Nach dem Großen Preis von Singapur 2024 war für Daniel Ricciardo erst einmal Schluss mit Motorsport. "Ich war verletzt und habe mir eine Zeit lang gar keine Rennen angesehen", gestand der 36-Jährige. Mittlerweile hat der frühere Formel 1-Pilot den nötigen Abstand gewonnen und verfolgt das Geschehen wieder als Fan.

In diesem Jahr ist er erstmals beim legendären Indy 500 dabei - allerdings als Zuschauer. Einen Start beim Oval-Rennen schließt er kategorisch aus: "Dazu macht es mir viel zu viel Angst [It scares the shit out of me; Originalzitat]."

Motorsport-Comeback nicht ausgeschlossen

Eine Rückkehr in den professionellen Rennsport lässt Ricciardo offen: "Sag niemals nie. Im Moment genieße ich es wirklich, nicht im Wettbewerb zu stehen und die kleinen Dinge im Leben zu genießen, ohne ständig auf einer Bühne stehen zu müssen." Sollte es in drei oder fünf Jahren anders aussehen und er wieder ins Lenkrad greifen, dann nur aus reinem Vergnügen und nicht, um "irgendeiner Meisterschaft hinterherzujagen".

"Ich muss keine Trophäe mehr gewinnen. Natürlich musst du als Rennfahrer Ziele haben. Das gibt dir einen Grund aufzustehen, dich täglich zu pushen, ins Fitnessstudio zu gehen und all das. Aber manchmal kann genau das dir die Freude rauben. Falls ich jemals wieder etwas mache, dann will ich niemandem etwas beweisen oder der Beste sein. Ich will einfach Spaß daran haben", verriet Ricciardo.

In seinen 257 GP-Starts holte Ricciardo acht Siege, drei Pole Positions und 32 Podestplätze. 2014 stieß er als Nachfolger von Mark Webber zu Red Bull und sorgte für Aufsehen, als er den amtierenden Weltmeister Sebastian Vettel klar im Griff hatte. Ab 2016 lief ihm jedoch der aufstrebende Max Verstappen den Rang ab. Nach einer Odyssee bei Renault und schwachen Jahren bei McLaren kehrte er 2023 zu AlphaTauri zurück, für das er schon 2012 und 2013 (damals Toro Rosso) fuhr.

Daniel Ricciardo trinkt Siegerchampagner aus seinem Schuh
Legendär: Ricciardos Shoey, Foto: imago/HochZwei

Ricciardo Fan der V8-Motoren

In der Woche vor dem Singapur-GP 2024 wurde bekannt, dass er durch den Red-Bull-Junior Liam Lawson ersetzt wird. Obwohl es am Donnerstag vor dem Singapur GP noch keine offizielle Mitteilung gab, kämpfte der sonst so fröhliche Honey Badger bei den TV-Interview sichtlich mit den Emotionen: "Mir war bewusst, dass es das gewesen sein könnte." Im Speed Street-Podcast von Conor Daly kann Ricciardo auch wieder die schönen Erinnerungen an die Formel 1 genießen.

Die Boliden der Saison 2016 waren seine Favoriten: "Sie waren kleiner, schmaler und fühlten sich wie Go-Karts an." Sein prägendster Moment bleibt jedoch die erste Ausfahrt in einem Formel-1-Auto. "Das muss 2009 gewesen sein. Als der V8-Motor aufheulte, bebte mein ganzer Körper." Ein Sound, der schon bald wieder in die Formel 1 zurückkehren könnte. Geht es nach FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem, fährt die Königsklasse spätestens ab 2031 wieder einen V8-Motor befeuert durch nachhaltige Kraftstoffe (eFuels).

Fix! F1 dreht Benzinhahn 2027 auf! V8-Rückkehr wahrscheinlicher (22:22 Min.)