Die Formel 1 fährt zwar an diesem Wochenende in Brasilien, aber einige Fahrer lässt Mexiko noch nicht los. Beziehungsweise die Abkürz-Epidemie dort in Kurve 1, als am Start gleich mehrere Fahrer über die Grasfläche gingen, und im Falle von Charles Leclerc und Max Verstappen dadurch keine Positionen verloren - sehr zum Unmut einiger anderer Fahrer.
Verbot? Fernando Alonso: Das kommt erst, wenn ich abkürze
Auch Fernando Alonso hatte sich schon in Mexiko aufgeregt und nennt eine Lösung, mit der er sich sicher ist, dass sich das Problem lösen lässt. "Wenn ich es selbst tue", so der Spanier sarkastisch. In der Vergangenheit mauserte er sich zu einem Experten darin, Auslaufzonen-Lösungen für sich auszunutzen. "Um darauf aufmerksam zu machen", wie er stets betonte.
So etwa in Sotschi 2021. Dort verpasste der damalige Alpine-Fahrer am Start absichtlich Kurve 1, um dann durch die eigens im Notausgang dafür platzierten Schilder auf die Strecke zurückzukehren. Alles gemäß den Anweisungen der Rennleitung und deshalb ohne Strafe. Eigentlich war diese Route für Fahrfehler vorgesehen gewesen.
Richtig und mit Vorbereitung umgesetzt, konnte Alonso damit aber Plätze gewinnen. "Alle haben abgeschnitten und in einem Jahr habe ich dann einfach nicht mehr für Kurve 1 gebremst. Ich lag am Ende der Kurve auf Platz 3", erinnerte er sich. "Im nächsten Jahr war es nicht mehr erlaubt."
Der Asturier hatte in der Vergangenheit schon öfter den Stewards vorgeworfen, bei derartigen Vorfällen je nach Fahrer mit unterschiedlichem Maß zu messen. Diesen Vorwurf ließ er erneut durchklingen. Für nächstes Jahr erwarte der Aston-Martin-Fahrer nicht, dass in Mexiko gegen Abkürzmanöver in Kurve 1 vorgegangen wird. "Es wird 2027 verboten sein. Denn ich werde es 2026 tun und dann werden sie es in Mexiko erst 2027 ändern", kalkulierte er mit einer gehörigen Portion Häme.
Dass auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez in Mexiko-City so häufig Fahrer in Kurve 1 abkürzen und einen Vorteil daraus gewinnen, liegt an der Konfiguration des Streckenabschnittes, der aus einer Rechts-Links-Rechts-Schikane besteht. Dazwischen mit nur einer Grasfläche ausgestattet. "Wieso tun wir solche Dinge nicht durch Sainte-Devoite in Monaco oder in Baku? Dort haben wir nie ein Problem, wir kommen alle durch diese Kurven, wenn dort eine Wand ist", bekräftigt Alonso. Ohne Mauer gehen Fahrer höhere Risiken ein, im Wissen, dass das Rennen von einem Ausflug in die Auslaufzone nicht unbedingt Schaden nimmt.
Die Regelauslegung beim Abschneiden einer Kurve ist klar: Ein Regelverstoß liegt grundsätzlich nur vor, wenn sich ein Fahrer einen Vorteil verschafft hat. Sei es positionell oder in Form von Rundenzeit. Wenn jemand trotz eines Fahrfehlers, durch den er neben die Strecke gerät, keinen Nachteil hat, aber eben auch keine Position oder keine Zeit gewonnen hat, dann wird ihm das nicht als 'Vorteil' im Sinne des Reglements angelastet. Dass die Stewards am letzten Grand-Prix-Wochenende am Start auch diese Auslegung sehr breit anlegten, ist nochmal ein anderes Thema, an dem sich Lewis Hamilton störte.
Dass Lewis Hamilton für eine ähnliche, wenn auch anders gelagerte Aktion, hingegen bestraft wurde, nervte den Ferrari-Fahrer. Aber zu unrecht? So sah MSM-Experte Christian Danner die Aktion:



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