Neues Jahr, neues Glück, wie es so schön heißt. In der DTM wird kaum jemand so sehr hoffen, dass dieses Sprichwort der Wahrheit entspricht, wie Timo Glock. Nach seiner desaströsen Comeback-Saison voller Pleiten, Pannen und Pech will er jetzt mit der neuen Saison Tabula rasa machen. Große Teamumbauten machen ihm den Neustart aber schwer.

"Letztes Jahr existiert für mich nicht mehr", scherzte er im Interview mit ran.de am Rande der Testfahrten auf dem Red Bull Ring, wo dieses Wochenende der Saisonauftakt ausgetragen wird. "Was Resultate angeht, was es eine Katastrophe. Alles, was schief gehen konnte, ging an meinem Auto schief. Das Rennglück war nicht auf meiner Seite." Erst ab Mitte des Jahres fing das McLaren-Werksteam an, sich zumindest in den Trainings zu fangen. Aber: "Dann ist irgendwas schiefgelaufen am Samstag oder im Rennen selbst", lamentierte Glock.

Der ehemalige F1-Pilot kam 2025 nach dreijähriger DTM-Pause mit Dörr Motorsports zurück in die deutsche Traditionsrennserie, schien aber durchwegs vom Pech verfolgt. Von 16 Rennen beendete er nur zehn, mit 22 Punkten platzierte er sich in der Gesamtwertung nur auf P22. Das einzige wirkliche Highlight war die Freitagsbestzeit auf dem Sachsenring. Doch immer wieder betonte er, dass es ihm nicht um Erfolge ginge, sondern darum, das erst mit 2024 in die DTM eingestiegene Dörr-Team aufzubauen und an die Spitze zu bringen.

Neuer Renningenieur für Timo Glock: Personalwechsel erschwert Saisonstart

Dem Augenschein nach sind die ersten Schritte nach vorne bereits getan. Beim Testtag auf dem Red Bull Ring schrieb Dörr-McLaren die Bestmarke an. Mit einer Zeit von 1:28.199 Minuten platzierte sich Ben Dörr knapp aber doch vor Jules Gounon im Winward-Mercedes. Mit Glocks sechstem Platz präsentierte sich die gesamte Dörr-Truppe in Top-Form. Testzeiten sind jedoch immer mit Vorsicht zu genießen, das wahre Kräfteverhältnis wird sich erst an diesem Wochenende in Spielberg zeigen.

Erschwert wird der Saisonstart durch große interne Umstrukturierungen im Team und die dadurch entstandenen Komplikationen. "Es ist schon so, dass wir viel umstrukturiert haben im Winter. Neue Leute, neue Führungskräfte sind ins Team gekommen, die gewisse Themen umgestellt haben", erklärte Glock vorsichtig.

Seit dem Saisonfinale 2025 hat Dörr mit dem DTM-Meister von 1984 und ehemaligen Opel-Motorsportchef Volker Strycek einen neuen GT3-Leiter und Technikchef. Seither mussten Glocks Chefingenieur Richard Selwin und mittlerweile auch sein Renningenieur Kevin Mirocha gehen. Der Deutsche hatte den Ex-Formel-2-Pilot zu seinem Comeback selbst ins Team geholt.

Timo Glock: Bahnt sich eine McLaren-Sensation an? (07:50 Min.)

Jetzt ist Gerd Kusstatscher der neue Mann in Glocks Ohr. Die beiden arbeiteten in der Vergangenheit bereits bei BMW-Einsätzen wie den 24 Stunden von Spa-Francorchamps 2021 zusammen. Kusstatscher kennt auch die DTM, 2021 war er Renningenieur bei T3 Motorsport für Esmee Hawkey.

Obwohl der Deutsche also mit viel Erfahrung glänzen kann, gibt es aber ein Problem: Er hat noch nie mit einem McLaren gearbeitet. "Mit der geringen Vorbereitung ist es natürlich schon eine Challenge, schnell miteinander zu verstehen, wie das Auto funktioniert. Speziell für meinen Ingenieur, der das Auto nicht kennt", meinte Glock daher. "Am Ende haben wir jetzt nur einen Testtag, um uns vorzubereiten. Kein einfacher Start, aber wir versuchen das Beste."