Scrollt man durch die Reaktionen in den diversen Social-Media-Apps, kann es beim bevorstehenden 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring (14.-17. Mai 2026) eigentlich nur auf den großen Showdown zweier Fahrer hinauslaufen: Debütant Max Verstappen gegen Grello-Ikone Kevin Estre. Also der vielleicht beste Formel-1-Fahrer unserer Generation gegen den ultraschnellen Porsche-Werksfahrer, der sich längst in die Herzen der Nordschleifen-Fans gefahren hat.
Dass 20 weitere GT3-Crews mit reinen Profi-Besetzungen dem #3 Verstappen-Mercedes und dem #911 Manthey-Porsche etwas entgegensetzen wollen, steht außer Frage. Und manchen geht die Reduzierung auf nur zwei Fahrer im Reigen all' der Weltklasse-Piloten doch etwas zu weit. Dazu zählt unter anderem Patrick Arkenau, Rennleiter bei Manthey.
Manthey-Leiter: "Nicht der größte Fan von diesem Personenkult"
"Ich bin nicht der größte Fan von diesem Personenkult", sagte Arkenau zu Motorsport-Magazin.com. "Ich möchte Kevin Estre überhaupt nichts absprechen, aber dieses reine 'Estre gegen Verstappen' greift mir zu kurz. Auf beiden Autos fahren noch andere Fahrer mit exakt derselben Qualität."
Namentlich wären das die DTM-Champions Thomas Preining und Ayhancan Güven zum dritten Mal in Folge als Estres Teamkollegen im Grello. Und auf der anderen Seite DTM-Vizemeister Lucas Auer, AMG-Werksfahrer Jules Gounon sowie Ex-Mercedes-Werkspilot Daniel Juncadella an Verstappens Seite im Winward-Mercedes.

"Max Verstappen ändert nichts an unserer Motivation"
Arkenau: "Natürlich funktioniert das auf Social Media sehr gut: zwei Legenden ihres jeweiligen Segments gegeneinander. Das ist auch cool. Aber für mich ist es eher der Mercedes mit der Nummer #3 gegen den Porsche mit der #911. Oder Winward gegen Manthey - je nachdem, wie man es sehen möchte."
Dass der vermeintliche Zweikampf zwischen Estre und Verstappen die Vorfreude aufs 24h-Rennen zusätzlich befeuert, konnte Arkenau nachvollziehen. Ebenso begrüßte er den positiven Effekt: "Natürlich profitieren wir alle davon. Alles, was unseren Sport medial nach vorne bringt, hilft uns. Die Motivation, zu gewinnen, verändert sich durch Max Verstappen aber nicht. Er ist einfach ein weiterer Gegner, den wir schlagen müssen."
Manthey-Porsche peilt Jubiläums-Sieg am Nürburgring an
Bei der Manthey-Truppe herrscht ohnehin ausreichend Motivation nach zuletzt zwei zweiten Plätzen beim Heimspiel: Das von Olaf Manthey gegründete Unternehmen feiert 2026 sein 30-jähriges Firmenbestehen und auch die ikonische Lackierung des Grello begeht ihr 10-jähriges Jubiläum. Gelingt der Manthey-Mannschaft dieses Jahr der Nürburgring-Sieg, wäre es der achte und damit ein alleiniger Rekord vor Phoenix/Scherer-Audi (7 Siege).
Arkenau hat den Scherer-Sport-PHX-Audi um Christiopher Haase auch dieses Jahr auf dem Zettel: "Der Audi mit der Startnummer 16 ist absolut siegfähig. Mit dem muss man rechnen. Sie haben bereits gezeigt, was möglich ist. Letztes Jahr war es vielleicht nicht so konkurrenzfähig, aber grundsätzlich ist es ein Auto, das ein 24-Stunden-Rennen gewinnen kann."
Arkenau rechnet mit zehn bis zwölf Sieganwärtern
"Zehn bis zwölf Autos" rechnete Arkenau realistische Chancen auf den Gesamtsieg aus, wobei alle deutschen Hersteller mindestens ein extrem starkes Auto hätten. "Mercedes ist sehr stark. Sie haben über den Winter die richtigen Schritte gemacht, viel investiert und extrem viel getestet", sagte der Manthey-Rennleiter, der als Ortsansässiger bestens über jegliche Geschehnisse rund um die Nordschleife informiert ist.
Arkenau weiter: "Mit BMW muss man ebenfalls rechnen. Sie haben letztes Jahr mit nur einem Auto gewonnen, obwohl sie vorher in den Sessions nicht sehr stark waren und auch bis zur ersten Rennhälfte scheinbar noch ein paar Problemchen hatten... Jetzt haben sie drei Autos, die absolut siegfähig sind."

Was ändert der Evo-Porsche auf der Nordschleife?
Mit der eigenen Vorbereitung auf die 24h Nürburgring zeigte sich Arkenau zufrieden, wenngleich die zusätzlichen GT3-Engagements in der DTM, WEC und inzwischen auch IMSA sicherlich kräftezehrend sind. Der Effekt des neuen Evo-Pakets, mit dem der Porsche 911 GT3 R über den Winter ausgestattet worden ist, halte sich auf der Nordschleife in Grenzen.
"Ein Großteil der Änderungen betrifft die Aerodynamik mit den Louvres an den vorderen Kotflügeln, also der Radhausentlüftung", erklärte Arkenau. "Die wurden auf der Nordschleife allerdings ohnehin schon gefahren. Deshalb ist es am Ende eher ein systemseitiges Update mit einigen Komponenten zur Robustheitssteigerung. Aus Sicht der reinen Performance ist aber nichts passiert, was große Auswirkungen hätte."
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