Liam Lawsons Schreckmoment beim Mexiko GP der Formel 1 sorgte beim Racing-Bulls-Fahrer im Nachgang noch für Unmut. Der mexikanische Motorsport-Verband hatte ihm für den Zwischenfall, bei dem er um ein Haar einen Steward überfahren hätte, eine Teilschuld zugesprochen. Der Neuseeländer weist diese Vorwürfe vor dem Rennen in Brasilien am Wochenende entschieden von sich. Er stützt sich auf die Beweislage sowie die Analyse der FIA.

"Ich war sehr überrascht", so der 23-Jährige über die Reaktion der Offiziellen aus Mexiko. Diese hatten ihn für die heikle Szene beim 20. Rennen der Formel-1-Saison 2025 in Mexiko City unter Beschuss genommen. Konkret lautete der Vorwurf, dass Lawson bei doppelt geschwenkten gelben Flaggen in Turn 1 nicht ausreichend verlangsamte, was wiederum zur Gefahrensituation mit den Streckenposten beitrug.

"Ich war nur mit den beiden Typen beschäftigt, die vor mir über die Strecke liefen. In dem Moment hast du keine Ahnung, in welche Richtung sie laufen werden. Ich habe einfach nur versucht, so wenig wie möglich meine Fahrtrichtung zu ändern, damit sie sich nicht erschrecken und dann selber plötzlich in eine andere Richtung laufen", erklärt Lawson.

Sein vorausschauendes Handeln wurde außerdem durch die Telemetriedaten seines Racing Bulls belegt. Er war zum Zeitpunkt des Zwischenfalls knapp 30 km/h langsamer als auf der vorherigen Runde, als er die Passage mit Renntempo passiert hatte.

Liam Lawson stützt sich auf Beurteilung der FIA

Ein nach der Kritik aus Mexiko veröffentlichtes Statement der FIA belegte die korrekte Reaktion Lawsons. "Ich denke, das war sehr klar und auch akkurat. Ich muss deshalb wohl auch nicht viel mehr dazu sagen, als in ihrem Statement stand", lobt er die Reaktion der FIA. "Sie haben sich alles genau angeschaut, was dazu geführt hat, dass sie [die Marshals] da auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Und es umfasst auch alles, was ich im Auto getan habe, um zu verlangsamen und ihnen auszuweichen. Ich bin in dem Moment ein ganz andere Linie gefahren als das ganze Wochenende über. Ich war davon sehr überrascht und bin es immer noch."

Ähnliche Szenen hatte es in der Vergangenheit zwar äußerst selten, aber doch immer wieder gegeben. 2019 hatte Sergio Perez beim Grand Prix von Monaco während einer Safety-Car-Phase nur knapp zwei Streckenposten verfehlt, die vor Kurve eins die Fahrbahn überquerten. Liam Lawson legt Wert darauf, dass die Offiziellen die notwendigen Konsequenzen für die Zukunft ziehen.

"Ich habe mit ihnen darüber gesprochen und weiß das sehr zu schätzen. Ich verstehe, dass es in unserem Sport viele Variablen gibt und dass diese Dinge, so sehr sie auch nicht vorkommen sollten, immer passieren können. Was wichtig ist, sind die Maßnahmen, um das zu verhindern. Mit all dem habe ich überhaupt kein Problem, nur mit dem Statement, in dem ich beschuldigt wurde."