Audi ist in der Formel 1 eine Wundertüte. Die Performance der Ingolstädter kann sich in der Debüt-Saison durchaus sehen lassen, nur die Punktausbeute spiegelt das mit zwei mageren Zählerchen vom WM-Auftakt nicht so recht wider. In Barcelona schlug die Wundertüte Audi wieder zu – und das nicht nur mit dem kuriosen Ausfall von Nico Hülkenberg.
Wie erst im Nachhinein bekannt wurde, nutzte Audi als erster Hersteller einen ADUO-Joker. Hinter ADUO (Additional Development and Upgrade Opportunities) verbirgt sich ein System, das es Motorherstellern, die sich bei der Leistung im Hintertreffen befinden, ermöglicht, beim Verbrennungsmotor aufzuholen.
Die erste von vier Beobachtungsperioden 2026 endete nach langen Diskussionen aufgrund der zwei nicht stattgefundenen Rennen im Nahen Osten mit dem Kanada GP. Weil die FIA mit der Auswertung aber länger als gedacht brauchte, gab es erst nach dem Monaco-Wochenende Gewissheit darüber, wer zusätzliche Entwicklungskapazitäten erhält und zusätzliche Teile homologieren darf.
Audi hatte eigentlich schon in Monaco ein Update im Gepäck gehabt. Gerade dort hätte das Update schon viel gebracht. Wie Motorsport-Magazin.com erfuhr, beinhaltete das Update einen kleineren Turbolader. Der bringt nicht mehr Leistung, aber bessere Fahrbarkeit. Die Fahrbarkeit war ein großes Problem des Audi-Antriebsstrangs.
Weil sich die FIA aber Zeit mit der Auswertung ließ, konnte Audi das Update erst in Barcelona einsetzen – auch wenn es selbst dort noch Diskussionen über die Richtigkeit der FIA-Daten gab. Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto bekamen am Spanien-Wochenende neue Verbrennungsmotoren samt Turbolader spendiert.
Auf den FIA-Listen ist allerdings nur zu erkennen, dass es sich um neue Exemplare handelt. Dass auch die Spezifikation verändert wurde, kam erst im Nachhinein heraus. Experten wurden vom Update überrascht, weil es eigentlich hieß, Audi hätte ad hoc keine Ausbaustufe in der Hinterhand.
Das Ergebnis des neuen Motors war durchaus positiv: Hülkenberg hätte selbst mit Strategie-Patzer ohne den späteren Ausfall seine ersten Punkte geholt. Für das Formel-1-Wochenende in Österreich hat Audi größere Update am Chassis angekündigt.
Ob die Mannschaft aus Hinwil und Neuburg an der Donau aber wieder so konkurrenzfähig sein wird, ist fraglich. Schließlich ist der Red Bull Ring mit seinen drei längeren Geraden eine echte Motorenstrecke. 2.923 der insgesamt nur 4.236 Meter werden laut FIA-Kalkulation mit Vollgas gefahren. Das größte Performance-Defizit bei Audi kommt – trotz ADUO-Joker – nach wie vor vom Motor.
Ferrari wird in Österreich übrigens nachziehen. Die Italiener nutzen ihren einzigen Motoren-Joker 2026 für ein Update am Red Bull Ring:



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