Charles Leclerc ist drauf und dran Michael Schumachers Rekord von 179 Rennstarts für Ferrari zu knacken. Doch Leclerc selbst legt darauf keinen Wert, denn für ihn zählt nur eines: mit Ferrari Formel-1-Weltmeister werden.

"Ich möchte nicht als der dienstälteste Ferrari-Fahrer in Erinnerung bleiben, sondern als Weltmeister", stellt Leclerc, der in Miami seinen 154. Rennstart für Ferrari hatte, klar. "Das muss ich noch erreichen und das ist, wo mein Fokus liegt." Bis zu Leclercs Rekordstart für die Roten muss er aber noch eine Weile warten, denn ihm fehlen noch 25 Grand-Prix-Starts, um den Rekord einzustellen. Um alleiniger Spitzenreiter zu werden, fehlen ihm 26 Starts.

Diese Marke könnte er Stand jetzt beim achten Saisonlauf 2027 knacken - je nachdem ob die beiden abgesagten Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien nachgeholt werden. Sollte für beide Grand Prix ein Ersatztermin gefunden werden, würde Leclerc bereits im sechsten Rennen 2027 zum alleinigen Spitzenreiter werden - wenn nur eines der beiden nachgeholt wird, im Siebten.

Siege, Poles und Podien - doch der F1-Titel fehlt Leclerc

Seit mittlerweile sieben Jahren ist Leclerc Stammfahrer bei Ferrari. Doch schon lange davor gehörte er der Ferrari Driver Academy an, fuhr zuerst für Haas und dann für Sauber beziehungsweise Alfa Romeo in der Formel 1. Anfang 2019 wurde er zur Scuderia befördert.

"Es ist komisch. Ich fühle mich noch so jung und erinnere mich an mein erstes Jahr bei Ferrari, als wäre es gestern gewesen", blickte der Monegasse wehmütig zurück. "Es ist etwas Besonderes. Ich liebe dieses Team. Sie haben mich aufwachsen sehen. Nicht nur als Fahrer, sondern auch als Person."

In seiner bisherigen Zeit bei Ferrari konnte er 8 Siege, 44 weitere Podestplätze und 27 Pole-Positions einfahren. Der Weltmeistertitel fehlt ihm aber noch in seiner Sammlung an Erfolgen. "Ich kenne die Statistiken nicht so genau, und ehrlich gesagt, freue ich mich auch nicht wirklich darauf, bei der Statistik der Ferrari-Rennstarts bald auf Platz eins zu liegen", meint Leclerc. "Ich will nur die Weltmeisterschaft gewinnen, und darauf arbeite ich jeden Tag hin. Ich hoffe, dass es eines Tages so weit ist."

Titelmission der Ferrari-Piloten bleibt unvollendet

2022 war Leclerc bereits knapp dran, damals wurde er Vizeweltmeister hinter Max Verstappen. Punktetechnisch ist aber das Jahr 2024 seine beste Saison: Mit 374 WM-Zählern wurde er damals aber nur Dritter in der Fahrerwertung hinter Verstappen und Lando Norris.

Mit Ferrari-Weltmeister zu werden ist also alles andere als ein Kinderspiel. Dieses Bild zeichnet sich auch ab, wenn wir auf die vergangenen Jahre zurückblicken. Kimi Räikkönen war der letzte Pilot, der die Fahrerweltmeisterschaft für Ferrari gewinnen konnte. Dieser Titel liegt aber bereits 19 Jahre zurück. Seither versuchten viele Weltmeister, wie Sebastian Vettel, Fernando Alonso oder zuletzt Lewis Hamilton, an Räikkönens WM-Triumpf anzuknüpfen. Doch bisher ohne Erfolg.

Der Pilot, der dem Titel bisher am nächsten kam, war Fernando Alonso. In den Jahren 2010 und 2012 zog sich der Kampf um die Weltmeisterschaft bis ins letzte Rennen, Alonso belegte aber beide Male am Ende knapp nur den zweiten Platz - 2010 mit vier Punkten Rückstand auf Vettel, 2012 mit nur drei Punkten Rückstand.

Auch in der aktuellen Saison ist die Chance auf den Fahrertitel nur gering. Mercedes-Youngster Kimi Antonelli hat nach vier Rennen bereits einen soliden Vorsprung von 41 Zählern auf Leclerc.

Ferrari muss also bei den Upgrades noch einiges nachlegen, um sich und Leclerc an die Spitze des Klassements zu katapultieren. Der erste Schritt in diese Richtung wurde mit dem Updatepaket in Miami bereits getan. In Kanada nächste Woche sollen weitere Updates folgen.

Sowas wird nie mehr passieren! - Danner über die Motoren 2026 (05:44 Min.)