Am kommenden Wochenende startet Max Verstappen erstmals bei den 24h Nürburgring auf der legendären Nordschleife. Seit geraumer Zeit bereitet sich der viermalige Formel-1-Weltmeister intensiv auf dieses Abenteuer vor: 2025 machte er seinen Nordschleifen-Führerschein und trat anschließend erstmals in einem GT3 an, 2026 startete er bereits dreimal in der Top-Kategorie.

Für Red Bulls Formel-1-Motorenpartner Ford gibt es allerdings einen gehörigen Schönheitsfehler: Seinen Führerschein machte er auf einem Porsche, sein erstes GT3-Rennen fuhr er mit Ferrari und seit dieser Saison fährt er im Mercedes AMG GT3. Dabei hätte Ford eigentlich mit dem Mustang GT3 ein passendes Auto, das ebenfalls am Nürburgring an den Start geht. Bei Werksteams ist es eigentlich unvorstellbar, dass ein Fahrer fremdgeht.

Max Verstappen fährt auf dem Nürburgring
Die Nordschleifen-Permit erlangte Verstappen im Porsche, Foto: IMAGO/Gruppe C Photography
Max Verstappens Ferrari 296 GT3 bei seinem NLS-Debüt auf dem Nürburgring
Beim ersten GT3-Start siegte Verstappen sofort im Ferrari, Foto: IMAGO / GruppeC Photography
Max Verstappen wirbelt ein bisschen Staub auf
Verstappen gast bei den 24h im Mercedes AMG GT3 an, Foto: IMAGO / Gruppe C Photography

Nach Informationen von Motorsport-Magazin.com hätte es durchaus die Chance gegeben, dass Max Verstappen im Ford antritt. Allerdings sollen sich die US-Amerikaner im Vorfeld etwas ungeschickt angestellt haben. Verstappen probierte verschiedene GT3-Boliden und entschied sich schließlich für Mercedes.

Ford und Verstappen: Gespräche über Le Mans laufen

Ford scheint diese Scharte nun auswetzen zu wollen. Der US-amerikanische Autogigant will Verstappen in einem Ford in Le Mans um den Gesamtsieg kämpfen sehen. Gespräche gibt es dazu laut Fords Motorsportchef Mark Rushbrook schon. "Ja natürlich", sagte er den niederländischen Kollegen von Motorsport.com.

"Wir haben regelmäßige Gespräche mit ihm über die Möglichkeiten im Sportwagenbereich - inklusive der Hypercars ", so Rushbrook. 2027 steigt Ford mit einem LMDh-Boliden in die Langstreckenweltmeisterschaft WEC ein. Damit will die Marke mit der Pflaume auf dem Kühlergrill um den Gesamtsieg beim Langstreckenklassiker in Le Mans fahren.

"Er möchte in Le Mans an den Start gehen und den Gesamtsieg holen, doch in den meisten Jahren lässt der Rennkalender das nicht zu. Solange er ein aktiver Formel-1-Fahrer ist, kommt es in der Regel zu Überschneidungen", weiß Rushbrook.

Max Verstappen im Ford Mustang bei einer PR-Veranstaltung.
Für Ford ist es eine Blamage, dass Verstappen nicht mit Red Bulls Partner auf dem Nürburgring fährt, Foto: Garth Milan / Red Bull Content Pool

In diesem Jahr überschneiden sich die 24 Stunden von Le Mans mit dem Formel-1-Rennen in Barcelona, im vergangenen Jahr mit Montreal. Im immer dichter werdenden Rennkalender der Königsklasse ist es beinahe ein Wunder, dass Verstappen Zeit für den Nürburgring gefunden hat.

Alle Infos und Hintergründe zu Verstappens Nordschleifen-Programm gibt es im neuen Print-Magazin nachzulesen:

Formel 1 und Le Mans: Nico Hülkenberg macht es vor

Während es früher gang und gäbe war, dass Formel-1-Fahrer auch in Sportwagen Rennen fuhren, ist es heute die Ausnahme. Nico Hülkenberg gelang 2015 das Kunststück, als aktiver Formel-1-Fahrer an der Sarthe an den Start zu gehen und gleich beim ersten Versuch zu gewinnen.

Meist finden GP-Piloten heute nach ihren Formel-1-Karrieren oder während Sabbaticals eine neue Heimat bei den Sportwagen. Bei Ford könnte Verstappen sogar auf einen ehemaligen Kollegen treffen: Die Amerikaner haben neben Mike Rockenfeller und Seb Priaulx auch Logan Sargeant als Piloten bekanntgegeben.

Die Technik des noch ungetauften Ford-Hypercars dürfte Verstappen gefallen. Im Chassis, das von Oreca gebaut wird, steckt ein 5,4 Liter großer V8-Saugmotor. Das sogenannte 'Coyote'-Aggregat steckt in abgeänderter Form auch im GT3-Mustang.

Das Hypercar soll noch im Sommer 2026 erstmals auf die Strecke gehen. So imminent sind die Verhandlungen zwischen Ford und Verstappen noch nicht, wie Rushbrook bestätigt: "Wir haben noch nichts bekanntzugeben." Pläne für die nahe Zukunft gibt es nicht, besonders konkret scheint es auch noch nicht geworden zu sein: "Wir besprechen gerade nur, welche Möglichkeiten es gibt, und wenn es Sinn macht und alle mitmachen wollen, dann ist das super."

Ford buhlt um Verstappen: Wertvoll für Entwicklung

Nach der Blamage im GT3 hat Ford nun offenbar die Bedeutung von Verstappen verstanden. Der Nürburgring platzt am kommenden Wochenende - auch oder vor allem wegen des Niederländers - aus allen Nähten. Aber nicht nur aus PR-Sicht wäre Verstappen ein absoluter Coup für Ford.

"Die Fülle an Details, die er den Ingenieuren zurückmelden kann, ist äußerst wertvoll, manchmal sogar wertvoller als all ihre Daten", weiß Rushbrook. "Seine mentale Kapazität und sein Verständnis, ein Auto zu entwickeln, damit Rennen zu fahren und es abzustimmen - einen solchen Fahrer im Team zu haben, selbst wenn es nur für ein einziges Rennen ist, ist von großer Bedeutung."

Jetzt steht aber Verstappens Start auf der Nordschleife bevor. Mit wem er es dort aufnehmen darf, erfahrt ihr im Video:

Mick Schumacher bricht Schweigen, Verstappens Gegner enthüllt (06:51 Min.)