An allen vergangenen drei Rennwochenenden punktete Audi. Ein beachtlicher Erfolg für das neue Werksteam. Vor allem konnten Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto in diesen Rennen stets mit den Racing Bulls kämpfen. Ist Audi damit ein dauerhafter Anwärter auf die Punkteplätze der Formel 1 geworden? Renndirektor Allan McNish ist optimistisch. "Wir liefern uns ein direktes Duell mit den Racing Bulls. Ich glaube, wir haben ein ähnliches Tempo."

Racing Bulls und Audi im Vergleich: Wer ist wo schneller?

In Ungarn schlug Liam Lawson Nico Hülkenberg zwar im direkten Duell, dafür sammelte der Deutsche erstmals 2026 Punkte. In Belgien schlug hingegen Gabriel Bortoleto dank Strategie-Glück Arvid Lindblad im Kampf um den "Best-of-the-Rest"-Titel, und an den vergangenen zwei Rennwochenenden war Audi auch in Q3 zu Gast. "Ich denke, im Qualifying haben sie einen kleinen Vorteil, im Rennen haben wir einen Vorteil, aber wir liegen noch etwas hinter ihnen", so McNish.

Audi punktete zwar in den letzten drei Rennen, die Racing Bulls dafür allerdings sogar in den letzten sieben. Nur in Miami blieb das Team punktelos. Mit 66 zu 12 Punkten liegen die Racing Bulls in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft auch vor Audi. Trotzdem: Mit Hülkenbergs Punkten in Ungarn hat sich das Team vor Williams in der Meisterschaft geschoben.

Den Sprung von Audi führt McNish dagegen vor allem auf das Update-Paket des Teams in Österreich zurück. Unter anderem nahm das Team Anpassungen an Unterboden, Hinterachse und Frontflügel vor. "Das hat uns sehr geholfen, besonders in den langsamen Kurven, in denen wir zuvor etwas schwächer waren. Wir haben uns auch angepasst und konnten, würde ich sagen, die Fahrbarkeit für den Fahrer verbessern."

Auf den Geraden dagegen hat Audi mit der eigenen neuen Power-Unit noch einen Nachteil gegenüber der Racing Bulls. Allerdings liegt das Team damit sogar etwas über den Erwartungen des Renndirektors. "Was die reine Pace angeht, sind wir ehrlich gesagt ein bisschen weiter vorne als erwartet. In manchen Bereichen sind die Racing Bulls besser, in anderen wir. Aber in dieser Position zu sein und mit beiden Autos konstant zu fahren, ist sehr gut."

Wann kommen die nächsten großen Audi-Updates?

Insgesamt ist der Audi-Plan aber langfristig ausgelegt. Bis 2030 will das Team Rennen gewinnen. Bis dahin ist es allerdings ein weiter Weg. Durch das Budget-Cap muss Audi sich an budgetäre Grenzen halten und die eigenen Updates sorgfältig planen.

"Man kann nicht alles auf einmal ausgeben, weil man dann später nichts mehr hat, womit man reagieren kann", so McNish. "Es muss eine kontrollierte Erwartungshaltung über mehrere Saisons sein."

Daher soll das nächste große Motoren-Update beispielsweise erst 2027 an den R26 kommen. "Bis dahin würde ich nicht erwarten, etwas Großes an der Power Unit zu sehen." Bisher gewann Audi auf der Motoren-Seite vor allem durch ein höheres Verständnis der Systeme und ein kleines Update in Barcelona, das vor allem die Fahrbarkeit verbesserte. Die großen Updates bezogen sich auf das Chassis. Auf dieser Seite gibt es allerdings gute Nachrichten für alle Audi-Fans. "Das werden wir definitiv in der zweiten Jahreshälfte 2026 wieder etwas tun."

Bezüglich des Rennkalenders laufen die Verhandlungen weiter. Wo findet das Finale statt sollte Abu Dhabi ausfallen? Das und mehr diskutieren wir im folgenden Video. Jetzt anschauen!

F1-Finale 2026: Europa statt Abu Dhabi? Apple greift nach deutschen TV-Rechten! (20:50 Min.)