Mick Schumachers Debüt-Saison in der IndyCar-Serie verläuft bislang schleppend. Schon beim ersten Rennen zog er sich eine Verletzung am Handgelenk zu und Ergebnis-technisch hinkt er seinen eigenen Erwartungen bislang hinterher.
Doch in Amerika bleibt man derweil noch ganz ruhig. "Klar, die Ergebnisse sind bisher nicht das, was er sich selbst wünscht oder was manche vielleicht erwartet haben. Aber wir sehen immer wieder, wozu er fähig ist", sagt sein Teamchef Bobby Rahal in der Reportage "Timo meets Mick - Faszination Indy 500", die am Samstag um 16:30 Uhr erstmals auf Sky Sport F1 ausgestrahlt wird.
Obwohl Mick Schumacher mit 54 Punkten nur auf Rang 25 der Fahrer-Wertung liegt und damit Letzter der permanenten Fahrer ist, findet Bobby Rahal, selbst dreimaliger CART-Champion, ausschließlich lobende Worte für Schumacher: "Ich bin sehr beeindruckt von Micks Persönlichkeit und davon, wie er auftritt. Man könnte ihm Arroganz fast verzeihen, aber er ist das genaue Gegenteil: sehr bodenständig, sehr fleißig und offensichtlich begeistert hier zu sein."
Schumacher-Teamchef: Kein Drama
"Mir gefällt seine Herangehensweise: sachlich, ohne Drama. Er will einfach arbeiten. Dafür, dass er diese Strecken nicht kennt, dieses Auto vorher nie gefahren und neu in der Serie ist, macht er das richtig gut", so Rahal weiter.
Nicht nur Teamchef Bobby Rahal stellt sich demonstrativ hinter Mick Schumacher. Auch dessen Sohn Graham Rahal, Teamkollege von Schumacher, hat eine klare Meinung:
Doch nicht immer lag es an Schumacher selbst. Bei seinem Oval-Debüt in Phoenix qualifizierte sich der ehemalige Formel-1-Pilot sensationell auf Rang vier. Nach einem Problem mit dem Schlagschrauber fiel er im Rennen aber weit zurück und kam schließlich nicht über Platz 18 hinaus.
Auch hier fand Teamchef Rahal motivierende Worte für seinen Schützling: "Ich habe ihm gesagt, wir sind sehr geduldig, geh raus, hab Spaß und genieße das Auto." Schumacher weiß die Unterstützung zu schätzen, wie er Sky-Experte Timo Glock im Interview verriet: "Ich dachte mir, dass ich mich vor einem möglichen Shirtstorm in Schutz nehmen muss. Aber das Gegenteil war der Fall: Die Leute hier waren eher happy darüber, wie ich die Sachen angehe."
Schumacher lobt Reaktionen: Mental bringt es viel
"Das macht schon was mit einem. Für die mentale Seite bringt es einem viel. Und persönlich habe ich dadurch mehr gelernt als alles andere", so Schumacher. "Weil es okay ist, auch Fehler zu machen. Es ist okay, etwas aus den Sachen zu lernen, die vielleicht nicht gut gelaufen sind. Mit der Gewissheit, dass man das besser macht."
Schumacher kennt es auch anders. Sein damaliger Formel-1-Teamchef Günther Steiner ist nicht unbedingt für seine große Geduld bekannt. Der Südtiroler sprach oft auch öffentlich Klartext, wenn ihm die Leistungen Schumachers nicht passten. "Das Gefühl, dass man wirklich ein Team hinter sich hat, das einen nach vorne bringt und pusht, das ist schon speziell und macht es angenehm, hier zu fahren."
Das nächste Rennen der IndyCar Serie findet auf dem legendären Oval in Indianapolis statt. Für Schumacher ist es der erste Start beim Indy 500, seine Rookie-Prüfung im Vorfeld hat er bereits bestanden. Vor dem Saisonhighlight, das am Sonntag des Kanada GP am 24. Mai stattfindet, finden insgesamt sieben Trainings und mehrere Qualifyings statt.



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