Es ist mittlerweile so sicher wie das Amen im Gebet. Eine Pause vom Formel-1-Zirkus bedeutet, dass Max Verstappen in einer anderen Rennserie auftaucht. Er kann es einfach nicht lassen. Schon vor dem Japan GP Ende März machten von Fans aufgenommene Bilder einer Red-Bull-Aktion auf dem Fuji Speedway ihre Runden, eine Woche vor Verstappens heiß ersehntem Auftritt bei den 24h Nürburgring (14. - 17. Mai) reichten die Bullen das Video nach: Verstappen fährt mit einem SuperGT-Profi in einem GT500-Boliden um die Wette.

Mick Schumacher bricht Schweigen, Verstappens Gegner enthüllt (06:51 Min.)

Max Verstappen jagt in Fuji mit 650-PS-starkem Nissan Z NISMO GT500

Die SuperGT ist eine japanische Rennserie, die in zwei Kategorien aufgeteilt ist: In der unteren Klasse treten die GT300-Boliden an. Sie ähneln den bekannten GT3-Autos und haben in etwa 500 PS. Die höhere Klasse bilden die GT500-Autos. Die hochtechnologischen Boliden mit mehr aerodynamischen Elementen und damit mehr Abtrieb haben bis zu 650 PS. Natürlich nahm Verstappen in ein Auto dieser Klasse Platz. Um genau zu sein, war es ein Nissan Z NISMO GT500, eines der beliebtesten und derzeit besten SuperGT-Autos.

Die Fahrt auf dem Fuji Speedway war aber nicht nur zum Vergnügen des vierfachen Weltmeisters gedacht. Red Bull stellte ihm auf der WEC-Strecke eine Challenge: Er sollte mit dem SuperGT-Fahrer Atsushi Miyake um die Wette fahren. Jeder hat zwei schnelle Runden, um eine Bestzeit zu setzen. Der Schnellere gewinnt.

Miyake gab sein SuperGT-Debüt 2020, seit 2024 tritt er in der Top-Kategorie an. Im selben Jahr holte er mit Platz drei in der Meisterschaft sein bestes Ergebnis. Er gewann auch das Rennen auf der japanischen Kult-Strecke am Fuße des Mount Fuji. "Diese Jungs fahren diese Autos das ganze Jahr über", wollte sich Verstappen schon vor dem Start der Challenge herausreden.

Nasser Fuji Speedway hindert Verstappen nicht an Hetzjagd

Nicht nur, dass Verstappen sowohl noch nie in einem GT500-Auto saß, er fuhr auch noch nie in einem Rennauto auf dem Fuji Speedway. Dazu spielte das Wetter nicht mit: In Shizuoka hingen die Wolken tief und die Strecke war sehr nass. Sein Plan, das Wettrennen trotzdem zu gewinnen? "Wenn ich ihn nicht schlage, dann kürze ich die Kurve ab", scherzte Verstappen. Miyake setzte eine Bestzeit von 1:44.075 Minuten um den 4,563 Kilometer langen Kurs, wobei er mit stehendem Wasser und Aquaplaning zu kämpfen hatte.

Als Verstappen aus der Box kam, starb ihm der NISMO GT500 gleich mehrmals ab. Auf seiner Aufwärmrunde rutschte er in Kurve zehn in den Auslaufbereich. Obwohl sich das Wetter verschlimmerte, ging er in seiner schnellen Runde voll ans Limit. Nach seinem ersten Versuch fehlten ihm nur 0,067 Sekunden auf Miyakis Bestmarke. Seine finale Runde war mit einer Zeit von 1:42.290 Minuten um fast zwei Sekunden schneller als die des SuperGT-Profis.

"Pushen wurde schwierig. Auf meiner ersten Runde habe ich mir gedacht: 'Das kann ich besser.' Dann hat es wirklich angefangen zu regnen. Ich habe mich an das Auto gewöhnt, an das Gaspedal, die Bremse. Die Lenkung und der Grip sind sehr anders. Es war eine coole Erfahrung. Hoffentlich ist es nächstes Mal trocken", lautete Verstappens Resümee.

Verstappen schon voller Vorfreude auf 24 Stunden Nürburgring

Vom geschlagenen SuperGT-Fahrer Miyake kam Lob für seinen Gegner: "Er ist ein Weltmeister, deswegen war ich gespannt zu sehen, wie anders sein Fahrstil im selben Auto ist. Leider hat es geregnet, aber ich konnte sehen, wie gut er ist."

"Ich bin bereits in vielen Autos gesessen, deswegen versuche ich, schnell zu lernen", fügte Verstappen hinzu. "Ich liebe es, alle möglichen Rennautos zu fahren. Ich freue mich schon sehr auf den Nürburgring und auf mein erstes 24-Stunden-Rennen. Da wird viel passieren, wir werden uns gut vorbereiten." Der vierfache F1-Weltmeister kann nur hoffen, dass auch sein Nürburgring-Debüt so reibungslos verläuft. Alle Informationen rund um die Hetzjagd auf der Nordschleife findet ihr hier: