schon über 70. Jeder Einsatz liefert uns neue Daten und Erkenntnisse. Gemeinsam mit Ford Racing wollen wir dieses Potenzial noch konsequenter in Ergebnisse umsetzen.
Auch als Team haben wir die erste Saisonhälfte genau analysiert und offen hinterfragt, was gut funktioniert hat und wo wir besser werden müssen. Zuständigkeiten müssen an einigen Stellen klarer geregelt, Entscheidungen schneller getroffen und Abläufe effizienter gestaltet werden. Im Zuge der Weiterentwicklung wird sich HRT auch personell in einzelnen Bereichen neu aufstellen und gezielt verstärken. Das gibt uns die Möglichkeit, den Fokus noch stärker auf die sportliche Performance zu richten. Dabei geht es nicht um kurzfristige Reaktionen, sondern um tragfähige Strukturen und eine klare Perspektive. Wir verfügen über ein hervorragendes Knowhow, ein engagiertes Team und verlässliche Partner. Dieses Gesamtpaket bestärkt uns in unserem Vorhaben, den eingeschlagenen Weg konsequent fortsetzen.“
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