Nicht nur Max Verstappen wird bei den 24h Nürburgring alle Augen auf sich ziehen: Der #69 McLaren kommt mit Timo Glock, Timo Schneider, Ben Dörr und Marvin Kirchhöfer neben einer bockstarken Fahrerpaarung auch im klassischen Design von Michael Schumachers zweiten WM-Auto daher. Glock verrät im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com, wie es zum Wohltätigkeitsprojekt und zur Hommage an die deutsche Motorsport-Ikone kam.
Getränkehersteller machen Schumi-Hommage möglich
Blitzblau und mit dem markanten gelben Bitburger-Streifen wartet der McLaren 720S GT3 am Nürburgring auf seine erste Ausfahrt. Beim Gedanken an die Lackierung, angelehnt an Schumachers Benetton B195 von 1995, wird Glock emotional. "Er [Schumacher, Anm. d. Red.] ist der Grund, wieso wir hier alle sitzen und uns an der Rennstrecke bewegen", erklärte er, als wir ihn im Rahmen des DTM-Saisonauftakts am Red Bull Ring trafen. "Er hat diesen Boom ausgelöst. Er ist der Größte, wird in meinen Augen immer der Größte sein. Es ist ein Statement für ihn, um daran zu erinnern, wer er ist."
Die Idee für das Design entstand durch eine Kooperation zwischen der Biermarke Bitburger, die den deutschen F1-Piloten sponsorte, und dem Apfelwein-Hersteller "BEMBEL-WITH-CARE", der nicht nur den Podiumsschaumwein für das 24h-Rennen in der Eifel bereitstellt, sondern auch persönlicher Sponsor von Glock ist. Dass Max Verstappens Antritt noch einmal viel mehr Augen auf die Nordschleife zieht, machte den Zeitpunkt für die Aktion perfekt.
Anfangs war der Wunsch der beiden Sponsoren, mit einem deutschen Hersteller zu starten. Das ging aber nicht auf, weshalb Glock bei seiner DTM-Mannschaft Dörr Motorsport anfragte. Ähnlich kam auch Timo Scheider ins Team. "Er war eine Bedingung von BEMBEL und Bitburger, weil er einer der Deutschen ist, ein großer Motorsportler", so Glock. Als zweifacher DTM-Meister habe Scheider auch eine gewisse Präsenz und mediale Reichweite sowie immer noch genügend Speed im Auto.
Internet-Reaktion überrascht Glock: Irre!
Die Anzüge, die Glock und seine Teamkollegen tragen werden, sind ebenfalls denen von Benetton 1995 nachempfunden. Sie werden nach dem Rennen versteigert, die Erlöse gehen an Schumachers Keep Fighting Stiftung. "Ich habe Sabine [Kehm, langjährige Managerin von Schumacher] und Corinna [Ehefrau von Schumacher] gefragt, ob das denkbar wäre, und habe von ihnen das Okay bekommen", schilderte Glock.
Die Reaktion auf die besondere Lackierung war überwältigend. Auf Instagram wurde der blau-gelbe McLaren 720S GT3 über 400.000-mal angesehen, fast 400 Menschen äußerten sich durchweg positiv. Mit diesem Feedback hatte Glock nicht gerechnet: "Irre, Wahnsinn. Ich wusste, dass das mit Sicherheit Gänsehaut auslösen würde und zumindest die eingefleischten Motorsport-Fans abholt. Aber dass das so riesig überall wird, hätte ich nicht gedacht."
Was ist Glocks Ziel für die 24h Nürburgring 2026?
Obwohl mit GT3-Fahrer Ben Dörr und McLaren-Werksfahrer Marvin Kirchhöfer der Einsatz auf der Nordschleife schon fast als ein Werkseinsatz für den britischen Hersteller aussieht, ist es das nicht. "Wir kriegen mit dieser Aufmerksamkeit schon ein bisschen Unterstützung, aber ein reiner Werkseinsatz ist es nicht", stellte Glock fest. "Wir bekommen Marvin und ein paar Teile, vielleicht."
Dennoch hat das McLaren-Team einen entscheidenden Nachteil: Der 720S GT3 hat kaum Zeit auf der 25,378 Kilometer langen Strecke verbracht. Das erste Rennen beim 24h-Qualifier wurde nach einem tödlichen Unfall abgebrochen, beim zweiten musste der Dörr-McLaren nach einem Schaden beim Start am Vortag zwei Stunden in der Box verbringen. "Wir haben keine Vorbereitung da oben. Wir stellen das Auto dahin und fahren los", stellte Glock klar.
Im Gegensatz dazu nutzt Team Verstappen jede freie Minute, um sich auf die 24-Stunden-Hatz vorzubereiten. "Die kennen das Auto in und auswendig. Unser Auto ist da oben mit Abstand am wenigsten Kilometer gefahren", ist sich der Ex-F1-Pilot also bewusst. Er weiß, worauf es für einen Sieg in der Grünen Hölle ankommt. 2024 holten er und Scheider den Gesamtsieg in der SP-8T-Klasse.
Dieses Jahr tritt Glock aber in der Hauptklasse an und trifft auf die stärkste Konkurrenz. Daher ist die Zielsetzung auch eher pragmatisch: "Was willst du bei einem 24-Stunden-Rennen voraussagen? Das erste Ziel muss sein, durchzufahren. Damit hast du schon einmal genug zu tun. Top-10 wäre ein Wahnsinn, wenn wir das mit der geringen Vorbereitung schaffen würden."
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