Josef Newgarden (Penske) hat das zweite Rennen der IndyCar-Saison 2026 in Phoenix gewonnen. Der zweifache Champion setzte sich beim ersten Oval-Rennen des Jahres vor Kyle Kirkwood (Andretti) und seinem Penske-Teamkollegen sowie Pole-Setter David Malukas durch. Newgarden feierte seinen 33. Sieg im 234. Rennen und übernimmt die Führung in der Meisterschaft von Alex Palou (Chip Ganassi), der frühzeitig ausschied.

"Das Auto war eine Rakete, wenn es zählte", jubelte der 35-jährige US-Amerikaner. Der Schüssel zum Sieg für den von Platz zwei gestarteten Newgarden bildete ein später Boxenstopp während der vierten und letzten Caution-Phase im Rennen über 250 Runden (knapp zwei Stunden). Auslöser Christian Rasmussen (Ed Carpenter, P14), der das Rennen lange Zeit angeführt hatte, war leicht mit Kontrahent Will Power (Andretti, von P24 gestartet) beim Kampf um die Spitze kollidiert und hatte sich dabei einen Folgeschaden zugezogen.

Mick Schumacher bei Oval-Debüt in IndyCars: Highlights Rennen (09:33 Min.)

Rasmussen schiebt Frust nach später Kollision

"Er hat mich einfach in die Mauer gedrückt, danach war das Auto unmöglich zu fahren", sagte ein völlig frustrierter Rasmussen, der vom 18. Startplatz über weite Strecken eine tolle Show geliefert hatte und dank eines frühen Boxenstopps in die Spitzengruppe vordrang. Dadurch konnte der Däne Druck auf die führenden Penske-Piloten Newgarden und Malukas ausüben, die mit fünf respektive vier Boxenstopps durchs Rennen kamen. Newgarden hatte sich bei den ersten Stopps in den Runden 72 und 73 dank eines Undercut an Pole-Setter Malukas vorbeigeschoben - und wiederholte dieses Kunststück noch einmal auf der Strecke zehn Runden vor Schluss.

Newgarden kassierte dann sieben Runden vor dem Zieleinlauf auch den führenden Kirkwood dank frischerer Reifen - und mausert sich zum Phoenix-Spezialisten: Beim bis dato letzten IndyCar-Rennen auf dem eine Meile kurzen Oval-Kurs im Jahr 2018 setzte er sich ebenfalls durch. Die US-Formelserie trug ihr Rennen bereits am Samstag aus, weil sie sich das Wochenende mit der NASCAR teilt. Die Tourenwagen tragen ihr Rennen am Sonntag aus. Der Zweitplatzierte Kirkwood schaffte unterdessen mittels einer reifensparenden Drei-Stopp-Strategie eine große Aufholjagd von der elften Startposition.

Mick Schumacher bei Oval-Debüt auf Platz 18

Mick Schumacher konnte im Rennen nicht an seine sensationelle Leistung aus dem Qualifying am Freitag anknüpfen. Vom vierten Startplatz sah der Rookie die Ziellinie auf dem 18. Rang mit zwei Runden bzw. 20,5 Sekunden Rückstand. Es war immerhin Schumachers erste Ankunft nach seinem unverschuldeten Startausfall beim Saisonauftakt in St. Petersburg am vergangenen Wochenende.

Schumacher fiel bei seiner Rennpremiere im Oval innerhalb der ersten Runden vom vierten bis auf den neunten Platz zurück und verlor beim Re-Start nach der zweiten Caution-Phase in Runde 32 (Ausfall von Alex Palou) zwei weitere Positionen. "Die Jungs um mich herum haben viel Erfahrung, während für mich alles neu ist", hatte Mick schon in der Startaufstellung angekündigt - und sollte wenig später Recht behalten.

Und es wurde nicht besser für den 26-Jährigen: Bei seinem ersten Boxenstopp (Runde 71) streikte ein Schlagschrauber! Die RLL-Boxencrew brauchte einige Zeit, um einen Ersatz zu besorgen. Der extrem langsame Stopp warf Schumacher von der elften bis auf die 21. Position zurück. Nach drei weiteren Boxenstopps gelang ihm in der Folge keine deutliche Positionsverbesserung. Der bestplatzierte der drei RLL-Piloten war Graham Rahal auf P9, während Louis Foster nach einem selbstverschuldeten Mauerkontakt ausfiel.

Superstar Palou fällt in 100. IndyCar-Rennen aus

Einen bitteren Ausfall erlebte auch Superstar Alex Palou (Chip Ganassi Racing) ausgerechnet in seinem 100. IndyCar-Rennen: Der vierfache und amtierende Champion sowie Auftaktsieger fiel in der 21. Runde eine Kollision mit Rinus VeeKay zum Opfer. Der Juncos-Hollinger-Pilot griff Palou kurz nach dem Re-Start in Folge der ersten Caution-Phase auf der Außenseite an, berührte dabei aber die Mauer und zog Vordermann Palou mit ins Verderben. Der Spanier hatte sich zuvor vom zehnten Platz bis auf die fünfte Position verbessert.

Palou markierte den ersten Ausfall im Rennen, während VeeKay am Ende des Feldes weiterfahren konnte. IndyCar-Rückkehrer Romain Grosjean (Dale Coyne Racing) konnte hingegen nicht einmal an den Start gehen. Sein Team schraubte eifrig an dessen Dallara-Honda, der schon am Freitag immer wieder Probleme verursacht hatte.

Hinter den Podest-Fahrern Newgarden, Kirkwood und Malukas, belegte Pato O'Ward (Arrow McLaren) den vierten Platz. Der McLaren-Pilot gehörte ebenfalls zur Gruppe der Fahrer, die während der letzten Caution noch einmal frische Firestone-Reifen aufziehen ließen. Auf den Plätzen fünf bis acht folgten Marcus Armstrong (Meyer Shank), Alexander Rossi (Ed Carpenter), der sechsmalige Champion Scott Dixon (Chip Ganassi) und Scott McLaughlin im dritten Penske-Boliden.

IndyCar 2026: So geht es weiter

Für die IndyCars geht es zum Ende eines Triple-Headers bereits am kommenden Wochenende weiter. Auf einem temporären Stadtkurs in Arlington, Texas steigt das dritte Saisonrennen. Den neuen Kurs im Rennkalender bezeichnet Mick Schumacher als eine Art Heimrennen, weil seine Familie im zwei Autostunden entfernten Gordonville eine Ranch betreibt.

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