Auch über 28 Jahre nach seinem WM-Titel in der Formel 1 ist Jacques Villeneuve noch immer ein Stammgast im Paddock. Ob am Mikrofon eines TV-Senders oder als Botschafter für Williams, sind seine dabei ausgeübten Funktionen fast genauso vielfältig wie seine Rennsport-Abenteuer nach dem Ende seiner Grand-Prix-Karriere.
Jetzt kehrt der letzte Williams-Weltmeister wieder als Rennfahrer an ein Formel-1-Wochenende zurück. Natürlich nicht in der Königsklasse, das versteht sich von selbst, aber im Rahmenprogramm. Villeneuve wird als Gast im Porsche Supercup an den Start gehen, wie die Rennserie bekanntgab.
Wie Timo Glock und Jorge Lorenzo: Villeneuve übernimmt Legenden-Porsche
Dabei nimmt Villeneuve die Rolle als sogenannter VIP-Fahrer ein und fährt das eigens dafür vorgesehene Auto mit der Startnummer 911. Die Lackierung des Sportwagens basiert auf dem farbenfrohen Helm-Design des elffachen Grand-Prix-Siegers. Das '911er'-Auto ist seit Jahren Stars vorbehalten, die weit über die Rennserie hinaus Bekanntheit genießen. Das umfasst sowohl namhafte Rennfahrer als auch sonstige Berühmtheiten.
Zuletzt wurde die Startnummer 911 in den Jahren 2023 und 2024 bei einzelnen Rennen von Timo Glock pilotiert. 2022 absolvierte Ex-MotoGP-Weltmeister Jorge Lorenzo einen Gaststart in jenem Auto. Auch Johnny Herbert, Hollywood-Star Michael Fassbender, Fahrrad-Profi Chris Hoy oder Dakar-Sieger Matthias Walkner fuhren schon im Porsche Supercup mit der #911.
Welche und wie viele Rennen Villeneuve bestreiten wird, wurde nicht bekanntgegeben. Die neue Saison des Markenpokals beginnt mit dem ersten Europarennen der Formel 1 vom 4. bis zum 7. Juni in Monaco. Wie gehabt ist der Porsche Supercup Teil des Stammrepertoires der Grand-Prix-Wochenenden in Europa. Nur in Silverstone und in Madrid ist er nicht am Start, dafür gibt es aber einen Doubleheader in Zandvoort.
Porsche Supercup Kalender 2026 - Rennen, Startzeit, Strecken
In diesem Jahr debütiert im Porsche Supercup mit dem 992.2 GT3 Cup ein neues Auto. Während die meisten technischen Eckdaten unverändert bleiben, ist die größte Umstellung, dass der neue Sportwagen im Gegensatz zu seinem Vorgänger mit einer Traktionskontrolle ausgestattet ist. Außerdem gibt es aerodynamische Anpassungen zum Vorläufer-Modell.
Tausendsassa Jacques Villeneuve: Racing-Welttournee nach dem Formel-1-Aus
Jacques Villeneuve legte nach dem Ende seiner Formel-1-Karriere eine wilde Reise in der Motorsport-Welt hin und probierte in den letzten knapp zwei Jahrzehnten alle möglichen Rennkategorien aus. Starts bei den 500 Meilen von Indianapolis - die er in den 90er-Jahren bereits mal gewonnen hatte -, in Le Mans und auch dreimal in der Formel E folgten noch einem gewöhnlicheren Muster für Ex-Formel-1-Fahrer.
Dazu kamen aber noch zahlreiche Anläufe in der NASCAR. Allerdings nicht nur in der Cup-Serie, wo er 2022 beim Daytona 500 zum letzten Mal ins Lenkrad griff, sondern auch in den beiden darunterliegenden nationalen US-Klassen und sogar in den NASCAR-Ablegern in Kanada und Europa. Ergänzt wurde das Ganze durch sporadische Auftritte in diversen GT3-Serien, sowie vereinzelte Rennen in Argentinien, der brasilianischen Stock-Car-Serie oder den australischen V8 Supercars (heute: Australian Supercars).
Nicht zu unterschlagen ist auch sein Ausflug in den Rallyecross-Sport, wo er 2014 am Großteil der WM-Läufe teilnahm. Bei all seinen Motorsport-Ausflügen sollte es nicht überraschen, dass Villeneuve auch schon mit einem Cup-Porsche gefahren ist: 2019 absolvierte er vier Rennen im skandinavischen Porsche Carrera Cup.
Jacques Villeneuve: Motorsport-Karriere nach Formel-1-Aus
| Jahre | Rennserie |
|---|---|
| 2007; 2008; 2010; 2013; 2022 | NASCAR Cup Serie |
| 2022 | NASCAR Duel in Daytona |
| 2019-2021 | NASCAR Euro Serie |
| 2008-2012 | NASCAR OAPS Serie |
| 2009; 2013-2014; 2022 | NASCAR Kanada |
| 2007 | NASCAR Truck Serie |
| 2008-2009 | Speedcar Series |
| 2007-2008 | 24 Stunden von Le Mans - LMP1 |
| 2008 | Le Mans Series - LMP1 |
| 2008-2009 | Top Race V6 Argentinien |
| 2010; 2012 | V8 Supercars Series |
| 2011; 2015 | Stock Car Brasilien |
| 2012 | City Challenge Baku |
| 2013 | Französische GT-Meisterschaft |
| 2014 | IndyCar |
| 2014 | Rallyecross-Weltmeisterschaft |
| 2016 | Formel E |
| 2018 | Americas Rallyecross Meisterschaft |
| 2019 | Porsche Carrera Cup Skandinavien |
| 2019 | Italienische GT-Meisterschaft - Endurance |
| 2023 | FIA WEC - Hypercar |
Seine letzten international bedeutsamen Auftritte erfolgten jedoch auf der Langstrecke: 2023 fuhr Villeneuve in der WEC für das notorisch unterlegene Vanwall-Projekt, hinter dem sich de-facto ByKolles verbarg. Nach drei Rennen und damit noch vor dem 24h-Rennen von Le Mans verschwand der Kanadier jedoch aus der Fahrer-Aufstellung.
Seit 2023 widmete er seine Zeit im Cockpit in erster Linie historischen Rennveranstaltungen wie etwa dem Goodwood Revival. An diesem Wochenende (08.-10. Mai) bewegt er übrigens in Le Castellet beim historischen Frankreich-GP den Ferrari 312 T5, mit dem sein Vater Gilles Villeneuve 1980 in der Formel 1 gestartet war.



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