Lewis Hamilton gewann das letzte Formel-1-Rennen vor zwei Wochen in Barcelona nicht nur durch eine glücklich getimete VSC-Phase und die richtige Strategie, sondern vor allem auch aufgrund der überragenden Rennpace seines SF-26. Die Konkurrenz bei Mercedes gab sich anschließend gewarnt, George Russell war sich sicher, dass Hamilton ohnehin den Grand Prix für sich entschieden hätte. Die Zahlen sprechen ebenfalls dafür.
Liegt der Ferrari nun also auf Augenhöhe mit dem Mercedes oder ist er sogar das beste Auto? Nach der Dominanz der ersten Rennen war das Spanien-Rennen eine Warnung an die Silberpfeile. Je nach Lesart war aber auch eine logische Konsequenz aus den Updates, welche die Scuderia in Barcelona ans Auto gebracht hatte. Ein ähnliches Szenario gab es bereits in Miami und Montreal mit McLaren, als das Weltmeister-Team mit Upgrades plötzlich siegfähig erschien, diese Siegfähigkeit anschließend aber nicht reproduzieren konnte. Unter anderem, nachdem Mercedes Upgrades gebracht hatte.
George Russell blickt auf Ferrari: Gute Form oder Eintagsfliege?
Beim Formel-1-Rennen in Österreich an diesem Wochenende zieht Mercedes nun gegen Ferrari nach und bringt genauso wie die direkte Konkurrenz bei McLaren und Red Bull Upgrades nach Spielberg. George Russell zeigt sich gespannt, ob sich das Miami-McLaren-Szenario wiederholen wird. "Es wird ein weiteres gutes Wochenende werden, um zu sehen, ob Ferrari noch immer so gut in Form ist oder ob das nur eine Eintagsfliege war", prophezeite Russell bei der Pressekonferenz vor dem Wochenende am Red Bull Ring.
Der Brite ließ durchklingen, dass seiner Meinung nach möglicherweise nicht nur die jüngsten Upgrades Ferrari nach vorne gebracht hätten, sondern die Roten unter Umständen auch den Motor besser einzusetzen wissen. "Es war ein Realitätscheck, denn Ferrari hatte offensichtlich die ganze Saison ein großartiges Chassis. Ihre Power Unit war ein ziemliches Stück hinter uns, aber plötzlich scheinen sie in Barcelona einen Schritt nach vorne gemacht zu haben. Sie waren viel näher an uns dran in Bezug auf den Speed auf der Geraden", bemerkte Russell.
Muss sich Mercedes vor dem neuen Ferrari-Motor fürchten?
Dieser angebliche Leistungsaufschwung kommt zu einem kritischen Punkt der Saison. Denn Ferrari profitiert stärker als Mercedes bei der Verteilung der zusätzlichen Motorentwicklungen (ADUO) und bringt bereits in Spielberg ein Motoren-Update an die Strecke. Ferraris Technikchef für die Power Unit bremste die Erwartungen an diese neue Ausbaustufe, aber die Konkurrenz zeigt sich natürlich gewarnt. Durch das Paddock geistern Gerüchte mit Zahlen von sieben bis zu 15 PS (5-11 kW), die das Paket bringen soll.
Allerdings legt auch Mercedes nach. Aussagen von Kimi Antonelli zufolge debütiert in Spielberg eine neue Batterie. Mehr dazu hier:
Russells Teamkollege Andrea Kimi Antonelli spannt die Sorge vor der direkten Konkurrenz sogar noch ein bisschen weiter. Er betont, dass nicht nur von Ferrari eine Gefahr für die dominanten Mercedes ausgeht, sondern auch von den anderen beiden Topteams. "Die Ferraris waren seit Saisonbeginn unsere größten Konkurrenten. Aber natürlich wird auch Red Bull an diesem Wochenende sehr schnell sein, denn sie bringen ein großes Paket und McLaren kommt auch näher", so der WM-Führende.



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