Kimi Antonelli behielt bei seinem Sieg im Formel-1-Rennen in Monaco am Sonntag die Nerven. Der Mercedes-Fahrer zeigte bei seinem ersten Triumph im Fürstentum eine Machtdemonstration, bis eine späte rote Flagge alles auf den Kopf stellte. Aufgebrochener Asphalt sorgte für eine lange Pause. In einem Sprint über acht Runden holte er sich den fünften Erfolg in der laufenden Saison sowie in seiner Karriere. Das Podium komplettierten Lewis Hamilton und Isack Hadjar. Diverse Strafen entschieden den Rennausgang. Alle Reaktionen zur Formel 1 heute in Monaco gibt es im Live-Ticker
Von der Pole Position hatte Kimi Antonelli am Start nichts zu befürchten. Der 19-Jährige kam gut weg, Max Verstappen neben ihm dafür gar nicht. Der Niederländer rollte an und wurde dann vom gesamten Feld kassiert, um seinen Red Bull nach der ersten Runde mit einem Defekt an der Box abzustellen. Das Ferrari-Duo hatte gegen Antonelli in der Folge nicht den Hauch einer Chance. Der WM-Leader kontrollierte die Pace und den Vorsprung daraufhin souverän.
In der 60. Runde änderte ein Unfall von Lance Stroll alles. Der Aston-Martin-Fahrer rutschte in der letzten Kurve geradeaus in die Streckenbegrenzung. Die Rennleitung reagierte mit dem Safety Car. Beim Restart in Runde 66 hatte Charles Leclerc exakt den gleichen Unfall. Nach dem Crash des Ferrari-Fahrers wurde das Rennen unterbrochen, nachdem der Asphalt an der Unfallstelle offensichtlich aufgebrochen war. Unter anderem George Russell und Oscar Piastri hatten dies zuvor im Funk angemerkt, noch als das Rennen lief.
Der Asphalt an der betreffenden Stelle wurde untersucht und gereinigt. Nach einer knappen Dreiviertelstunde Pause wurde das Rennen mit einem stehenden Start für einen Sprint nochmal freigegeben. Kimi Antonelli blieb auch beim Restart cool und feierte nach 78 Runden unangefochten den Sieg. Lewis Hamilton holte Platz zwei. Dahinter wurde das Ergebnis von Strafen entschieden. Pierre Gasly war als Dritter im Ziel, kassierte aber zehn Sekunden und verlor das Podium an Hadjar. Nico Hülkenberg verlor Platz acht für eine späte Kollision mit Sainz. Der Profiteur hieß Sergio Perez, der als Zehnter für Cadillac den ersten WM-Punkt holte.
George Russell war wohl der größte Verlierer des Rennens. Nach drei Untersuchungen für Parkposition am Start, Pit-Lane-Speeding und das Überfahren der Pit-Exit-Line, kam er zunächst mit zwei blauen Augen davon und erhielt nur für das Überschreiten des Tempolimits eine 5-Sekunden-Strafe. Diese Strafe leistete er beim späten zweiten Boxenstopp während eines Safety Cars in Runde 61 jedoch nicht ab. Dieser weitere Regelverstoß führte zu einer noch härteren Sanktion in Form einer Durchfahrtsstrafe. Statt des Podiums wurde es für ihn damit nur P13.
Die Highlights vom Formel-1-Rennen in Monaco
- Fünfter F1-Sieg für Kimi Antonelli
- Kaputter Asphalt sorgt für Chaos
- Max Verstappen wieder von Technik erledigt
- Verhängnisvolle Rookiefehler von George Russell
- Strafenhagel bestimmt Rennausgang
- Sergio Perez holt ersten WM-Punkt für Cadillac
Formel 1, WM-Stand 2026: George Russell von Lewis Hamilton überholt
Der WM-Stand: Es hätte trotz aller Schwierigkeiten für George Russell noch Platz drei werden können, doch der Kardinalsfehler beim letzten Boxenstopp kostete ihn in Monaco alle Punkte. In der Weltmeisterschaft erhöht Kimi Antonelli damit auf 68 Punkte gegenüber seinem Teamkollegen - der ist jetzt nicht einmal mehr Zweiter, denn mit 90 Punkten hat Lewis Hamilton zwei mehr auf dem Konto.
In der Konstrukteursweltmeisterschaft ist Mercedes trotz der Nullnummer für Russell weiter voll auf Kurs. In Monaco reichten die 25 Punkten für Antonelli, um den Vorsprung auf die Verfolger weiter auszubauen. Mit 244 Punkten liegen die Silberpfeile deutlich vorne, Ferrari folgt mit 165, McLaren mit 118. Durch die Punktefahrt von Sergio Perez ist Aston Martin jetzt das einzige Team ohne WM-Punkt.
Formel 1 Gesamtwertung 2026: Punkte Fahrer und Teams
Das Wetter: Für den Höhepunkt des Formel-1-Wochenendes herrschten auch am Sonntag perfekte Bedingungen. Die Lufttemperatur betrug im Fürstenum am Nachmittag frühsommerliche 24 Grad Celsius, wie es schon in den Trainings der Fall gewesen war. Die Asphalttemperatur lag bei 38 Grad Celsius.
Formel-1-Start in Monaco: Red-Bull-Rohrkrepierer für Max Verstappen
Der Start: Nur 21 Fahrer nahmen für den Start um 15:00 Uhr ihre Position im Grid ein. Gabriel Bortoleto war mit seinem Audi auf der Besichtigungsrunde schon am Boxenausgang stehengeblieben. Das Team konnte das Problem rechtzeitig beheben und der Brasilianer nahm das Rennen aus der Pitlane auf. Der Medium-Reifen von Pirelli war für den Start bei fast allen Teams die erste Wahl. Lediglich Cadillac schickte Sergio Perez und Valtteri Bottas auf Soft ins Rennen. Bortoleto griff kurzfristig ebenfalls auf den weichen Reifen zurück.
Die erwartete Attacke von Max Verstappen auf Pole-Sitter Kimi Antonelli wurde beim Erlöschen der Ampeln zu einem Rohrkrepierer. Der Red-Bull-Fahrer kam überhaupt nicht und fiel sofort auf den letzten Platz zurück. Der Rest des Feldes kam gesittet und ohne Zwischenfälle durch die erste Kurve. Nach der ersten Runde führte Antonelli vor Hamilton, Leclerc, Hadjar, Russell, Piastri, Gasly, Norris und Lawson. Die größten Sieger des Starts befanden sich im Mittelfeld. Perez machte vier Plätze gut und lag auf P14, Alonso gewann ebenfalls vier und war 17. Verstappen schaffte zwar die Startrunde aus eigener Kraft, stellte sein Auto dann jedoch in der Garage ab und beendete seinen Sonntag.

Kimi Antonelli lässt in Monaco den Hammer fallen
Der frühe Rennverlauf: An der Spitze ließ Antonelli gleich den Hammer fallen. Nach fünf Runden betrug der Vorsprung gegenüber Hamilton bereits vier Sekunden. Für seinen WM-Herausforderer drohte zunächst weiteres Ungemach. George Russell wurde wegen eines möglichen Startvergehens untersucht, weil er nicht korrekt in seiner Startbox gestanden haben soll. Die Offiziellen ließen den Briten jedoch ohne Strafe vom Haken. Sergio Perez hatte weniger Glück. Er stand nicht korrekt in der Startbox und musste eine Durchfahrtsstrafe antreten.
Im hinteren Feld entschieden sich die Teams für frühe Boxenstopps. Nach zehn Runden hatten Ocon, Alonso, Stroll, Perez, Bottas, Bortoleto und Bearman bereits gestoppt. Die Aston-Martin-Fahrer waren im zweiten Stint auf Soft unterwegs. Beide Haas, Bortoleto und Perez hatten Hard aufgezogen. Letzterer war sogar schon zweimal drin gewesen. In Runde 13 zog auch Nico Hülkenberg von P12 nach. Er ging von Medium auf Hard und war danach 14.
George Russell verzweifelt an Isack Hadjar
An der Spitze schloss Hamilton leicht zu Antonelli auf. Nachdem der Ferrari-Fahrer zwischenzeitlich über fünf Sekunden zurücklag, waren es nach 18 Runden nur noch knapp über drei. Dahinter klafften im Feld große Lücken. Lediglich Lando Norris hing auf Platz acht eine halbe Sekunde hinter Pierre Gasly fest. Er war nach dem Start am Ausgang von Kurve eins von Teamkollege Piastri abgedrängt und wurde daraufhin vom Alpine überholt. Valtteri Bottas musste seinen Cadillac in Runde 19 mit Überhitzungsproblemen an der Bremse abstellen und wurde zum zweiten Ausfall des Rennens.
Zwischen Hadjar und Antonelli spitzte sich der Kampf um P4 zu. Der Mercedes-Fahrer hatte zum Franzosen aufgeschlossen, der in argen technischen Problemen steckte. "Irgendwas explodiert hier gleich. Der Motor ist überhaupt nicht gesund", meldete er im Funk. Über zwei Sekunden pro Runde verlor Russell hinter ihm gegenüber Antonelli an der Spitze. Nach 25 Runden lag er schon 35 Sekunden zurück. Vor der Hafenschikane versuchte Russell immer wieder das Manöver, fand aber keinen Weg vorbei. Isack Hadjar hingegen musste aufgrund seiner Probleme auf der Bremse mehrfach abkürzen.
Strafen für Lewis Hamilton und George Russell
Die Boxenstopps: In Runde 29 kam Lewis Hamilton aus den Top-10 als erster Fahrer an die Box. Antonelli war mittlerweile auf über zehn Sekunden enteilt. Der siebenfache Weltmeister wechselte von Medium auf Hard und fiel lediglich hinter Leclerc auf P3 zurück. Auf Hadjar hatte er nach dem Boxenstopp komfortable 13 Sekunden Vorsprung. Nach 32 Runden hatte Russell von Hadjar genug gesehen und steuerte seine Pitcrew an. Der Wechsel auf Hard warf ihn auf P8 zurück. Red Bull reagierte mit Hadjar, doch der Platztausch war nicht zu verhindern. Russell war nun Siebter.
Für Lewis Hamilton gab es derweil eine 5-Sekunden-Zeitstrafe für Pit-Lane-Speeding. In der 36. Runde kam Leclerc an die Box und holte ebenfalls harte Reifen ab. Der Monegasse griff als Dritter wieder ins Geschehen ein, elf Sekunden hinter Hamilton. Lando Norris mühte sich derweil mit einem Power-Unit-Problem ab, das sich durch massiven Leistungsverlust bemerkbar machte. Sein Renningenieur betätigte sich als Tech-Support, jedoch ohne nachhaltigen Erfolg.
Antonelli stoppte in Runde 37 an der Box und blieb nach dem Wechsel auf Hard ungefährdet an der Spitze. Der Gap auf Hamilton betrug nach dem Boxenstopp immer noch 14 Sekunden. Auf der anderen Seite der Mercedes-Garage gab es diesmal kein Entkommen vor den Stewards. Nachdem George Russell für seinen Start noch freigesprochen wurde, kassierte er eine 5-Sekunden-Zeitstrafe für eine Geschwindigkeitsübertretung in der Boxengasse.
McLaren setzt Lando Norris als Blockade ein
Der weitere Rennverlauf: In Runde 43 wurde Lando Norris von McLaren angewiesen, George Russell aufzuhalten, der mittlerweile hinter ihm festhing. Auf diese Weise wurde der Gap gegenüber Piastri auf P4 geöffnet, damit dieser nach seinem Boxenstopp vor dem Mercedes-Fahrer bleiben konnte. In Runde 46 hatte der Weltmeister seinen Job erledigt und stellte das Auto aufgrund des zuvor bereits aufgetretenen Defekts an der Box ab. Gasly leistete daraufhin auch seinen Boxenstopp ab und blieb auf P7.
Williams verfolgte mit seinen beiden Fahrern die gleiche Strategie wie McLaren. Im Kampf um die letzten Punkteränge hielt Sainz die Verfolger auf, um Albon den nötigen Gap zu verschaffen. Nach seinem Pitstop griff der Thailänder als Elfter wieder ins Geschehen ein und blockte die Konkurrenz. Als Sainz in der 55. Runde an die Box ging, kehrte er als Zehnter unmittelbar vor Albon wieder ins Rennen zurück. Nachdem Lindblad seinen Boxenstopp absolvierte, bezogen die beiden Williams-Fahrer auf neun und zehn die letzten Punkteränge.
Spätes Safety Car nach Unfall von Lance Stroll
Die Schlussphase: In Runde 60 stellte Lance Stroll das Rennen auf den Kopf. Der Kanadier setzte seinen Aston Martin in der letzten Kurve in die Streckenbegrenzung. Die Rennleitung reagierte mit dem Safety Car. Hamilton, Leclerc, Piastri, Hülkenberg und Alonso nutzten die Gelegenheit sofort zum Boxenstopp für Soft-Reifen. Eine Runde später zogen alle anderen Fahrer nach. Russell leistete dabei nicht seine 5-Sekunden-Strafe ab und fiel trotzdem wieder hinter Hadjar zurück. Der Brite erhielt dafür eine Durchfahrtsstrafe.
Für den Restart hatten fast alle Fahrer den weichen Reifen aufgezogen. Hadjar, Gasly, Ocon, Hülkenberg und Colapinto fuhren Hard, Lindblad als einziger den Medium. Die Reihenfolge beim Neustart in Runde 66 lautete: Antonelli, Hamilton, Leclerc, Hadjar, Russell, Gasly, Piastri, Lawson, Lindblad, Albon, Sainz, Ocon, Hülkenberg, Colapinto, Alonso, Perez, Bortoleto. Die Überrundeten Fahrer durften sich dem Feld auf der Führungsrunde wieder anschließen.
Rote Flagge wegen kaputter Formel-1-Rennstrecke
Antonelli leitete den Restart früh ein, die Ferrari-Fahrer versuchten dranzubleiben. Auf Platz drei kopierte Leclerc in der letzten Kurve den Unfall von Stroll. Der Monegasse konnte seinen Ferrari nicht einlenken und rutschte geradewegs in die Streckenbegrenzung. Für den Lokalmatador war das Rennen vorbei, das Safety Car rückte erneut aus. Wenig später folgte um 16:35 Uhr MESZ die Rote Flagge. Die Rennleitung sah sich gewzungen, den Asphalt an der Unfallstelle zu untersuchen. Mittlerweile hatten sich weitere Strafen angehäuft. Gasly hatte für zweimal Pit-Lane-Speeding schon zehn Sekunden angeschrieben. Hadjar und Hamilton wurden für Vergehen unter Safety Car untersucht. Beide kamen ohne Strafe davon.
Der außen vor Kurve 19 aufgebrochene Asphalt wurde eingehend durch die Offiziellen begutachtet, die Strecke an dieser Stelle von den Stewards mit Kehrmaschine und Besen gründlich gereinigt. Ein stehender Restart wurde für 17:12 Uhr angesetzt. Das Grid gestaltete sich wie folgt: Antonelli, Hamilton, Hadjar, Russell, Gasly, Piastri, Lawson, Lindblad, Albon, Sainz, Ocon, Hülkenberg, Colapinto, Alonso, Perez, Bortoleto. Alle 16 verbliebenen Fahrer hatten den Soft-Reifen aufgezogen.
Kimi Antonelli behält beim Restart die Nerven
Kimi Antonelli behielt auch beim entscheidenden Restart die Nerven und behauptete die Führung vor Lewis Hamilton. Dahinter fiel Hadjar im defekten Red Bull von P3 auf P5 zurück. Russell und Gasly lagen auf den Plätzen drei und vier. Hinter Hadjar folgten Piastri, Lawson, Lindblad, Albon und Hülkenberg. Letzterer stieß in die Punkte vor, nachdem er Carlos Sainz in der Hotel-Haarnadel touchierte und in die Wand schickte. Der Spanier wurde dann noch von Colapinto gedreht und stellte das Auto in einer Tasche vor dem Tunnel ab. Das Rennen lief weiter.
Russell leistete in Runde 73 sofort seine Durchfahrtsstrafe ab und wurde dadurch auf die vorletzte Position vor Colapinto zurückgeworfen. Gasly war damit Dritter, doch er hatte noch seine zwei 5-Sekunden-Strafen auf dem Kerbholz. Im Ziel hatte Antonelli nach 78 Runden einen Vorsprung von über sechs Sekunden auf Hamilton. Stramme 16 Sekunden hinter dem Ferrari-Fahrer kam Gasly ins Ziel, rutschte durch seine Strafen aber auf Platz sieben ab. Den letzten Platz auf dem Podium erbte Hadjar. Die Punkteränge dahinter gingen an Piastri, Lawson, Lindblad, Gasly, Albon, Ocon und Perez. Letzterer holte den ersten WM-Punkt für Cadillac, nachdem Hülkenberg für seinen Kontakt mit Sainz eine 10-Sekunden-Strafe kassierte.


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